Monatsliste Juli 2012

Die Anschaffung des Kindles hat mein Lesepensum tatsächlich wieder so ein bisschen angekurbelt. (Wobei, wenn ich mir die letzten 3 Monate ansehe, war das auch gar nicht mehr soo wenig wie in den etlichen Monaten davor.) Es macht einfach Spaß!!

Gelesen

Ich möchte, da ich bei weitem nicht jedes gelesene Buch rezensiere, ab sofort Kurzberichte zu den gelesenen Büchern des jeweiligen Monats hier abgeben, die meine Bewertungen etwas näher erläutern.

Sylvia Day – Bared to you  
Saublöder Fifty Shades Abklatsch, zumindest finden sich einige Motive oberflächlich darin wieder. Strunzdumme Charaktere, platte Dialoge und eine an den Haaren herbeigezogene Handlung. Wer Fifty Shades mag, wird dieses Buch (der 1. Teil einer Trilogie) hassen. Und alle anderen sowieso.

Bentley Little – The Disappearance  
Ich liebe „Vermisstenstories“, in denen das Rätsel um verschwundene Personen geklärt werden muss. In diesem Buch verschwindet eine junge Studentin beim Burning Man Festival in der Wüste Nevadas. Ihre Freunde suchen nach ihr, und was sich gut anließ, driftete schnell in unerträgliches Gelaber ab. Zudem wurde das Geheimnis bzw der Grund des Verschwindens schon etwa bei der Hälfte des Buches aufgelöst, was es für mich unspannend machte.  Schade, denn an sich guter Schreibstil und mal eine etwas ungewöhnlichere Variante!

Frau Freitag – Voll streng, Frau Freitag 
Die Frau Freitag, ich LIEBE sie! Schon der erste Teil ihrer Schilderungen aus dem Schulalltag hat mir super gefallen. Sie schreibt so herzerfrischend, so ehrlich und so ungeschönt. So herrlich schnodderig und (offenbar) aus dem Leben gegriffen, und man kommt nicht umhin, sie und auch ihre Schüler irgendwie zu mögen. Frau Freitag hat übrigens auch ein sehr tolles Blog, das den Büchern in nichts nachsteht!

Antoinette van Heugten – Mutterliebst  
Selten beknacktes Buch, das ich nur gelesen habe, weil es das eBook bei Amazon mal gratis gab und das WLAN im Urlaub nicht so wollte wie ich und Lesestoff daher etwas mager war. Die Grundidee ist spannend: Ein Autist wird beschuldigt, einen anderen Autisten in einer psychiatrischen Klinik umgebracht zu haben. Die Mutter des beschuldigten Jungen ist sicher, dass ihr Sohn unschuldig ist und versucht, Beweise hierfür zu finden. Leider ist diese Suche spätestens ab dem 2. Buchdrittel nicht mehr spannend, sondern einfach nur langweilig und unrealistisch, und ein Klischee reiht sich an das nächste. Das letzte Drittel ist der Gipfel der Langatmigkeit, eine einzige Gerichtsverhandlung, die in epischer Länge und Breite dargelegt wird. Und die Autorin spart nicht an „Jawohl Euer Ehren!“, „Nein, Euer Ehren!“, „Einspruch!“ usw. *gäääähn*

Enid Blyton – The Twins at St. Clares 
Die englischsprachige Originalversion von Hanni & Nanni. Einige Leser wird es vielleicht überraschen, aber das, was man hierzulande kennt ist eine nicht nur übersetzte, sondern regelrecht eingedeutschte Version der „Twins at St. Clares“. Dies ist nämlich der Institutsname im Original (nicht „Lindenhof“). Die Zwillinge heißen eigentlich auch Pat & Isabel, die Serie spielt in den 40ern in einem anglikanischen Internat, und bis auf die Namen wurden auch bstimmte Umstände einfach dem Deutschen etwas angepasst und das ganze Handlungssetting insgesamt modernisiert. Seit ich dies vor ein paar Jahren rausbekommen habe, wollte ich schon immer mal die Originalversion lesen, und auf dem Kindle ist das so herrlich einfach… Ich muss ganz ehrlich sagen: Die deutsche Version gefällt mir besser, das Original ist schon sehr hausbacken und nicht so pfiffig wie das, was die Hanni & Nanni Leser kennen und lieben.

…und begonnen habe ich mit 11.22.63, aber das wird noch etwas dauern bei einem anspruchsvollen fast-800-Seiten Schinken. Wie schön (oder auch nicht?!), dass man mit dem Kindle immer mal spontan ein kleines Alternatvprogramm einschieben kann!

Übrigens habe ich diesen Monat ausschließlich eBooks gelesen, ich liebe es! <3 Sogar im Urlaub am Strand hatte ich den süßen Kleinen dabei, ich fands großartig. Das Verhalten einiger Kindlebesitzer, dann doch keine Bücher darauf zu lesen, weil ja die eBooks so teuer sind und man sie nicht weiterverkaufen kann, leuchtet mir offen gestanden nicht so richtig ein – das weiß man doch vorher. Und ob ich für ein Taschenbuch nochmal bestenfalls 4 von den ehemals bezahlten 9 bekomme oder mir gleich die englische eBook Version für 5-6 Euro kaufe, das ist für mich Jacke wie Hose.

