Ich habe fertig… äh, aufgegeben

Also ich gebs auf. Ich habs ja wirklich versucht, aber… ich bin das nicht. Ich kann mich mit nichts und niemandem in diesem Buch identifizieren, und so gerne ich auch „abgetaucht“ wäre in diese entlegene, mystische, ferne Welt – es gibt dort keinen Platz für mich.

Bei über 1100 Seiten ist schon klar, dass die Vorlaufzeit etwas umfangreicher ausfallen könnte als bei dünneren Büchern. Aber dass ich auch auf Seite 260 immernoch das Gefühl habe, es ist praktisch nichts passiert, das geht mir zu weit.
Zwar leicht lesbar, aber ein bisschen angenervt war ich dann irgendwann doch von dem ewigen „Oh Göttin“. Zu verwirrt war ich von dem Hin und Her zwischen „Es gibt nur eine Göttin“ und „Alle Götter sind ein Gott“. Und zu kitschig war mir dann doch manches.  Seitenweise (!) gegenseitige Liebesbeteuerungen zwischen Igraine und Uther – spätestens nach dem dritten „Auch du bist meine einzige Liebe, mein Gebieter und mein König. Ich werde dich lieben, solange ich lebe, und nach diesem Leben, solange die Götting will“ hat das doch auch der tumbste Leser kapiert, oder? Und dann übergibt sie sich „willig seinen Armen“ [sic!] Schmalz, trief, tröpfel…  ohne mich!

Außerdem fand ich es ein bisschen anstrengend, dass einerseits alles sehr matriarchalisch ausgerichtet war, von Göttinnen über Priesterinnen. Andererseits schmeißen sich die weisen Frauen dann bei der nächstbesten Gelegenheit an des Helden starke Brust und versprechen ihm Gehorsam bis über den Tod hinaus… ich kann da nicht so ganz folgen.

Dies ist keine Rezension, ich vergebe keine Sterne.
Ich wollts bloß nochmal abschließend gesagt haben ;)

(Und außerdem hab ich mir mal den Film besorgt, vllt kann ich mich ja zumindest für das erwärmen, was Hollywood aus der Story gemacht hat. Dazu brauche ich allerdings nur 176 Minuten und keine 1100 Seiten.)

8 thoughts on “Ich habe fertig… äh, aufgegeben

  1. Schade, dass dir das Buch so rein gar nicht gefallen hat. Ich hab´s verschlungen, aber Geschmäcker sind ja auch verschieden.
    Von dem Film war ich allerdings so rein gar nicht begeistert. Fand den sogar ziemlich langweilig. Bin mal gespannt, was du dagegen zum Film sagst :D

  2. Ich hab mir das Buch zweimal angetan, einmal in der Pubertät, einmal kürzlich, also schon erwachsen.
    Hm. Ich fands jetzt nicht so schlecht, wenn auch etwas langatmig.

    Das einzige, was mir wirklich im Gedächtnis geblieben ist, ist wie ich teils vor Wut über diese widerlichen Christenpriester gezittert habe, die das Christentum und Gott als das einzig Wahre sehen und alles andere ist heidnisch und schändlich. Baaaaah. *hass*

    Sorry. Ich hab noch ein, zwei andere Versionen der Avalon-Geschichte gelesen, so richtig faszinierts mich aber auch nicht. Nur die verschiedenen Schreibweisen von „Gwenhwyfar“. o_O

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