Monatsliste Dezember 2012

Im letzten Monat des Jahres habes ich ndlich mal wieder etwas mehr geschafft als nur 1 Büchlein!

Gelesen

Vina Jackson – Eighty Days Yellow  rating1
Hat mir nicht zugesagt. Wurde als Fifty Shades Lookalike („nur besser“) beworben, das musste ich natürlich lesen. Außer der Konstellation Girl meets bossy Boy gibts da leider gar keine Parallelen. Vielversprechender Anfang, aber das Buch (das erste einer ich glaub vierbändigen Serie) entpuppte sich als BDSM Roman, der für meinen Geschmack härteren Sorte. Also so richtig mit Versklaven und Demütigen und Erniedrigen und so. Zum einen stößt mich sowas ab anstatt anzumachen, zum anderen fand ich Eighty Days  auch ganz schlecht geschrieben. Sprachlich total plump, ohne jegliche Spannung erzählt und lieblos herunter gebetet.
Mich würde bloß noch interessieren, welche beiden „etablierten Autorinnen“ sich hinter dem Pseudonym Vina Jackson verbergen. Aber kann ich verstehen, dass man für so einen Schund seinen echten Namen nicht hergeben möchte!

Martina Kink  – Bad Hair Years rating4
Beim Lesen wäre ich ein paar Mal fast erstickt vor Lachen. Martina Kink schreibt sehr, sehr witzig und trockenhumorig, was genau in mein Komikzentrum trifft. Dabei ist die Handlung an sich eigentlich fast gar nicht vorhanden: Frau Kink erzählt einfach, was sie so macht und gemacht hat. Nämlich als Tippse in München gearbeitet und sich dann aus Versehen nach New York versetzen lassen. Und dann wieder nach München zurück gegangen (WAAARUM??!) und dort Auto Wohnung, Job und Mann fürs Leben gesucht.
Ich würde „Bad Hair Days“ als eine Art Frauenromanchen in Episodenform bezeichnen denn einen wirklichen Spannungsbogen oder näher zusammenhängende Handlungsstränge gibt es hier eigentlich nicht, und man hat angesichts einiger Wiederholungen und Längen dann irgendwann daas Gefühl, dass das Papier eben irgendwie vollgeschrieben werden musste.

Daniel Glattauer – Ewig Dein   rating5
Daniel Glattauer scheint mir der Spezialist für interessante Beziehungen zu sein. Schon seine beiden Gut gegen Nordwind Bücher haben mir unglaublich gut gefallen, inhaltlich und stilistisch. So war ich dann auch neugierig auf seinen neuesten Roman, diesmal ein gänzlich anderes Genre nämlich ein Krimi. Und wowowow, hat mich dieses Buch umgehauen! Thema Stalking, hier einmal etwas ungewöhnlicher umgesetzt, da nämlich der Stalker sein Opfer auf perfideste Art und Weise so in den Wahnsinn treibt dass es ihnen egal ist, ob sie gestalkt werden und sie somit – jedenfalls wenn es nach Plan läuft – „Ewig sein“ sind.
Obwohl oder gerade weil sehr distanziert und nüchtern, und doch auf seltsame Weise wienerisch-herzlich erzählt wird, gingen mir die Charaktere sehr nahe, und beim großen Showdown hab ich mich derart gegruselt, dass ich im Flur über Nacht das Licht an lassen musste.

Lisa Renee Jones – If I were you   rating4
Wartet mit einem sehr guten Start und einer guten Idee auf und hört mit einem richtig gemeinen Cliffhanger auf, hat aber in der Mitte einige Längen. Wird ebenfalls als heißer Tipp für Fifty Shades Fans gehandelt, und in diesem Falle für mein Empfinden zu recht. Die Grundstimmung passt, die Charaktere haben erfreulicherweise mehr als nur eine Dimension, und das Ganze ist weder krampfhaft auf Pseudo-BSDM gemacht, noch wird hier (bisher?) jemand versklavt. Wer auf erotische Romane mit Ich Tarzan, du Jane Mentalität steht, der ist hiermit  nicht schlecht beraten.
Vollständige Rezension » hier

Philipp Möller – Isch  geh Schulhof   rating4
In der irrigen Annahme gelesen, es handele sich um ein eher witziges Buch im Stile der Frau-Freitag-Bücher, denn auch dieses wurde von einem Lehrer einer sogenannten „Brennpunktschule“ geschrieben, der aus seinem Berufsalltag berichtet. Und trotz einiger mehr oder weniger unfreiwillig komischer Momente ist dieses Buch echt starker Tobak. Das Lachen blieb mir im Halse stecken angesichts der Schilderungen verwahrloster und teils misshandelter Kinder aus sogenannten „bildungsfernen“ Elternhäusern, sowie der Zustände an Schulen, an denen die Lehrer mit 50 nicht mehr in der Lage sind ihren Beruf auszuüben, weil sie entweder Burnout haben oder sich innerlich abschotten, um die persönlichen Probleme der Kinder nicht an sich heran zu lassen.
Dennoch ein lesenswertes Buch. Man merkt dem Autor seine Bestürzung, aber auch sehr ehrlich gemeintes Engagement gegen diese schrecklichen Zustände deutlich an. Ein aufrüttelndes Buch mit tragikomischen Elementen und Einblicken in das deutsche Schulwesen.

Neuanschaffungen

Vina Jackson – Eighty Days Yellow
Martina Kink  – Bad Hair Years
Daniel Glattauer – Ewig Dein
Lisa Renee Jones – If I were you
Philipp Möller – Isch  geh Schulhof
Michael Meisheit – Soap

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