Spiel der Throne

martin_GOT Statusmeldung: Ich habe aufgegeben.
Mit der deutschen Version. Über die allgemeine Qualität der Übersetzung kann ich noch nicht viel sagen, aber was mir wirklich derbe auf den Keks ging, das waren die Übersetzungen der Eigennamen! Bitte, was ist das denn für eine Unsitte?! Das macht man doch nicht!

Bei Jon Snow/Jon Schnee fand ich das anfangs ja noch ganz putzig und eventuell sollte mit dem Namen ja auch etwas Bestimmtes suggeriert werden und der Übersetzer hat es gut gemeint. Und dass Lannister zu Lennister pseudo-eingedeutscht wurde, ist nur albern. Aber bei Schnellwasser, Graufreud, Hohenehr und Königsmund haben sich mir echt die Zehennägel aufgerollt. Das ging dann so weit, dass ich mich beim Lesen ständig fragte, wie diese sperrigen Namen wohl wirklich lauten und überlegt habe, ob Winterfell vielleicht auch eine dieser strubbeligen „Übersetzungen“ ist und in echt womöglich Winter Fur oder Winter Coat heißt.
Hier hat mal jemand eine sehr schöne Übersicht dieser ganzen Peinlichkeit erstellt. Man kann sich eigentlich nur an den Kopf fassen, oder?

Mich hat das beim Lesen so gehemmt und auch geärgert, dass ich jetzt doch umgeschwenkt bin und das „Spiel der Throne“ ;-) im Original weiter lesen werde. Eigentlich lese ich eh so gut wie immer auf englisch, wenn das die Originalsprache ist, aber hier dachte ich eben, wenn der Inhalt schon kompliziert ist, will ich zumindest in meiner Muttersprache lesen, weil das normalerweise ein klein wenig schneller geht.

Die ersten 70 Seiten fand ich übrigens tatsächlich gar nicht so verkehrt! Lediglich die vielen Personen, Häuser und Zusammenhänge sind schwer zu merken *ächz* (Übrigens einer der wenigen Nachteile am Kindle: Man kann nicht einfach mal einen Finger zwischen die Seiten legen und zum Anhang blättern, um die Personen schnell noch mal nachzulesen…)

11 thoughts on “Spiel der Throne

  1. Ach, jetzt wo du’s sagst, erinnere ich mich auch wieder – genau deshalb wurde die Neuübersetzung kritisiert. Bei der alten Übersetzung war das nicht so. (Man fragt sich manchmal wirklich, was sich die Verlage denken …)

    • Ja und auch völlig zu recht wird das kritisiert! Ne Übersetzung muss schon sehr mies sein, dass ich das überhaupt merke und auch nicht mehr toleriere, und bisher war mir das insgesamt nicht aufgefallen. Aber ich dachte mir dann schon, dass diese Eigennamenübersetzung der Hauptkritikpunkt sind. Also mal ehrlich, sowas geht GAR nicht, zumal die Eindeutschungen teilweise wirklich abenteuerlich sind (King’s Landing = Königsmund, Riverrun = Schnellwasser… WTF?!). Erst hab ich gedacht, da gewöhne ich mich dran, aber es ging mir eher zunehmend auf den Keks.
      Spätestens als dann ein Name (wohl versehentlich) doch ab und zu im Original auftauchte (Casterelystein / Casterley Rock), hab ich dann so meine Zweifel an der Übersetzungsqualität bekommen und beschlossen, umzusteigen.
      Und solche seltsamen „gefühlten Eindeutschungen“ der Familiennamen wie zB Lannister/Lennister, Royce/Rois haben bei mir dann regelrechte Fremdschämreflexe ausgelöst!

