Bei den Brunettis zu Gast

Es war tatsächlich Lecker!
Zumindest das, was ich ausprobiert habe bisher. Ich koche eigentlich nicht soo gerne nach Rezept, sondern lieber frei Schnauze, daher musste es etwas besonders Leichtes und notfalls auch Variierbares sein. Da zumdem Oliven eins meiner 3 Hauptnahrungsmittel ist (die anderen zwei sind Kaffee und Milch), fiel mir die Entscheidung sehr leicht für mein erstes Brunetti-Gerichte: Spaghetti con olive e mozzarella!

Die Zutatenliste war nicht allzu umfangreich oder kompliziert – dies gilt, soweit ich das überblicken kann, für die meisten Gerichte (wenn man mal von einigen Fischsorten absieht). Ledilich gedörrte Oliven konnte ich beim besten Willen nirgendwo auftreiben, da haben es dann auch ganz normale eingelegte schwarze Oliven getan.

Ebenfalls erfreulich schlicht gehalten sind die Zubereitungsanweisungen. Frei-Schnauze-Köchen kommt dies sehr entgegen: Statt „xy Minuten lang kochen, dann nochmal z Minuten auf kleiner Flamme“ enthalten die Rezepte eher gemächliche Hinweise wie „kochen lassen, bis der und der Zustand erreicht ist“. Damit lässt sich doch arbeiten, das lässt Raum für Entfaltung!
Das Buch enthält keinerlei Fotos, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob das ein Nachteil ist oder nicht. Natürlich stellt man sich unter einem Kochbuch meistens etwas reich und appetitlich bebildertes vor, damit man auch weiß, was man da eigentlich kocht. Dies ist aber kein Kochbuch im eigentlichen Sinne, sondern eher eine Hommage an Commissario Brunetti und seine Paola, sowie deren Kochkünste. Ich würde das Buch auch nicht unbedingt als Kochbuch an Hobbyköche verschenken, sondern generell an Brunettifreunde, für die Paolas Rezepte natürlich ein besonderes Schmankerl sind.
Trotz der fehlenden Fotos der Gerichte ist das Buch nicht völlig „unbunt“ – es ist wunderschön illustriert mit Zeichnungen von Tatjana Hauptmann – letztlich passen diese Illustrationen für meinen Geschmak eigentlich besser als Fotos, denn so kann man sich auf den wesentlichen Inhalt konzentrieren: Die liebevoll zusammengestellten Rezepte von Roberta Pianaro und die jeweils vorangestellten Exkurse über venezianische Küche.
Und wenn man dann nach einem Rezept noch dirket nachlesen kann, wie Guido und Paola Brunetti genüsslich den Birnenkuchen verspeisen, den man zuvor selbst zubereitet und verspeist hat, dann… ja, dann scheint die Lagunenstadt gar nicht mehr weit zu sein!

Insgesamt hätte ich mir vielleicht etwas längere Geschichten gewünscht, dafür hätte der umfangreiche Rezepteteil auch gerne minimal kürzer ausfallen dürfen.

Ein Beweisfoto für meinen durchaus gelungenen italienischen venezianischen Abend möchte ich mir nicht nehmen lassen:

Spaghetti con olive e mozzarella
(hab ich inzwischen sogar bereits 2x gekocht – sooo lecker!)

Donna Leon & Roberta Pianaro – Bei den Brunettis zu Gast: Rezepte von Roberta Pianaro und kulinarische Geschichten von Donna Leon
Diogenes Verlag,  Oktober 2009
ISBN: 3257067283
287 Seiten
22,90 Euro

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