Gastrezension: Hochsaison

Tatort: Alpenraum
Bundesland: Bayern

Autor: Jörg Maurer
Ermittler: Kommissar Hubertus Jennerwein, der als unscheinbar und Ebenbild von Hugh Grant beschrieben wird. Sein Gesicht wäre völlig normal wie 1000 andere auch: sieht man es, hat man es auch schon wieder vergessen.


Diese Gastrezensenion wurde verfasst von: Alex

Das Buch beginnt ganz untypisch für einen Krimi mit einem anonymen Bekennerschreiben. Der Clou: Die Tat wurde noch nicht begangen und der Täter hat sich vorab bereits dazu bekannt. Das fand ich ehrlich gesagt ganz originell und endlich mal eine neue Idee die Geschichte anzugehen. So etwas mag ich, denn gerade bei Krimis kann es doch sehr schnell eintönig werden, weil man das Schema an sich nach dem X-ten Roman kennt und schon das Spekulieren anfängt. Im Buch tauchen auch immer wieder neue Bekennerschreiben auf, unterzeichnet meist mit „Ihr zukünftiger Täter“ o.ä.

Witzig finde ich die gelegentlichen Einwürfe, mit denen unser Zeitalter des Internet auf den Arm genommen wird. Dabei trifft man auch Begriffe wie „Google, Twitter, etc.“. Auch die typische „Dorfmentalität“ der Personen kommt nicht zu kurz. Besonders geschmunzelt habe ich über den Satz: „Bis ein Fachmann festgestellt hat, dass ein Beweismittel nichts beweist, ist es ein Beweismittel.“ Mit diesen kleinen Einwürfen nimmt er immer wieder die Dorfbewohner und Kollegen des Ermittlers aufs Korn. Jeder will etwas zu sagen und zu melden haben und Jennerwein hat es teilweise nicht einfach. Auch der Polizei-Dummy Gisela muss unbedingt erwähnt werden.

Sehr viele alpenländische Begriffe sind mir nicht untergekommen, ausser z.B. „Bäckerei Krusti“ o.ä., ansonsten „dialektfrei“.

Das Buch ist etwas „wirr“ geschrieben meiner Meinung nach. Es passieren mehrere Morde, viele Hinweise, weitere Bekennerbriefe und man wird gehörig in die Irre geführt. An sich nicht schlecht, aber die Spannung hat für meine Begriffe einfach gefehlt. Die verschiedenen Handlungen führen nicht wirklich zusammen und haben mich etwas verwirrt, ich konnte leider nicht wirklich einen roten Faden finden. Schade, denn Potential wäre dagewesen. Der Schreibstil des Autors baut meiner Meinung nach keinerlei Spannung auf. Einzig Einwürfe wie „hätte er das nur ein paar Tage später gewusst“ haben mich ab und an neugierig gemacht auf das, was da noch kommen mag. Ansonsten fiel es mir nicht schwer das Buch zuzuklappen und erst am nächsten Tag weiterzulesen. Es ist sehr kurz und knackig formuliert und geschrieben. Die Gefühlsebene bleibt völlig aus, weshalb für mich keine der beschriebenen Personen im Buch so richtig interessant war. Hochsaison ist im Grunde genommen wie ein Kabarett zu lesen, was einfach Geschmackssache ist. Leider nicht mein Geschmack, trotz allem gebe ich dem Buch aber 3 Punkte.

Anmerkung: Diese Rezension gibt nicht die Meinung der Blogautorin von „Bibliomanie“ wieder, sondern wurde von einem Gastrezensenten verfasst und auf diesem Blog veröffentlicht.

Jörg Maurer – Hochsaison
400 Seiten
Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN: 3596186536
8,95 Euro

One thought on “Gastrezension: Hochsaison

  1. Hihi, ich hab grade erst den ersten Fall von Jennerwein ausgelesen und direkt Hochsaison online bestellt. Ich freu mich schon drauf.

    Gut geschriebene Rezension :)

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