Montagsfrage: Wie viele ungelesene Bücher hast du?

montagsfrage Keine mehr Ich weiß es nicht.

Ich habe schon immer viel gelesen (bzw schon immer mehr als jetzt *heul*). Und schon immer habe ich sehr gerne für Lektürenachschub gesorgt, sei es durch Kaufen oder Ausleihen. Da staute sich auch schon mal ein bisschen was an, aber ich hab das nie so wirklich beobachtet.

Dann begann ich zu bloggen und in Bücherforen aktiv zu werden. Plötzlich hatte ich nicht nur ein paar ungelesene Bücher irgendwo im Regal stehen, ich hatte einen SUB. Stapel ungelesener Bücher, so nennt man das im Fachjargon. Dieser SUB machte seinem Namen alle Ehre und wurde immer höher. Obwohl ja immer alle bestrebt sind, den SUB möglichst klein zu halten, er wächst unaufhaltsam, weil man in der Regel deutlich weniger lesen kann als man möchte. Zwar hab ich mich nie wie so viele andere in den gängigen Literaturforen derart selbst kasteit, dass ich mir „SUB Diäten“ auferlegt hätte oder Buchkaufverbote, auch habe ich nie an SUB-Abbau-Wettbewerben teilgenommen (weil mir solche Veranstaltungen generell zuwider sind), aber ich habe akribisch Buch geführt über meinen SUB-Stand und war stets bestrebt, diesen möglichst niedrig zu halten.

Dennoch hat mich dieser SUB immer ziemlich belastet. All das rausgeschmissene Geld in meinen Regalen. All der verschwendete Platz. Wann soll ich das alles lesen? Und wieso  kaufe ich trotzdem immer neue Bücher anstatt die vorhandenen zu lesen? Die große Auswahl hat mich eigentlich nie gereizt bzw war dieses allgemein beliebte SUB Rechtfertigungs-Argument für mich nie eins. Ich brauch doch keine Auswahl von fast 100 Büchern!! 10 sind doch auch genug. Und wenn nicht – es gibt Buchhandlungen!

Ich war also stets bestrebt, den SUB erheblich zu verringern. Das hab ich leider nie geschafft (was größtenteils auch daran lag, dass es immer so viele schöne Mängelexemplaresonderverkäufe gibt).

Und dann hab ich mir einen Kindle gekauft.
Seither habe ich nie wieder ein gedrucktes Buch gelesen. Dass das so sein würde, war mir schon vor der Anschaffung des Kindles vollkommen bewusst. Und so habe ich Tabula Rasa gemacht und ca. 50% meines damals um die 90 Exemplare beinhaltenden SUBs entsorgt, also verkauft oder weggeschmissen. Und ganz ehrlich: Es war eine Befreiung. Bei den meisten Büchern war ich mir ohnehin sicher, dass ich die Bücher ja doch nie lesen würde, und wenn schon: Dann kann man sie ja jederzeit einfach nochmal kaufen. Behalten habe ich dennoch einige, und zwar in erster Linie meine Biographien, die ich sammle (und ganz bestimmt irgendwann dann auch mal lesen werde), sowie einige, die ich einfach zu hübsch zum Verkaufen fand bei denen ich selber nicht mehr so genau weiß, wieso eigentlich.
Seit ich den Kindle habe, kaufe ich also keine Mängelexemplare mehr, und Bücher zum normalen Preis in der Buchhandlung schon mal gar nicht. Es staut sich also nichts an oder zumindest kaum. Meistens kaufe ich ein Buch dann, wenn ich es lesen will. Selten kommt auch mal eine Vorbestellung dazu, während ich noch ein anderes Buch gerade lese. Da eBooks ja nicht als Mängelexemplare verkauft werden können, muss man stets den vollen Preis bezahlen, das hemmt natürlich unkontrolliertes kaufen. Allerdings hat sich auch in meinem Kindle Konto bei Amazon ein gewisses Polster an Büchern angesammelt, die es meistens nur für einen begrenzten Zeitraum gratis zum Download gibt. Anfangs habe ich sehr viele dieser Bücher runtergeladen, allerdings soweit ich mich erinnern kann nie auch nur ein einziges davon gelesen. Auch kaufe ich recht viele englischsprachige Bücher, da diese oft bedeutend günstiger sind als die deutsche Ausgabe des selben Buches.

Ich schätze meinen heutigen „SUB“ auf etwa 40-50 Bücher ein (digitale und physische Bücher zusammen genommen), allerdings ist es mir auch egal.
Dann sind die eben ungelesen. Die Bios sind mir heilig, die habe ich teilweise über Jahre hinweg gesucht und antiquarisch beschafft. Was die eBooks angeht, da bin ich eh völlig schmerzfrei. Für mich sind das lediglich Dateien, für die ich ja nicht einmal was gezahlt habe oder wenn, dann zumindest nur Centbeträge. Die meisten sind eh nur aus Neugierde runtergeladen oder weil es sie zum Sonderpreis gab, der nur für einen begrenzten Zeitraum galt.  Wenn ich irgendwann mal beschließen sollte, dass ich dieses Buch nicht lesen will, dann lösche ich es einfach aus meinem Konto, aber so viele sind das ohnehin nicht.