Allerdings ist  gerade heute doch wieder ein richtiges echtes Hardcover bei mir eingetroffen (der neue Donna Leon, weil  mir 21 (!!) Euro für eine eBook Datei dann doch entschieden zu viel waren und ich aus Gewohnheit jetzt beim 21. Brunetti nicht unbedingt mit der englischen Version anfangen wollte (die es für 6 oder 7 Euro gibt). Außerdem stehen die anderen 20 Bände ja auch schon bei mir im Regal. Ihr versteht schon.). Uh oh, das wird ne Umstellung ;-))

Neuanschaffungen

Enid Blyton – The Twins at St. Clares
Stephen King – 11.22.63
Antoinette van Heugten – Mutterliebst
Frau Freitag – Voll streng, Frau Freitag!
Bentley Kittle – The Disappearance
Sylvia Day – Bared to you

Wie man sieht: Auch nur noch eBooks gekauft :-)

SUB-Stand Anfang / Ende des Monats

Weißchnich / 83?

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18 Kommentare zu “Monatsliste Juli 2012

    • Durchaus :)
      Mag auch sein, dass eReader nicht für jeden geeignet sind. Für mich war es genau die richtige Entscheidung.

  1. Mit Bared to you bin ich auch nicht richtig warm geworden. War besser geschrieben als Fifty Shades, aber alles andere fehlte.

    • Findest du echt besser geschrieben?? Also ich fand Fifty Shades ja sprachlich schon sehr schlicht, aber BTY war mir wirklich zuuu simpel. Ich fand das auch nicht sonderlich spannend oder witzig, und auch vom Aufbau her mehr so „naja“. Trotzdem werde ich den 2. Teil vermutlich doch lesen, schon um zu erfahren, was da noch alles kommen soll, denn diese ganzen Pseudoproblemchen stellten wirklich alles in den Schatten. Das einzige was mir da besser gefiel war dass Eva nicht so schrecklich naiv und unerfahren war. Wogegen im Grunde ja nichts spricht, aber Ana ist ja von der Vorzeigejungfrau zum Sexkitten geworden innerhalb von ein paar Seiten, das war mir dann doch manchmal etwas zu dick aufgetragen ;)

      • Ja, fand ich tatsächlich besser geschrieben. Alleine dass nicht tausend Mal das gleiche Wort wiederholt wird, hat es besser gemacht. Klar ist das auch simpel, aber besser. Aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, da ich Fifty schon vor gefühlten Jahren gelesen habe.
        Und natürlich werde ich den zweiten Teil auch lesen. Und den dritten. Aber ich weiß jetzt schon, dass das never ever an Fifty rankommen wird.

        • Hm OK. Die Wiederholungen haben mich nicht so gestört bzw liest man ja auch selektiv, wenn man ein Buch mag. Also um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht mehr genau, wie idh Fifty Shades sprachlich fand, außer dass es schon sehr schlicht war und ich die Bcher deswegen auch ratzfatz weg hatte.
          Hab aber beide Serien tatsächlich mehr oder weniger hintereinander gelesen und erinnere mich zumindest noch deutlich daran, dass ich die Dialoge sehr gestelzt fand und vor allem diese Pseudohandlung so nervig. Fällt das nun unter „blöde Story“ oder „blöd erzählt“… vermutlich beides. Fand ich ja bei Fifty Shades schon, dass teilweise Probleme konstruiert wurden, die es gar nicht gab, wurde das bei Crossfire wirklich auf die Spitze getrieben, so dass ich ganz oft dachte „Äh, wie jetzt? Wo ist eigentlich das Problem? Worum gehts??“

  2. Maryse hat übrigens eine Liste mit Büchern, die zu Fifty Shades passen.
    http://www.maryse.net/books/el-james/what-to-read-after-fifty-shades.html
    Auf ihrem Blog habe ich Fifty im Januar entdeckt und arbeite mich seitdem durch ihre besten Bücher 2011. Ich bin fast durch und da sind ein paar richtig, richtig gute dabei. Alleine die ersten sieben sind klasse!
    http://www.maryse.net/books/my-favorite-books/maryses-top-twenty-list-of-favorite-books-of-2011-too-good-to-archive.html

    • Aaaah danke, kenne ich noch gar nicht! Also das Blog schon, das schätze ich wegen der wirklich so gut wie lückenlosen Reading Order Liste. Wann auch immer ich wissen will, welches die Reihenfolge irgendeiner Serie ist – Maryse weiß es!
      Da muss ich mich wohl mal intensiver durcharbeiten. Wobei ich sagen muss, das ist ja immer so eine Sachen mit Büchern „ähnlich wie“… Ich habe mit einigem Entsetzen festgestellt, dass es inzwischen eine ganze Schwemme von „Sexy Billionaire“ Romanchen gibt. Dabei ist Christian so einzigartig! ;) BTY hab ich ziemlich schnell nach Fifty Shades gelesen, einfach weil ich es nicht fassen konnte, dass die Serie schon vorbei ist. Hab dann aber schnell gemerkt, dass es eben nur ein Original geben kann und erstmal entnervt Abstand genommen von „ähnlichen“ Büchern (zumal das meiste Angebotene bei oberflächlicher Betrachung wirklich Groschenromanniveau ist). Aber vllt war das auch einfach nur besonders schlecht und es gibt ein paar gute Kopien. Hast du da noch mehr von der Liste gelesen?

