Montagsfrage: Wie sortierst du deine Bücher?

montagsfrageIst zwar schon Dienstag, aber nun möchte ich auch mal eine Montagsfrage von Paperthin.de beantworten:

Wie wichtig ist dir Ordnung im Bücherregal? Nach welchen Kriterien sortierst du deine Bücher oder stopfst du sie einfach da rein, wo gerade Platz ist?

Ich gehöre ja zu der wohl eher seltenen Spezies „Leser, die keine Bücherregale mögen“. Oder sagen wir: Nicht zu viele.

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Mein Zuhause soll wohnlich sein und keine Bibliothek. Mich erschlägt es, wenn überall Bücher rumstehen, ich finde das weder schön, noch zweckmäßig, und es wäre mein absoluter Albtraum, wäre die Bude bis unters Dach gerammelt voll mit Büchern. Viele verstehen das nicht.

Meine Mutter zB seufzt auch bei jedem Besuch „Kind, da bist du so belesen, stell dir doch auch mal deine ganzen Bücher hin, die du schon gelesen hast!“ Das meiste habe ich allerdings nach dem Lesen zumindest in den letzten Jahren gleich wieder verkauft. Zum einen weil mein Herz nicht an den Büchern als materiellem Gegenstand hängt, zum anderen weil ich einfach keine Lust habe, mir die 50-100 Bücher, die pro Jahr im Schnitt dazu kommen, alle in die Wohnung zu stellen. Aufgehoben habe ich immer nur die Bücher, die mir wirklich etwas bedeutet haben, und ich würde vor allem nienieniemals Bücher aus meiner Kindheit wegwerfen. An denen hänge ich, die sind mir wichtig.

Die vergleichsweise wenigen Bücher, die ich also aufgehoben und ins Regal gestellt habe, sind solche, die ich richtig gut fand, die mich berührt haben und die ich sogar nochmal lesen würde. Alles andere ist für mich bloß Papier, in dessen Aufbewahrung ich keinen Sinn sehe. Was ich aufhebe, sortiere ich gar nicht, sondern stelle es nach Farben geordnet ins Regal. So sieht es zumindest hübsch aus, und ich weiß auch noch bei jedem Buch, welche Farbe der Einband hatte, so dass ich es bei Bedarf sofort wiederfinden würde. Ich fände es furchtbar, einen Wust aus bunt gemischten Farben an der Wand zu haben, womöglich noch über etliche Regalmeter verteilt! Einzige Ausnahme: Serien müssen zusammen stehen, aber das passt schon irgendwie, zumal das so viele nicht sind.
Und weil ich nicht möchte, dass so viel Regal für die Bücher draufgeht, steht bei mir schon vieles in zwei Reihen. Mir ist das wirklich egal, ob Besucher sehen können, wie viel ich gelesen habe oder wie viele Bücher ich besitze. Eine Ausnahme sind Bildbände, von denen ich recht viele habe (Reise, Fotografie). Die haben alle einen Ehrenplatz, und ich freue mich auch, wenn Besuch sich für sie interessiert und durchblättert!

Bücher sind für mich bis auf sehr wenige Ausnahmen keine Heiligtümer, Schätze oder gar „Lebensgenossen“ wie für manche Leser, sondern ganz profan Gebrauchsgegenstände. Und als solche möchte ich, dass sie zu meinem Wohngefühl passen. Ganz ohne Bücher wollte ich auch keine Wohnung haben, aber ich möchte gerne mit Büchern wohnen und nicht zwischen Büchern.

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Die beiden Fotos zeigen übrigens nur einen sehr kleinen Teil meiner Bücher – aber den, wie ich finde, schönsten ;-)

PS: Auf dem Kindle sortiere ich Bücher nach Genre. Jedes heruntergeladene Buch wird einem Genre zugewiesen und in die dafür angelegte Sammlung einsortiert. Finde ich für mich am logischsten und praktikabelsten, denn wenn ich mal Lust haben sollte, einen Krimi zu lesen, muss ich mich nicht durch sämtliche Bücher bzw. Autoren wühlen, um einen solchen zu finden. Und Farben haben die Buchcover auf dem Kindle ja leider nicht.

8 thoughts on “Montagsfrage: Wie sortierst du deine Bücher?

  1. Ich erinnere mich noch an ein Foto deiner Bücher, das du vor Jahren mal gepostet hast – eine Sammlung von Diogenes und/oder Piper, wenn ich mich recht erinnere, jedenfalls lauter helle, relativ neutrale Rücken. War übersichtlich und sah sehr schick aus! :)

    Ich bin natürlich ein Buchhorter, wobei sich das in den letzten Wochen und Monaten dank E-Book-Liebe deutlich gelegt hat. Eine Wohnung mit vielen Büchern hat für mich aber definitiv einen Wohlfühl-/Gemütlichkeitsfaktor, den keine Deko der Welt erzeugen könnte. Dass andere Leute das nicht so sehen, versteh ich trotzdem sehr gut.