Ich empfinde es als befreiend, dieses beinahe schon manische Zählen und Überwachen ungelesener Bücher aufgegeben zu haben. Seit mich die ungelesenen Bücher nicht mehr aus dem Regal heraus anschauen, ist der Druck einfach weg, und man muss auch nicht ständig der Versuchung widerstehen, die preisreduzierte Mängelexemplareoder Flohmärkte darstellen.

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8 Kommentare zu “Montagsfrage: Wie viele ungelesene Bücher hast du?

  1. Wo verkaufst du denn deine Bücher? Ich habe auch viele Bücher, die eigentlich hier nicht mehr rumstehen müssten (Bücher, die ich nicht mochte, doppelt vorhandene Bücher, etc.pp.), aber auf den Seiten, auf denen ich bisher geschaut habe, bekommt man nur Cent-Beträge, wenn überhaupt. Das ist ja die Mühe nicht wert.

    Vielleicht sollte ich sie einfach mal an einen Bücherflohmarkt spenden, dann wäre das Thema erledigt und wenigstens noch ein bißchen was gutes getan. Aber andererseits haben die Bücher ja mal viel Geld gekostet, da will ich eigentlich zumindest einen Bruchteil wieder haben :p

    • Unterschiedlich, früher hab ich viel bei Booklooker verkauft oder auch Tauschticket genutzt. Als ich dann meine Tabula Rasa Aktion gemacht habe, ging so gut wie alles zu Momox.de (einige wenige zu ebay). Da bekommen man im Wesentlichen zwar auch nur Centbeträge, aber das hat immerhin den Vorteil dass man nicht zig Bücher einzeln verpacken und verschicken muss (vom herumärgern mit 20 käufern mal ganz zu schweigen). Ich hab da im Schnitt ca. 1 Euro pro Buch bekommen, das war schon ok für mich. Wenn man sehr viele Bücher auf einmal loswerden will und damit leben kann, dass man nur noch einen Bruchteil des Neupreises bekommt, finde ich das optimal. Die zahlen ja sogar den Versand, man braucht also nur einen großen Karton. Gemessen am Aufwand fand ich es dann wieder OK, denn aus den Centbeträgen pro Buch wird dann unterm Strich doch mal 30 Euro draus, die ich immerhin auf einen Schlag bekomme und nicht auf die 89 Cent pro Käufer warten muss.
      Es gibt noch einen Anbieter dieser Sorte, Rebuy, und Amazon kauft auch einige Bücher an. Je neuer das Buch ist (also am Erscheinungsdatum gemessen), umso mehr zahlen die auch. Ode rmanchmal hat man GLück und besitzt irgendwelche raren Stücke, die relativ „gut“ bezahlt werden.

      Ans Spenden hab ich auch schon gedacht, da sind diejenigen die solche Spenden annehmen aber auch schon pingelig geworden und nehmen oft nix was älter ist als 5 Jahre. Ich hab dann ehrlich gesagt auch einiges weggeschmissen, weil nicht mal geschenkt im Freundeskreis jemand die Bücher haben wollte. Ich hab immernoch einiges hier und hatte mir überlegt, mal so ne „zu Verschenken“ Kiste an den Straßenrand zu stellen, denn eigentlich hab ich bei vielen Sachen keine Hoffnung mehr, da auch nur einen halbwegs akzeptablen Preis für zu bekommen, und dann kann ichs genausogut auch zu Altpapier machen :D

  2. Danke für die Tipps. Da muss ich mich wohl einfach mal einen Abend lang hinsetzen und vergleichen, was wo mehr bringt, und dann alles loswerden. Mit großem Geld rechne ich eh nicht, aber als ich mal bei Momox geschaut habe, wollten sie mir für das meiste nur 1-10 cent geben, da habe ich dann schnell aufgegeben…
    Bei Amazon habe ich erst ein Mal was eingetauscht, das waren alles Schulbücher, die ich doppelt hatte. Da bekommt man teils noch erstaunlich viel Geld dafür.

    Bei Tauschticket war ich auch ziemlich aktiv, als es noch kostenlos war. Weniger Bücher als vorher habe ich dadurch nicht, im Gegenteil, es sind sogar deutlich mehr geworden. Aber das stört mich ja nicht, da aus aussortierten Büchern welche wurden, die ich auch tatsächlich haben wollte.

  3. @Nina
    damit Du nicht großartig rumsuchen musst, wer was zahlt, schaut am besten hier vorbei: http://werzahltmehr.de/ . Gilt nur zu beachten, dass manche Ankäufer erst ab einem gewissen Mindestbetrag ankaufen.

    Viel Spaß beim Verkaufen!

  4. Ich habe ja das Gefühl, ich bin in der letzten Zeit erwachsen geworden, was diese ganzen Listen-SuB-Challenge-Sachen angeht. Es war eine schöne Phase, aber inzwischen ist mir das alles zu viel. Seiten zählen hier, SuB-Abbau dort… Seitdem liest es sich viel entspannter. ;-)

    • „Erwachsen geworden“, das hast du schön gesagt :)
      Diese ganzen Challanges und Leseunden waren für mich eigentlich noch nie interessant, da ich den Sinn nicht so recht verstanden und das Ganze immer als schreckliche Verpflichtung angesehen habe. Aber ich muss dir zustimmen, es liest sich entspannter, wenn man einfach nur LESEN kann ohne sich Gedanken zu machen über SUBs und Seiten und Termine.

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