Soap

Wenn ein Drehbuchautor der Lindenstraße ein Buch geschrieben hat, dann muss ich das lesen. Auch wenn ich seit Jahren über die immer schlechter werdenden Drehbücher motze. Lindenstraße gucke ich seit der ersten Folge, das ist für mich eine Institution. Der Autor von „Soap“ schreibt seit Jahren mit an den Drehbüchern der Lindenstraße, und auf Facebook erzählte der Lindenstraßendarsteller Erkan Gündüz von dem Buch. So wurde ich überhaupt erst darauf aufmerksam.

Worum gehts?

„Die große Liebe, Intrigen und Verrat, verbotener Sex, versuchter Selbstmord und den sicheren Tod vor Augen.“

So verspricht es zumindest der Klappentext, und so gehört sich das ja auch für eine anständige Soap. Zentrum all dieser dramatischen Verwicklungen ist der Filmstudent Lukas, der quasi fast aus Versehen Autor der legendären Fernsehserie „Schöneberg“ wird. Dort verliebt er sich dann direkt in die Frau des Ober-Drehbuchschreibers, was natürlich nicht so günstig ist und bester Seifenserienstoff wäre. Nicht genug damit, auch sonst wird in Lukas‘ Leben kein Klischee ausgelassen: Hochdramatisch  geht es zu, die Palette reicht von Drogenmissbrauch bis hin zum Inzest, aber selbst das schockt einen erfahrenen Seifenseriengucker ja nicht mehr so wirklich. Auch der Aufbau des Buches ist an die Lindenstraße angelehnt, auch hier endet nämlich jedes Kapitel (respektive Folge) mit einem Cliffhanger.

Wie hats mir gefallen?

Herr Meisheit lässt viel Insiderwissen einfließen und beschreibt die Arbeit an den Drehbüchern einer solchen Endlosserie, was ich als wie gesagt langjähriger Fan einer solchen Sendung sehr interessant und spannend fand. Weniger interessant fand ich den eigentlichen Inhalt. In weiten Teilen so vorhersehbar wie belanglos, aber dennoch irgendwie nett – typisch Seifenoper eben! Manche Episoden fand ich spannend, andere wiederum haben mich regelrecht gelangweilt. Ich muss sagen, dass ich auch zu keiner der Figuren einen besonderen Draht gefunden hätte, mir sind alle ein wenig fremd geblieben.

Das Buch ist durchgehend sehr flüssig geschrieben, die Geschichten wirken durchdacht und routiniert geschrieben, aber mich hat es auch nicht so richtig vom Hocker gerissen. Das wirklich Interessante an diesem Roman ist eigentlich vor allem der Blick in der die Kulissen einer Seifenoper und das fundierte Wissen über die Drehbucharbeit, über die es hier einiges zu erfahren gibt. Für Fans der Lindenstraße insofern durchaus lohnend!

Michael Meisheit – Soap
November 2012
ISBN 3000402861
220 Seiten
9,99 Euro (Taschenbuch), 2,99 (Kindle eBook)

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