    Auf dem Kindle sortier ich meine Bücher übrigens auch nach Genre, finde das auch am praktischsten. Ich kaufe aber überwiegend auch nur bei Bedarf und schmeiß meist auch die Bücher direkt wieder runter, die ich gelesen habe. Meine Tendenz zum E-Book-Horten ist erstaunlich gering …

    • Ich hab ein Diogenes- und ein Piperregal ;-) Wären alle Buchrücken cremefarben, würde ich wohl auch mal mehr aufheben, ohne Witz!
      Also Bücher gehören wie gesagt schon dazu, ich fänds befremdlich, keine zu haben. Aber wenn das Bibliothekscharakter annimmt, fühle ich mich nicht mehr wohl. Ich muss auch echt nicht jeden Schninken aufheben, den ich mal eben so weggelesen habe und nach 2 Wochen schon kaum noch weiß, worum es da ging. Und ehrlich gesagt, ist es eine Befreiung, dass sich seit dem Kindle tatsächlich nicht mehr die Frage stellt „Heb ich das auf, oder geb ich es weg?“ Und ja, da kauf ich auch eher bedarfsorientiert, aber auch schon ab und an mal auf Vorrat. Gibt ja öfter mal so Gratisaktionen, und englische Bücher unterliegen nicht der Buchpreisbindung, und wenn mir da was besondes günstig vorkommt, schlag ich auch mal zu. Aber deutlich weniger als bei gedruckten Büchern, denn wenn ich da ein Buch erstmal gekauft habe, kann ichs ja nich weiter veraufen, sollte ich es doch nicht lesen. Insofern ist das auch ein positiver Aspekt, denn dieses zwanghafte Horten UNGELESENER Bücher war für mich auch immer ein gewisses Problem.
      Allerdings lasse ich die nach dem Lesen schon deswegen drauf, weil ich da zB für Rezensionen ab und an Markierungen rein mache und weil ich es irgendiwe toll finde, zu sehen wie die Anzahl der Bücher im Ordner „Gelesen“ steigt ;-)

      • Dann haben mich vielleicht beide beeindruckt – falls du Fotos von beiden gepostet hast! :D

        Was das »Aufheben oder Weggeben«-Problem angeht, gehts mir genauso wie dir; das genieße ich sehr am E-Book-Lesen, dass ich darüber nicht mehr nachdenken muss. Es kommt zwar vor, dass ich mir ein gelesenes E-Book später noch mal als Buch kaufe, das aber nur, falls es mir richtig super gefallen hat.

        Übrigens wüsste ich gar nicht, wie ich all meine Regale füllen sollte, wenn nicht mit Büchern. Ich bin so gar nicht der Deko- und Nippes-Typ. ;)

        • Das Diogenesregal ist einigermaßen neu, das hab ich nachträgilch noch oben in den beitrag eingefügt.
          Ein eBook in Papierform nachgekauft habe ich noch nie, will das aber nicht ausschließen. Als ich den Kindle angeschafft habe, hab ich allerdings einiges als Papierbuch ver- und als eBook direkt wieder gekauft, was sich noch auf meinem damaligen SUB befand.
          Und die Regalfächer füllen sich schon irgendwie ;-) Bei mir sind es meistens Fotos oder Reiseandenken.

  2. Ich liebe es, viele Bücher zu haben und ich stehe auch gerne mal vor den Regalen und erfreue mich an den ganzen schönen Büchern.
    Allerdings hätte ich die Bücher trotzdem nicht gerne alle im Wohnzimmer, das damit quasi voll wäre. Wir haben ja nun ein kleines Arbeitszimmer, und darin sind zwei Wände bis unter die Decke voll mit Bücherregalen. Da passt natürlich einiges rein. Darin sind die Bücher größtenteils alphabetisch (nach Autor) sortiert, bei Sachbüchern aber eher thematisch/chronologisch (Geschichtsbücher).
    Im Wohnzimmer stehen nur noch „ausgewählte“ Bücher. Das sind zwar auch ein paar Dutzend, aber eben nur welche, die mir wichtig sind, schön aussehen (z.B. sehr viele Penguin Classics in der alten Aufmachung (in Beigetönen mit einem Bild am oberen Rand des Buchrückens, kennst du bestimmt)), Bildbände, einige gebundene Bücher, ein paar Reihen…

    Insofern ja, viele Bücher finde ich toll, aber sie müssen für mich nicht das Wohnzimmer dominieren.

    • Ich weiß, viele Menschen, die gerne und viel lesen, mögen das. Ich gehöre da wohl eher einer Minderheit an. Bei anderen find ich das mitunter auch klasse, wenn die so viele Bücher haben und das auch noch gut aussieht. Aber bei mir würde ich es nicht haben wollen.
      Wobei das jetzt auch nicht heißt, dass ich hier bloß 20 Bücher im Regal habe! Mal eben kurz gezählt und hochgerechnet, so an die 300 sind das sicherlich, und da sind die Bildbände noch nicht mit drin (und ein nicht unerheblicher Teil ist auch immernoch bei meinen Eltern). Aber das reicht mir auch schon bzw will ich einen Teil davon noch los werden, weil ich wirklich nicht einsehe, Regalplatz zu verschwenden an Bücher, die mir wirklich nichts bedeuten.

      Ich glaube, das kommt auch allgemein etwas auf das Haus/die Wohnung an, also die Größe und generell den Wohnstil. ICH finde, meine Bücher integrieren sich wunderbar in meinen Lebensraum. Und so möchte ich das auch haben, nicht umgekehrt :)

  3. Besonders schön finde ich den Satz „ich möchte gerne mit Büchern wohnen und nicht zwischen Büchern.“. Ich wohne im Moment noch zwischen Büchern. Aber ich trenne mich von immer mehr Büchern, weil ich mich inzwischen rmanchmal richtig erschlagen fühle. So hebe ich nur noch sehr wenige Bücher auf und sortiere je nach Lust und Laune ein Regal nach dem anderem aus.

    Irgendwann werde ich dann Regal haben, bei denen ich sagen kann, das ich die Bücher allesamt großartig fand.

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