        • Ja, alle BDSM-Bücher. Aber das Thema muss man entweder mögen oder nicht. Das ist ja nicht so deins, wenn ich mich richtig erinne. Die vorgeschlagenen sind aber definitiv die bessern.
          Thoughtless und Effortless – sind auch auf der 2011er Liste und absolut empfehlenswert. Beautiful Disaster ebenso.
          Die Megan Hart Bücher hab ich auch gelesen. Waren nicht schlecht, aber nicht so ganz meine Kragenweite.
          Und weiter unten noch Wicked Ties von Shayla Black. Auch wieder BDSM. Sind ganz okay. Ist eine Serie mit besseren und schlechteren.

          • Ja also ich hatte vor Urzeiten mal einen Versuch mit irgendeinem BDSM Roman (deutsche Autorin, hab aber verdrängt wer das war) und fand das schrecklich. Hab damals aber auch generell gar keine Erotikromane gelesen und fand die bestenfalls peinlich. Drauf gekommen bin ich dann durch die Highlander Romane von Moning (und den ersten davon hab ich auch nur gelesen, weil ich sicher war, dass man da prima drüber ablästern könnte).
            Ich würde auch 50 Shades gar nicht so sehr als BDSM bezeichnen, denn außer im 1. Band hab ich das als nicht so wirklich dominierend (haha!) empfunden, das lief ja dann mehr so nebenher. Aber mittlerweile denke ich, dass mir sowas doch gefallen könnte bzw ich ein bisschen auf den Geschmack gekommen bin und hab da auch ne kleine Kindle Wunschliste angelegt. Shayla Black ist glaub ich auch dabei.

  3. Fifty Shades hat meiner Ansicht nach auch nicht wirklich viel mit BDSM zu tun. Wenn du da aber mal reinlesen willst, würde ich Cherise Sinclair empfehlen. Am ehesten vielleicht Master of the Mountain. Aber von ihr ist generell alles gut. Gehört in die Kategorie BDSM-Romance und ist nicht ganz so hardcore wie manch anderes was ich da schon gelesen habe. Ein guter Einstieg ins Thema.

      • Ja stimmt, da bin ich auch schon fündig geworden wie zB als ich mal wirklich spannende Bücher mit Plot Twists gesucht habe. Bin da zwar nicht angemeldet, aber durch Google kommt man da auch drauf.

    • Da bin ich froh, dass nicht nur ich das so sehe. Ich bin schon total genervt seit die Serie auf Deutsch erschienen ist bzw der erste Teil und wirklich JEDE Zeitung in der Onlineausgabe einen Bericht drüber verfassen muss, wieso Frauen auf einmal alle dieses Buch über die totale Unterwerfung so toll finden. Gnaaa!!
      Und ich glaube tatsächlich, dass ich das ganze Hardcorezeugs auch nicht mögen würde, aber ich wühle mich wirklich auch mal durch die Liste bei Maryse, danke für den Tipp!

  4. Was ich noch sagen wollte: Maryse hat alle paar Wochen auch immer eine Liste mit ebook freebies. Da hattest du doch auch mal danach gesucht. Die Links, die sie hat funktionieren allerdings mit einem deutschen amazon-account nicht. Es geht aber wenn du beim deutschen amazon den Buchtitel eingibst, die sind da meistens auch umsonst.

    • Ich weiß, ich schaue auch fast täglich auf beiden Amazons nach interessanten Freebies :-)
      Man kann problemlos die US Seite nutzen, wenn man einfach eine echte oder unechte Adresse in den USA angibt und unter Mein Kindle/Ländereinstellungen dann diese einstellt. Dann muss man noch sein Konto mittels 1x Knöpfchen drücken „transferieren“, et voila. Das kann man dankenswerterweise beliebig oft auch wieder rückgängig machen, ich switche öfters zwischen den Konten. Meistens lohnt es nicht wirklich, da die Preise ziemlich genau umgerechnet werden, aber einige Titel sind tatsächlich nur bei .com erhältlich, und einmal hab ich sogar zufällig entdeckt, dass ein Buch auf .de sage und schreibe 10,80 Euro kostete, das ich dann auf .com für umgerechnet 4,20 bekommen habe. Aber das ist wohl eher die Ausnahme.

  5. Frau Freitag war eine echt gute Überraschung!! Ich kannte sie gar nicht, hab ich mir erst ihres Blog angeguckt (super geschrieben, gutes Musikgeschmack, lustig.. was kann man mehr wollen?) und jetzt wird ich mir sofort was bestellen. Meine Eltern waren auch übrigens Lehrer, es kommt mir also auch alles ziemlich bekannt vor… Richtig toller Tipp, danke!!!

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