Cover-Unfälle, Teil 8

Kennste eine, kennste alle!
Das zumindest suggeriert die verblüffend uniforme Gestaltung dieser Buchcover. Ob das nun wirklich Sinn der Sache ist?




Ein Frauengesicht. Gerne auch nur ein halbes (Augen- oder Mundpartie). Federn, Schmetterlinge oder Blumen als Deko drüber gestreut. Dazu meistens noch zwei Reizwörter auf dem Titel: „Liebe“ und „unsterblich“ – und fertig ist das YA-Fantasy Cover!

(Das Traurige ist, dass zumindest Anne Rice da ja nun so gar nicht reingehört, aber anscheinlich dem Vereinheitlichungswahn des Verlagsmarketings zum Opfer gefallen ist.)

25 thoughts on “Cover-Unfälle, Teil 8

  1. Da kann ich dir nur Recht geben.
    Zuerst fand man die Bildchen ja noch ganz schön, weil Frauen allgemein doch eher ästhetisch sind und besonders die Augen immer gut ankommen. Aber nun reicht es doch wirklich. Was mich da besonders stört, ist, dass die Cover meist überhaupt nichts mit dem Buch zu tun haben. Sehr enttäuschend!

  2. Normalerweise finde ich ja solche Trends nur lächerlich, auch weil Cover mich kaum in Kaufentscheidungen beeinflussen. Aber gerade bei Anne Rice könnte ich jedes Mal vor Wut in eine Tischkante beissen. Da ist es ja sowas von total deplatziert. Aber auch der Titel (ist ja eine Neuauflage von Armand der Vampir) ist schon schrecklich. Und beides zusammen spricht meiner Meinung nach auch völlig die falsche Zielgruppe an.

    • Was, das wusste ich gar nicht! Das soll „Armand der Vampir“ sein?! Woah… das ist ja eine richtige Frechheit!

      Die Originalcover zu den jeweiligen Büchern sehen schon reichlich anders aus und ich glaube auch nicht, dass die sich alle so ähneln. Schade wirklich, dass sowas hier immer so vereinheitlicht wird.

  3. Schlimmer ist es noch, wenn die Person vorn auf dem Cover nicht mal annähernd an die Person im Buch erinnert. Oder immer die gleiche Person in immer neuen Ausschnitten. Aber ansonsten kann ich es auch langsam nicht mehr sehen. Bei YA scheint generell zu gelten, je bunter und quietschiger – auffälliger eben – desto besser.
    Allerdings sind einige Bücher da oben nicht unbedingt YA geeignet ;)

  4. Ich weiß nicht mal, welcher Teil der Hungergames-Trilogie „Gefährliche Liebe“ sein soll, obwohl ich alle 3 Bände gelesen und geliebt habe – nicht nur das Cover ist also völlig daneben, auch der deutsche Titel (Hunger Games, Catching Fire, Mockingjay…von Dangerous Love oder ähnlichem sehe ich das nix). Argh.

    • Mich persönlich interessiert diese Serie wirklich nullkommanulgarnicht, aber ich glaube, das ist der 2.

      Bemerkenswert ist übrigens auch das diese Ähnlichkeit hier:

  5. Die Ähnlichkeiten sind echt mal wieder bemerkenswert. Bemerkenswert ist auch, dass Panem irgendwie als komplett anderes Buch vermarktet wird als es tatsächlich ist. Wieweit sowas sinnvoll ist … naja. %-) Ich hätte es auf alle Fälle rein nach dem deutschen Cover und der Vermarktungsstrategie nicht mal mit der Kneifzange angefasst – und das wär schade gewesen.
    So gesehen finde ich diese ganzen ähnlichen Cover ja eher abschreckend, aber anscheinend vermarkten sich Bücher allgemein ganz gut, wenn sie sich zumindest äußerlich in eine Schema pressen lassen …

  6. Aus Design-Sicht gesehen – sorry, ich bin Designer und schaue deshalb vllt. etwas anders auf die Cover – sind sie alle ziemlich gut gelungen. Das heißt natürlich nicht, dass sie deshalb jetzt gut zum Buch passen, bei den meisten kann ich vom Inhalt her nichts sagen, aber sie sehen zumindest ansprechend aus – sicherlich ist hier viel Ähnlichkeit dabei. Schlimmer hingegen finde ich, wenn z.B. die Hauptfigur blond ist, das Cover aber dunkelhaarige Figuren zeigt, gleiches auch mit Hautfarbe. Das die Cover so schrill sind, gut, das ist die Zielgruppe, jugendlich eben. Die Bücher müssen in der Masse von x-tausend im Buchladen auffallen, das ist eben eine Marketingstrategie der Verlage, und diese scheint ja ganz gut zu funktionieren (es geht doch eh nur ums verkaufen) … wir hier alle fallen da doch sowieso raus, wir sind Vielleser, ich denke, es geht eher darum, die weniger lesenden Leute anzulocken.

