Gastrezension: Ruchlos

Tatort: Dresden
Einwohner: 517.052
Bundesland: Sachsen

Autorin: Beate Baum
Ermittler: Kirsten Bertram, Andreas Rönn

Diese Gastrezensenion wurde verfasst von: Grete

Kirsten Bertram ist Journalistin bei der „Dresdner Zeitung“. Eines Abends erhält sie in der Redaktion den Anruf eines verängstigten kleinen Jungen. „Der Ops sieht so komisch aus“, erzählt er ihr. Gemeint ist der Uropa des Kleinen und Kirsten muss kurz darauf vor Ort feststellen, dass der „Ops“ nicht komisch, sondern vor allem tot aussieht. Doch warum hat der kleine Junge in der Redaktion angerufen?
Bald stellt sich heraus, dass der Verstorbene ein häufiger Gast in der Redaktion war, hauptsächlich, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Dies hat ihm redaktionsintern den Spitznamen „Der Querulant“ eingebracht. Und auch kurz vor seinem plötzlichen Tod hatte er etwas Dringendes mitzuteilen.
Kirsten Bertram kommt die Angelegenheit seltsam vor und ihr Gefühl täuscht sie nicht: Der alte Mann ist keines natürlichen Todes gestorben.
Doch wer steckt dahinter?
Die Neo-Nazis, die schon bald Kirsten und ihren Lebensgefährten bedrohen?
Oder womöglich doch jemand ganz anderes…?

Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten, mit dem Buch „warm“ zu werden. Es ist in der Ich-Perspektive geschrieben und der Stil ist doch recht nüchtern, manchmal schon fast zu distanziert. Doch insgesamt ist die Geschichte gut durchdacht und wartet auch immer wieder mit überraschenden Wendungen auf.
Man merkt, dass die Autorin sich nicht nur im Redaktionsalltag einer Zeitung recht gut auskennt, sondern auch in Dresden selbst. Die Handlung ist wunderbar in die Stadt integriert, typische Sehenswürdigkeiten dienen als Kulisse.

„Ruchlos“ gehört zu einer Reihe von Büchern rund um die beiden Journalisten Kirsten Bertram und Andreas Rönn. Das wird beim Lesen auch recht schnell deutlich, denn immer wieder tauchen Anspielungen auf vorhergehende Geschehnisse auf und an manchen Stellen wird offenbar auch vorausgesetzt, dass der Leser die Vorgeschichte kennt. Das hat mich einige Male sehr genervt und ich hätte mir gewünscht, dass die Bücher doch noch unabhängiger voneinander wären, denn für mich war dies nun das erste Buch von Beate Baum und es wäre schon schöner gewesen, wenn ich mich nicht ständig hätte fragen müssen, warum jetzt wer mit wem welche Probleme hat. Auch erscheinen mir manche Verhaltensweisen der Protagonisten schlicht nicht nachvollziehbar, was aber wiederum daran liegen könnte, dass einfach das Wissen um die Vorgeschichte fehlt.
Im Normalfall hätte ich die Bücher der Reihenfolge nach gelesen und so vielleicht doch noch etwas anders bewertet.

Alles in allem kann man „Ruchlos“ natürlich unabhängig von den anderen Baum-Büchern lesen. Die Geschichte ist zeitgemäß, nicht langweilig und gut strukturiert. Die Protagonisten sind interessante Charaktere, über deren Sympathiewert sich sicher streiten lässt. Doch durch den manchmal abflachenden Spannungsbogen und die Anspielungen auf die vorhergehenden Bücher reicht es meiner Meinung nach nicht für eine Spitzenbewertung, es fehlt einfach das gewisse Etwas, das ein richtig guter Krimi braucht und so gebe ich 3 von 5 Sternen.

Anmerkung: Diese Rezension gibt nicht die Meinung der Blogautorin von „Bibliomanie“ wieder, sondern wurde von einem Gastrezensenten verfasst und auf diesem Blog veröffentlicht!

Beate Baum – Ruchlos
230 Seiten
Gmeiner Verlag
ISBN: 3839210208
9,90 Euro

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Ein Kommentar zu “Gastrezension: Ruchlos

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