Brezeltango

Brezeltango ist ein witziges Buch und gut geeignet für Leute die gerne lesen (ich habs getan, ha!!).

Wie schon der Vorgänggerroman Laugenweckle zum Frühstück baut auch die Fortsetzung auf das bewährte Schema lustiges Frauenromanchen goes Schwäbisch.
Natürlich reden nicht alle Personen Schwäbisch, sondern nur ein paar Nebenfiguren, so dass auch Neig’schmeckte wie ich der Handlung bequem folgen können ohne Wörterbuch.

Die schrille und etwas lethargisch veranlagte Pipeline aus Band 1 ist immernoch auf Jobsuche arbeitslos, immer noch glücklich mit ihrem Traummann und Ex-Nachbarn Leon verbandelt – und immernoch Stuttgarterin mit Leib und Seele und fundierten Ortskenntnissen – ich fühlte mich während des Lesens gleich zu Hause bei so vielen Originalschauplätzen!
Die Geschichte an sich ist weniger spektakulär als Teil 1 (aber das isses ja meistens, wenn Beziehungen schon etwas gefestigter sind), zeichnet sich aber durch pointenreiche, teils slapstickartige Episoden aus, die der ansonsten eher inhaltsarmen Geschichte ein lesenswertes Buch mit viel Witz machen. Ich habe beim Lesen mehrmals laut lachen müssen.

Frau Kabatek spart nicht an Klischees, die genüsslich breit getreten werden – sei es die schwäbische  Kehrwochenüberwacherin im Mietshaus in Stuttgart West, sei es die klassische Einteilung Großstadtsingle vs. Vororthausfrau. Mit diesen Klischees wird gekonnt jongliert, um sie teilweise aufzubrechen und ins Lächerliche zu ziehen.

Am Schluss wird nochmal ein ordentlicher Showdown hingelegt, der zu einem in meinen Augen etwas unbefriedigenden Friede-Freude-Eierkuchen-Schluss führt (äääh…man könnte auch „Happy End“ sagen, aber dieser Begriff war mir eben kurzzeitig entfallen).
Der Brezeltango hat mich wirklich gut unterhalten, es ist ein „klassischer“ Frauenroman mit einer liebenswert chaotischen Heldin“wie du und ich“ und ganz besonderer gemütlich-schwäbischer Note. Jedoch reicht er nicht ganz an den Vorgängerroman heran. Ich fand Brezeltango streckenweise zu slapstickhaft, zu überdreht und zu unglaubwürdig. Stilistisch habe ich mich oftmals stark an Steffi von Wolff erinnert gefühlt, die ja sehr comedylastig schreibt und weniger Wert auf Situationskomik legt als auf extrem abgedrehte Handlungsstränge.

Dennoch wirklich gute Unterhaltung auf hohem Chicklit-Niveau – und der Schluss schreit geradezu nach einer weiteren Fortsetzung!

Elisabeth Kabatek – Brezeltango
Silberburg Verlag
ISBN 3874079848
12,90 Euro

One thought on “Brezeltango

  1. Pingback: Kuriose Suchanfragen Tel XVII « Bibliomanie

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.