Playing with Fire

Da ich nach 12 Karen Moning Büchern (davon 5 innerhalb von weniger als 4 Wochen) richtig Blut geleckt hatte im Bereich Paranormal Romance und leider bisher nur diese 12 Bücher der Autorin erschienen sind, habe ich mich auf die Suche nach „Ersatz“ gemacht (obwohl Helden wie Jericho Barrons ♥ und Dageus McKeltar ♥ natürlich sowieso einmalig sind, oft kopiert und nie erreicht!). Bei meinen Recherchen stieß ich u.a. auf Playing with Fire. Der Plot hörte sich interessant an, der Schreibstil schien witzig zu sein, und es ist in der 1. Person geschrieben – ich liebe diese Erzählweise und bevorzuge Bücher, die in der „Ich-Form“ geschieben sind.

Es fing dann auch wie erwartet lockerflockig an. Die 24jährige Heldin Belle Jamison war mir direkt sympathisch mit ihrem lockeren Mundwerk und ihrer Unangepasstheit bzw. Schusseligkeit.
Der Plot: Durch ein „Versehen“ schüttet ein Wissenschaftler eine Substanz in Belles Kaffee, welche sie zunächst bewusstlos werden lässt und ihr darüber hinaus übermenschliche Kräfte verleiht: Sie kann die 4 Elemente beherrschen. In der Praxis sieht das so aus, dass durch ihre Gedanken bzw. Emotionen zB Wind, Eis, Feuer oder Regen hervorgerufen werden können.
Da Belle diese Fähigkeiten noch nicht kontrollieren kann, stellt sie eine Gefahr für andere dar und soll von dem schnieken PSI-Agenten Rome „neutralisiert“ (sprich: getötet) werden. Weil Belle aber ebenso schnieke ist, verliebt sich Rome unsterblich in sie und beschließt, sie zu retten und für seine Zwecke einzusetzen. Namentlich die Rettung seiner kleinen Tochter Sunny vor anderen bösen Mächten.

Sobald sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, entbrennt Belle sprichwörtlich für sexy Rome… Und da liegt auch der Hund begraben: Die gegenseitige Zuneigung kann nicht ausgelebt werden, da Belle beim kleinsten Anflug von Wut oder Lust Flammen schlägt. Ein Jammer!!
Was mir so ein bisschen gefehlt hat in diesem Buch waren echte Konflikte. Die beiden Helden verzehren sich nacheinander, und es fällt ständig das Schlagwort „when this is over…“ (…gehen wir endlich mal miteinander in die Kiste). Und als Leser fragt man sich – ja warum eigentlich? Warum nicht jetzt? Was muss over sein? Denn die Sache mit dem Feuer löst Rome relativ schnell auf geschickte Art und Weise. Was hindert die beiden also? (Als es dann irgednwann doch endlich mal dazu kommt, sind die Sexszenen leider ziemlich… naja. Abgedroschen wäre eventuell das richtige Wort.)

Im weiteren Verlauf der Geschichte tauchen noch etliche Pseudoproblemchen in Form von Ex-Frauen und dergleichen auf. Aber mir war das alles zu oberflächlich. Vermisst habe ich außerdem eine sich langsam aufbauende Spannung zwischen den beiden. Vllt bin ich von Moning zu verwöhnt, aber in ihren Romanen gibt es immer dieses unsichtbare Gummiband zwischen den Protagonisten: Die Mädels sträuben sich, und zwar oft mit gutem Grund zum Misstrauen – aber nach und nach erliegen sie dann doch dem Charme des breitbrüstigen Helden, der im Grunde seines Herzens ein netter Kerl ist.
Bei Rome und Belle habe ich das nicht so empfunden. Da war das einzige Pseudoproblem die Sache mit dem Feuer. Außerdem hat mich Romes Gequatsche ein bisschen genervt. Er nennt Belle immer „Baby“, das kann ich gar nicht haben. Überhaupt war er mir ein bisschen zu seicht und zu „nett“. Zwar knackig und sexy, aber manchmal hat er auf mich eher wie ein liebenswerter Trottel gewirkt, und ich glaube kaum, dass das so beabsichtigt war.
Spannend fand ich dagegen das Geheimnis um Romes Identität. Es wird mehrfach angedeutet, dass er zu Beginn seiner Agententätigkeit an einem Experiment teilnahm, durch welches seine DNA veränderte. Dadurch erklären sich zB er in der Dunkelheit sehen kann. Ich als noch etwas ungeübte Paranormal Romance Leserin war daher auch sehr überrascht, als schließlich enthüllt wurde, dass Rome ein Gestaltwandler ist und ab und zu als Jaguar in Erscheinung tritt. Noch mehr überrascht hat mich die Tatsache, dass mich dieser Umstand überhaupt nicht erschüttert hat – war doch dieser ganze Magier-Gestaltwandler-Pipapo noch vor gar nicht langer Zeit etwas, was in mir einen starken Fremdschämreflex hervorgerufen hat. Aber inzwischen hat wohl der Gewöhnungseffekt eingesetzt.

Ein insgesamt sicherlich nettes Buch mit liebenswerten Charakteren, das allerdings etwas arg seicht und ohne sonderlich glaubhafte oder interessante Konflikte vor sich hin plätschert und mehr oder weniger von Belles witziger Erzählweise lebt. Leider auf gar keinen Fall Moning-ersatzwürdig. Vielleicht lese ich trotzdem irgendwann mal die Fortsetzung Twice as Hot.
Das Buch ist bisher nur in Englischer Sprache erschienen.


Gena Showalter – Playing with Fire
Harlequin, Oktober 2009
ISBN 0373773919
384 Seiten

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