Gastrezension: Echo einer Nacht

Tatort: Heidelberg
Einwohner: 145.642
Bundesland: Baden-Württemberg

Autor: Wolfgang Burger
Ermittler: Kriminalrat Alexander Gerlach

Diese Gastrezensenion wurde verfasst von: io

Seit Wochen ist der sechsjährige Gundram verschwunden, die Heidelberger Polizei ermittelt bisher ohne heiße Spur, die Eltern sind verzweifelt und aufgebracht. Kriminalrat Gerlach kämpft mit den Medien, der Staatsanwaltschaft und einem von den Eltern engagierten Privatdetektiv als seine beiden Töchter mit Hinweisen auf einen weiteren verschwunden Jungen aufkreuzen. Ein Serientäter?

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen obwohl es längst nicht so spannend war, wie der Klappentext und auch meine eigene Kurzzusammenfassung vermuten lassen. Burger schreibt in einem sehr angenehmen lockeren Stil, aus der Ich-Perspektive des Ermittlers Gerlach. Er verzichtet dabei auf Gewalt, Blut und allzu drastische Darstellungen, selbst das Verschwinden der beiden Jungen hat mich nicht tief getroffen (obwohl unser Sohn im gleichen Alter ist), sondern das Ganze hat eher die Stimmung eines Sommerkrimis (der im Herbst und Winter spielt …).

Neben der eigentlichen Krimihandlung nimmt auch das private Leben des Kriminalrats eine relativ große Rolle ein, seine bereits erwähnten pubertierenden Zwillingstöchter – Gerlach ist alleinerziehender Vater –  sorgen immer wieder für Wirbel, außerdem seine Affäre mit der Frau seines Chefs und die damit verbundene verzweifelte Suche nach einem gemeinsamen Liebesnest.

Zum Thema Lokalkolorit: Ein regionaler Einschlag ist vorhanden, die Heidelberger Touristenströme werden thematisiert, die Ermittlungen finden in verschiedenen Vororten Heidelbergs statt und besonders die amüsante Wohnungssuche ist typisch für Heidelberg (oder andere kleine, wohlhabende Unistädte) sein. Trotzdem hätte ich mir persönlich etwas mehr Dialekt oder einheimischen Flair gewünscht, um wirklich in die Stadt eintauchen zu können (Vielleicht liegen meine Heidelberger Zeiten aber auch schon zu lange zurück).

Mir hat das Buch gut gefallen, obwohl mich auch einigen Dingen sehr gestört habe, so zum Beispiel die Darstellung der Eltern des Gundram, die mich sofort an die Eltern des im Jahre 2007 verschwundenen britischen Mädchens Madeleine erinnert hat. Kritik gibt es von mir auch an der Auflösung des Falles, da der Leser keine Chance hat, der Lösung selbst auf die Spur zu kommen sondern ihm das ganze einfach ex machina präsentiert wird. Außerdem finde ich den Titel – trotz Erklärung im Buch – nicht wirklich passend zum Fall der verschwunden Jungen bzw. dessen Auflösung.
Trotzdem hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht, einfach wegen des sehr amüsanten und gut zu lesenden Schreibstils Burgers, vermutlich auch, weil ich seit langem mal wieder einen deutschen Krimi gelesen haben, bei dem man doch direkter an der Sprache „dran“ ist. Und ich bin mir eigentlich auch sicher, dass es nicht mein letzter Gerlach-Krimi war – denn der Sommer dauert ja noch ein bisschen an.

Anmerkung: Diese Rezension gibt nicht die Meinung der Blogautorin von „Bibliomanie“ wieder, sondern wurde von einem Gastrezensenten verfasst und auf diesem Blog veröffentlicht!

Wolfgang Burger – Echo einer Nacht
285 Seiten
Piper Verlag
ISBN: 3492252400
8,95 Euro

Seit Wochen ist der sechsjährige Gundram verschwunden, die Heidelberger Polizei ermittelt bisher ohne heiße Spur, die Eltern sind verzweifelt und aufgebracht. Kriminalrat Gerlach kämpft mit den Medien, der Staatsanwaltschaft und einem von den Eltern engagierten Privatdetektiv als seine beiden Töchter mit Hinweisen auf einen weiteren verschwunden Jungen aufkreuzen. Ein Serientäter?

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen obwohl es längst nicht so spannend war, wie der Klappentext und auch meine eigene Kurzzusammenfassung vermuten lassen. Burger schreibt in einem sehr angenehmen lockeren Stil, verzichtet auf Gewalt, Blut und allzu drastische Darstellungen, selbst das Verschwinden der beiden Jungen hat mich nicht tief getroffen (obwohl unser Sohn im gleichen Alter ist), sondern das ganze hat eher die Stimmung eines Sommerkrimis (der im Herbst und Winter spielt …).

Neben der eigentlichen Krimihandlung nimmt auch das private Leben des Kriminalrats eine relativ große Rolle ein, seine bereits erwähnten pubertierenden Zwillingstöchter – Gerlach ist alleinerziehender Vater – sorgen immer wieder für Wirbel, außerdem seine Affäre mit der Frau seines Chefs und die damit verbundene verzweifelte Suche nach einem gemeinsamen Liebesnest.

Zum Thema Lokalkolorit: Ein regionaler Einschlag ist vorhanden, die Heidelberger Touristenströme werden thematisiert, die Ermittlungen finden in verschiedenen Vororten Heidelbergs statt und besonders die amüsante Wohnungssuche ist typisch für Heidelberg (oder andere kleine, wohlhabende Unistädte) sein. Trotzdem hätte ich mir persönlich etwas mehr Dialekt oder einheimischen Flair gewünscht, um wirklich in die Stadt eintauchen zu können (Vielleicht liegen meine Heidelberger Zeiten aber auch schon zu lange zurück).

Mir hat das Buch gut gefallen, obwohl mich auch einigen Dingen sehr gestört habe, so zum Beispiel die Darstellung der Eltern des Gundram, die mich sofort an die Eltern des im Jahre 2007 verschwundenen britischen Mädchens Madeleine erinnert hat. Kritik gibt es von mir auch an der Auflösung des Falles, da der Leser keine Chance hat, der Lösung selbst auf die Spur zu kommen sondern ihm das ganze einfach ex machina präsentiert wird. Außerdem finde ich den Titel – trotz Erklärung im Buch – nicht wirklich passend zum Fall der verschwunden Jungen bzw. dessen Auflösung.

Trotzdem hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht, einfach wegen des sehr amüsanten und gut zu lesenden Schreibstils Burgers, vermutlich auch, weil ich seit langem mal wieder einen deutschen Krimi gelesen haben, bei dem man doch direkter an der Sprache „dran“ ist. Und ich bin mir eigentlich auch sicher, dass es nicht mein letzter Gerlach-Krimi war – denn der Sommer dauert ja noch ein bisschen an.

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