Montagsfrage: Was hältst du von Leserunden?

montagsfrage Liest du lieber für dich oder teilst du deine Eindrücke während des Lesens gerne mit anderen? Hast du schon mal an einer Leserunde teilgenommen? In welchem Rahmen? Hat’s Spaß gemacht? Was hältst du von Leserunden?

Überhaupt nichts halte ich davon.
Schon in der Schule konnte ich es nicht leiden, ein bestimmtes Buch innerhalb einer bestimmten Zeit gelesen haben zu müssen und dann darüber zu sprechen (ist natürlich ne super Voraussetzung für einen Deutsch Leistungskurs, ja.)

Wobei das abschließende Besprechen nicht so sehr das Problem ist, denn ich rede schon gern über Bücher (sonst gäbe es dieses Blog nicht), sondern das abschnittsweise gemeinsame Lesen und zwischendurchimmerwieder Besprechen. Ich will eigentlich nicht nach Terminplan lesen, sondern so wie es mir gefällt und gerade passt. Ich habe mein Tempo, mein infdividuelles Mitteilungsbedürfnis und meinen eigenen Zugang zu dem gelesenen Buch. Das möchte ich mir nicht dadurch beeinträchtigen lassen, dass 20+ andere Leute eben anders lesen als ich. Ob ich über ein Buch sprechen möchte, weiß ich meistens auch erst nachdem ich es gelesen habe.

Was mich außerdem stört ist dass an Leserunden, wie sie in Foren und Communities stattfinden, oft eine recht große Anzahl von Lesern teilnehmen, die Beiträge und Eindrücke zu dem jeweiligen Buch sind dann sehr zahlreich und meistens auch sehr langweilig ;-) Mir gibt das überhaupt nichts, mit X mir völlig fremden Personen drüber zu sprechen, wie sie das 12. Kapitel finden und wie lange sie dafür gebraucht haben und wann sie das 13. beginnen usw.
Lesen an sich ist für mich sehr privat, ich möchte mich mit der Geschichte befassen und nicht mit den Meinungen anderer zu dieser Geschichte.

Was ich ab und zu ganz gerne mache ist das – ich nenne es mal so – Parellel-Lesen mit meiner Freundin Nina. So haben wir (teilweise) The Misstress’s Revenge zusammen gelesen. Bei diesem Buch bot sich das an, weil es nicht nur sehr spannend ist, sondern eine große Sogwirkung entwickelt und ganz schön unter die Haut geht. Wir fanden es beides wohltuend, sich darüber auszutauschen. Allerdings war das auch nicht geplant, sondern hatte sich beim Lesen erst ergeben, als Nina das Buch begonnen und mir davon erzählt hatte, ich wollte es dann unbedingt auch lesen, und so haben wir unsere Lesetempo ein wenig angeglichen, damit ich aufholen konnte.

So ein zwangloses gemeinsames Lesen mit einer lieben Freundin macht mir also durchaus Spaß, aber das was man gemeinhin unter Leserunde versteht, ist nicht meins.

5 thoughts on “Montagsfrage: Was hältst du von Leserunden?

  1. Ich finde Leserunden auch sinnlos, wenn die Teilnehmer imme rnur berichten, was in den Abschnitten passiert und dass sie es gut fanden und wann sie weiterlesen. Das ist ja mal keine Diskussion.

  2. Was ich mir vorstellen könnte, ist, mich mit einer Gruppe guter Freunde/Bekannter in bestimmten Abständen zu treffen, und dazwischen eben immer alle ein festgelegtes Buch zu lesen, über das man dann redet.
    Jedes Kapitel einzeln mit Wildfremden übers Internet zu zerreden? Nein danke.

  3. Haha…ging mir genauso :D Besonders als wir im Deutsch LK „Effi Briest“ lesen mussten und ich hatte das Buch schon gelesen :D Ich mag Leserunden auch nicht wirklich…das setzt irgendwie unter Zeitdruck und die „Diskussion“ (wenn es denn eine gibt) ist meistens auch einschläfernd…

  4. Hallo liebe Wörterfreunde

    Ich empfand Leserunden auch immer als Zumutung – vor allem deshalb, weil ich in der Regel die einzige war, die das Buch dann auch tatsächlich gelesen hatte. Und selbst wenn sich die anderen Teilnehmer zum kommentieren hatten hinreissen lassen, wurde beinahe ausschliesslich positiv gewertet und wiederholt, was der Vorredner schon gesagt hatte (wahrscheinlich in der Hoffnung, man wäre mit seiner Meinung dann auf der „sicheren Seite“). So kam natürlich kaum je eine sinnvolle oder sogar anregende Diskussion zu Stande.

    Ich unterhalte mich jedoch sehr gerne über gelesene Bücher und nerve meine weniger lesefreudigen Mitmenschen regelmässig mit unerwünschten Buchempfehlungen. So freue ich mich jedes einzelne Mal, wenn jemand in meinem Umfeld einen durchgelesenen Schmöcker erwähnt und ich meinen Lobgesang, oder wahlweise meine Hasstirade starten kann.

    Liebe Grüsse und die besten Wünsche
    Rahel

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