    • Ich bin auch Designer und habe mit keinem Wort gesagt, dass die Cover (alle) schlecht sind. Aber einfallslos finde ich die schon. 16 Bücher. 16 mal der gleiche Stil. Wie anspruchslos kann man sein? Abgesehen davon sind die auch gestalterisch nicht sonderlich anspruchsvoll, sondern teils überladen mit Photoshop Brushes und Effekten. Gerade WEIL ich manchmal vllt sehr visuell orientiert denke, frage ich mich, wieso macht man sowas? Sicher, man muss/will/soll Leser anlocken. Ob Viel- oder Wenigleser, sei mal dahingestellt.
      Es entspricht jedenfalls nicht meinem Verständnis von guter Gestaltung, einem Produkt quasi irgendein Outfit zu verpassen – Hauptsache es passt zu dem, was der Markt will und nicht zu dem, was das Buch/Produkt ausmacht.

      • Da magst du schon recht haben, aber sicherlich weißt du dann auch, dass sowas selten Designer entscheiden, sondern die GFs ;-).
        Da muss ich aber ehrlich sagen, dass ich da manches englische Cover um Längen schlimmer finde. Die, für Blinde, Titel und Autorname über das gesamte Cover in Riesen-Schrift, gedruckt *schüttel*.
        Aber vllt muss man auch davon ausgehen: Es ist doch viel einfacher, nur einen Ausschnitt, z.b. Augen zu nehmen und da noch paar Stil-Elemente drüber, paar Filter etc. fertig. Klar ist das irgendwo einfallslos, aber es scheint sich gut zu verkaufen …

        • Natürlich weiß ich, dass es da Vorgaben vom Marketing gibt. Ich kritisiere auch nicht die Grafiker, sondern eben diese Marketingabteilungen, die anscheinend lieber auf den „Kennste eins, kennste alle“-Effekt setzen als das Buch angemessen individuell vermarkten.
          Dass die meisten dieser Cover in meinen Augen sehr anspruchslos (wenn auch nicht unbedingt unästhetisch) sind, stimmt zwar, aber das ist mein persönlicher Geschmack :-)

          (Die Cover englischsprachiger Bücher finde ich meistens sehr viel schöner!)

  7. Die Verlage folgen halt leider dem Muster „Was sich einmal verkauft, geht bestimmt noch ein 2., 3. 100. Mal“. Schön find ich die Cover aber trotzdem *g*
    Die Ähnlichkeit zwischen den Tributen und der Einsamkeit der Primzahlen hat ja auch schon das Börsenblatt herausgestellt, ich finde aber die Ähnlichkeit von ersterem und dem Buch „Hexenheide“ viel bemerkenswerter…

  8. Ach die Frauengesichter. Gehen mir langsam auch ziemlich auf den Zeiger. Bei Evernight, Panem oder Faunblut fand ich es noch schick. Mittlerweile langweilt es mich. Die Ähnlichkeit bei Panem und Die Einsamkeit der Primzahlen ist mir damals gleich aufgefallen und ich hab die Bücher auch miteinander verwechselt. Und das ist wirklich sinnfrei.

  9. Ich finde ja die Panem Bücher gut gestaltet *asche auf mein Haupt* Das Cover des ersten Bandes passt auch gut zur Story (Wald in der Arena, verstecken müssen etc., das fand ich jedenfalls als ich das Cover damals nach Erscheinen gesehen und gelesen habe) Und auch den Titel „Gefährliche Spiele“ finde ich jetzt nicht soo abwegig. Schade allerdings, dass die Untertitel der folgenden Bände nicht viel mit mit dem Originaltitel zu tun haben, aber doch wenigstens mit der Story (zumindest beim zweiten Teil, den dritten habe ich noch nicht gelesen, kannst mir aber durchaus vorstellen).
    Aber ich muss auch sagen, dass außer Panem mich von den gezeigten Bücher nichts reizt. Die sehen mir alle zu sehr nach Feen, Elfen, Geistergeschichten aus, und das ist nicht mein Genre. Das schreckt mich eher ab, da mag die Geschichte noch so toll sein.

    Dass da zur Zeit pro Genre eine Covergestaltung kursiert, hast du ja auch mit anderen Beiträgen schon herausgestellt. In erster Linie müssen die Verlage auch verkaufen (das klingt jetzt so oberlehrerhaft, ist aber nicht so gemeint, schließlich weißt du das ja selbst), und zumindest die großen Publikumsverlage setzen da halt auf Masse. Bei den kleinen, unabhängigen Verlagen wird man so ein Cover eher nicht finden.
    Außerdem scheint der Markt ja durchaus an einheitlicher Covergestaltung interessiert zu sein. Ich weiß noch, was für ein Aufschrei nicht nur durch die Bloglandschaft schwabbte, als Piper das Layout änderte ;-) und nicht mehr alle Bücher einheitlich ins Regal passten. Ich hatte damals eine Kundin im Laden, die mich total angeblafft hatte, warum ich jetzt nicht auf der Stelle, samstags, bei Piper anrufen kann, um da zu fragen, ob sie dieses und jenes Buch nicht noch in einer alten Auflage hätten.
    Wie Rishu schon sagte: verkauft sich gut, verkauft sich sicherlich noch ein 2. und 3. und 16. Mal. Mein Fall ist es nicht, außer den Panembüchern (die aber, vorurteilsbeladen wie ich bin, gaar nicht in diese Reihe passen *g*).

