Elli gibt den Löffel ab

Selten blödes Buch! Titel, Beschreibung und Cover ließen einen schwung- und humorvollen Roman im Stile der „Papa“-Bücher von Dora Heldt erwarten. Leider habe ich für meinen Geschmack gar nichts davon bekommen. Leider schon wieder schlechtes Verlagsmarketing, das übers Ziel hinausschießt und den Leser bloß enttäuscht. Leider falle ich immer wieder drauf rein. Schon der Schreibstil ist unheimlich hölzern und wirkt sehr gekünstelt. Die Figuren, allen voran Elli, wirken wie gewollt und nicht gekonnt, und auch die Handlung will nicht so recht in die Gänge kommen. Ich vermisse Schwung & Schmackes, statt dessen plätschert alles so vor sich hin.

Elli ist völlig überzeichnet, wird mit ihren gerade mal 60 Jahren (ich finde das nicht wirklich „alt“!) als tattrige Alte dargestellt – völlig an der Realität vorbei! Humorvoll fand ich das Buch überhaupt nicht bzw WENN es das ist, dann gehts leider knapp an meinem Komikzentrum vorbei. Das Lustigste war noch der Buchtitel.

Erst ganz am Schluss kommt allmählich etwas Fahrt auf, und wenn man sich bis dahin durchgegähnt hat, so bekommt man wenigstens den Eindruck einer verschmitzten und lebensbejahenden Dame, die ihr Leben selbst in die Hand nimmt. Fragt sich nur, wieso das nicht gleich so sein konnte und der Leser mit gut 300 Seiten Gejammer gelangweilt werden musste.

Herbe Enttäuschung, den Vergleich mit Dora Heldt kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

Tessa Hennig – Elli gibt den Löffel ab
List Taschenbuch Verlag, März 2011
ISBN 3548610498
384 Seiten
8,99 Euro