      Übrigens wurde mir zugetragen, dass in der deutschen Hörbuchfassung die Eigennamen belassen wurden. Da fragt man sich erst recht, was die Verlage sich so denken…

  2. Ich wurde Gott sei Dank schon vorgewarnt und habe mir direkt die englische Ausgabe geholt. Ich finde Jon Schnee schon hart an der Grenze, aber der Rest… ohne Kommentar. Da kommt man sich als Leser ja schon für blöd verkauft vor. Da schaut man sich später die Tv Serie an und kennt sämtliche Personen und Orte gar nicht -_-
    Ich würde bei Riverrun jedenfalls nicht auf Schnellwasser kommen ^.^

    Ich mach’s bei E- Books immer so, dass ich mir ein Lesezeichen auf das Personenregister setze mit einer Notiz dazu, wer das ist. So kann ich immer wieder schnell dahin springen. Aber ich schätze, je weiter man liest desto bekannter sind einem die ganzen Figuren.

    Ich müsste das Buch auch endlich mal weiterlesen. Ich bin bei Seite 90 oder so stehen geblieben.

    • Ja, das Lesezeichen aufs Personenregister hab ich gleich als erstes gesetzt. Aber „schnell“ kommt man da meiner Meinung nach trotzdem nicht hin. Ich hab den normalen Kindle, also ohne Touch und finde es nicht so komfortabel, mich erst da hin klicken zu müssen. Außerdem markiere ich eh immer recht viel in Büchern, so dass so ein Lesezeichen vermutlich untergeht unter den ganzen Markierungen.
      Unter Schnellwasser hab ich mir immer Quickwater vorgestellt, das ist doch alles total behämmert… als wäre man zu beschränkt, englische Eigennamen zu kapieren.

  3. Ach ja, der Kindle speichert Notizen mit Lesezeichen immer so komisch zusammen in einer einzigen Datei. Hatte ich schon vergessen. Beim iPad geht das einfacher. Vielleicht hilft es dir die Personenübersicht auszudrucken? :D

  4. Für einen kurzen Moment hab ich jetzt gedacht Du hast die englische Version hingeworfen. ;)

    Mit die vielen Personen und Orte gewöhnt man sich, finde ich, doch recht zügig. Allerdings hab ich auch die englischen Bücher, und da kann man eben schon schnell mal in den Appendix gucken, oder zurück blättern.
    Das ist übrigens auch einer der wenigen Punkte, die mich an unserem Reader stören. Ich hab manchmal eine kurze Aufmerksamkeitsspanne, und blättere gerne nochmal zurück und lese was nach. Aber mit dem Reader ist das echt lästig.

    • Das nicht, gelesen hab ich in den letzten 2 Tagen allerdings auch kaum (ich kam einfach nicht dazu, denn wenn ich Zeit zum Lesen hatte, hab ich mir eine Zeitschrift geschnappt, die ich neuerdings abonniere, und da will man sie natürlich nicht nur überfliegen ;-))
      Bin mal gespannt, wie das noch wird. Mich verunsichert das ja leider von vornherein schon leicht, wenn ein Buch so viele Personen hat. Bin dann schon immer latent genervt, weil ich denke „Das MUSS doch jetzt nicht sein, kann der sich nicht mal kurz fassen, ey?“ Aber da muss ich jetzt wohl durch, wenn man erst mal dirn ist, kommts einem oft gar nicht mehr so viel vor. Wie ich den häufigen Perspektivwechsel verkrafte, wird sich auch noch zeigen, bisher finde ich den OK.

      Welchen Reader habt ihr denn? Mir war das gar nicht so bewusst, dass der Kindle die Lesezeichen etwas subotimal speichert/verwaltet, weil ich normalerweise keins setze. Der merkt sich automatisch die letzte gelesene Seite pro Buch, so dass ich mir da nie Gedanken drüber gemacht habe. Finde die Lesezeichen generell aber schlecht gemacht, denn wenn ich sowieso schon erst mehrmals klicken muss, um überhaupt da hin zu kommen muss, wo das Lesezeichen gespeichert ist, dann brauch ich eigentlich auch kein Lesezeichen mehr. Aber da ich recht viel markiere und diese Markierungen zusammen mit dem/den Lesezeichen gespeichert werden, hab ich dann erst recht keine Lust, dieses dann zwischen meinen ganzen Anmerkkungen zu suchen.
      Also wie gesagt, normalerweise stört es mich nicht, aber grad bei diesem Buch wärs jetzt ganz geschickt gewesen. Hab mir sicherheitshalber ne Personenliste ausgedruckt für den Anfang ;-)