    LG,
    Mondscheinblume

    • Das eine hat doch mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Es ist ein ganz gewaltiger Unterschied, ob man sich darüber ärgert, dass ein Verlag generell bei ALLEN Büchern sein Layout komplett umstellt (und das im Regal dann doof aussieht, nachdem man jahrelang alles so angeordnet hatte) oder ob 15 Bücher von 11 Verlagen und 12 Autoren ein- und dasselbe Schema der Gestaltung aufweisen.

      • Hatte ich das gar nicht geschrieben? Upss, tatsächlich. Ich wollte noch sagen, dass es sicherlich was anderes ist, aber der Vergleich sich gerade so aufgedrängt hat. Sorry, das hatte ich dann wohl vergessen.
        LG,
        Mondscheinblume

    • Genau, ich finde ja, bei historischen Romanen ist das sowieso ganz extrem. Darüber hatte ich auch mal was: https://bibliomanie.wordpress.com/2008/06/06/cover-unfalle-teil-2/
      Eventuell sind in diesem Genre die Gestaltungsmöglichkeiten tatsächlich etwas begrenzter, aber gibt es überhaupt noch historische Romane, die KEINEN Frauenkörper-ohne-Kopf oder eine Frauenhand auf dem Cover haben?
      Das schreckt mich leider total ab – zumal einer meiner ersten historischen Romane „Die Wanderhure“ war. Und der war soooo schlecht, dass ich lange, lange, lange um alles einen weiten Bogen gemacht habe, was so ein Cover hatte.

  10. Das Praktische an dieser Art der Covergestaltung ist ja aber auch, dass man gleich weiß, welche Bücher man nicht lesen muss. ;-) Zumindest habe ich für mich festgestellt, dass mich solche Bücher (momentan) überhaupt nicht mehr reizen.

  11. Ich kann da Nina nur zustimmen. Vllt ist das ja die „geheime“ Rache der von der Marketingabteilung gegängelten Grafiker, dass sie einem großen Teil der Leser gleich mal zeigen, wo sie gar nicht erst zugreifen brauchen ;-) Oder es gab da so eine aufregende Stunde im Grafiker-Kurs.. Wie gestalte ich das absolute Oberhammer-Buchcover? Mit nur einem Anschauungsbeispiel.. OK, das war gemein, nehme ich zurück.. Ich lese übrigens gerade J.S.Foer „Alles ist erleuchtet“, da besteht das Cover nur aus Buchstaben, das ist auch langweilig..

  12. Boah, wie puzzelst Du das immer nur alles zusammen? Wie fallen Dir diese Ähnlichkeiten bei so vielen Büchern auf? Jetzt, wo ich die so gehäuft sehe, merke ich das auch erst. Wahrscheinlich, weil ich so gar nicht auf Cover achte….

    LG,
    JED

    • Mir fällt es auf, weil ich auf sowas achte (vllt Berufskrankheit). Sticht mir schon ins Auge, wenn ich durchs Buchblogs surfe und überall diese Buchcover sehe…

  13. Mich nerven die ewig gleichen, langweiligen Cover auch, aber die Signalwirkung kann man ihnen nicht absprechen: Man weiß sofort, mit was für einer Art Buch man es zu tun hat – egal, obs jetzt wie hier um YA-Bücher, um historische Liebesromane oder um historische Romane etc. geht.

    Ziel eines Publikumsverlags ist es einfach nicht, individuell zu sein, sondern möglichst viele Exemplare eines Titels zu verkaufen, und dazu muss man halt massenkompatibel sein. Insofern ist „Kennste eines, kennste alle“ wohl leider schon Sinn der Sache, denn auch, wenn wir Leser uns alle drüber aufregen, dass die Cover so gleich und einfallslos und teilweise auch geschmacklos sind, hat der Verlag sein Ziel erreicht, dem potenziellen Kunden auf den ersten Blick deutlich zu machen, dass hier ein Buch liegt, das ins Beuteschema passt. Und wir kaufen die Bücher ja trotz der Cover. (Was sollen wir auch machen!)

    Übrigens finde ich, dass das in den USA nicht wesentlich anders ist als hier – auch dort haben die meisten Bücher eines Genres unverkennbare Ähnlichkeiten, auch wenn es zugegebenermaßen mehr positive Ausreißer gibt. Manchmal frag ich mich, ob wir die Cover der fremdsprachigen Ausgaben vielleicht nur deshalb weniger schlimm finden, weil wir ihnen nicht an jeder Ecke begegnen.

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