  5. Also grundsätzlich mag ich die vielen verschiedenen POVs schon sehr. Das gibt immer wieder neue, andere Einblicke in die Geschehnisse, und es gibt Kapitel auf die freue ich mich immer total. Aber es gibt auch Charaktere, da krieg ich die totale Sperre, wenn ein Kapitel aus deren Sichtweise kommt. Da heißt es dann immer durchhalten, und auf ein gutes Folgekapitel hoffen. – Wie gesagt – ich bin echt schon gespannt, welche Personen Du mögen wirst, und welche eher nicht so. Wobei die hassenswerten oft die tollsten Kapitel haben. ;)

    Wir haben einen Sony. In wunderschönem rot. Ich hab ihn im LJ mal gezeigt. ;)
    Lesezeichen (Eselsohren) setzte ich gar nicht, weil er dann beim auswählen des Buches da hin springen würde. Aber interessante Stellen markiere ich mir, und die werden dann pro Buch aufgeführt.
    GoT ist wirklich sehr umfangreich, und der Appendix ist teilweise schon eine Hilfe. Zumindest um Personen zuzuordnen.

    Ich hab ja zuerst die erste Staffel der Serie gesehen, bevor ich mit dem Buch angefangen habe. Daher waren mir die Figuren und die Beziehungen zueinander schon sehr vertraut. Aber da die Umsetzung wirklich beinahe 1zu1 ist, fiel es mir dann schwer alles nochmal zu lesen, obwohl ich es schon gesehen hatte. In solchen Fällen muss ich echt erst immer das Buch lesen, bevor ich die Verfilmung anschaue, weil das mit dem lesen sonst nicht gut klappt.
    Aber die Serie ist wirklich grandios, und ich freu mich schon total auf die zweite Staffel, die im März im TV läuft. :)

    • Hm, also kann ich im Grunde auch die erste Staffel gucken und dann mit den Büchern im 2. Band erst einsteigen? Weil ich sonst doppelte Mühe hab ;-)
      Bei mir ist es lustigerweise meistens umgekehrt, ich schaue lieber erst den Film und lese dann das Buch. Bei Harry Potter hab ich über die Filme überhaupt erst zu den Büchern gefunden. Wenn mir ein Film oder eine Serie gut gefiel, schau ich immer, obs das auch als Buch gibt.

      Das mit den wechselnden POVs bereitet mit bei GOT bisher gar keine Probleme, ich finde auch, dass ads nicht so auffällt. Er schreibt ja nicht in der Ich-Form, und ich finde die Perspektive bisher auch nie sooo extrem „nach innen gerichtet“. Gibt ja auch Bücher, bei denen wird dann speziell über die Gefühlswelt einer Figur berichtet und dann wird wieer umgeschwenkt auf die nächste. Damit komm ich in den meisten Fällen auch nicht klar, aber hier geht es eigentlich.
      Ich glaube allerdings, dass ich da parallel noch was anderes werde lesen müssen, denn obwohl mich der Schreibstil und die personen ansprechen, finde ich es schon recht schwerfällig. Mir graut ja immer ein bisschen davor, fast 1000 Seiten lang nur an ein und derselben Geschichte zu hängen ;-)

  6. Du sprichst mir aus der Seele – die Eigennamen gehen überhaupt nicht. Ansonsten finde ich die Übersetzung gar nicht so schlimm, bzw. sogar gelungen. Da dieses epische Werk jedoch nur so vor Eigennamen strotzt, kann man sich diesen unsagbar schlecht übersetzten Monstren nicht entziehen…daher auch meine Wahl: Künftig das Original lesen.

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