Totschweigen

Schon wieder ein Abbrecher. Diesmal nach 130 Seiten von 224. Eigentlich wollte ich es ja durchlesen, da es sich irgendwie kaum „lohnt“, ein so kurzes Buch abzubrechen. Über die platten Charaktere und die langweilige Handlung hätte ich mich vllt hinwegtrösten können aber ich empfand es irgendwann einfach als zu anstrengend, ein Buch zu lesen, dem ein gewisser roter Faden so völlig abgeht.

An sich finde ich die Idee, einen Cold Case im Schwäbischen wieder aufzurollen, ja durchaus interessant, aber die Umsetzung? Das üben wir aber nochmal, Frau Heim! Ich hatte schon lange nicht mehr solche Probleme, in ein Buch hineinzukommen. Die Charaktere werden alle irgendwann mal kurz Namen genannt, und dann gehts los. Manchmal wird noch beschrieben, was für Klamotten sie anhaben, aber wirklich näher gekommen, bin ich keinem der zahlreichen Haupt- und Nebenfiguren. Gutes Stichwort übrigens: Die Anzahl der Personen empfinde ich als eindeutig zu groß. Ich bin überhaupt nicht mehr nachgekommen, wer wer ist und wer mit wem und wann und warum und überhaupt. Erschwerend kommt der permanente Wechsel von Zeit und Perspektive hinzu. Das ist zwar ein beliebtes Stilelement bei Krimis, wird hier aber eindeutig überstrapaziert! Ich hatte irgendwann völlig die Orientierung verloren und wusste manchmal gar nicht mehr, worum es überhaupt geht. Dabei ist das Buch sprachlich recht einfach gehalten und durchaus leicht zu lesen.
Ich hatte das Gefühl, es sollte ein Thema eingekreist werden, ohne allzu viel zu verraten, fand diesen Versuch in der Umsetzung aber misslungen. Es wird zu fragmentarisch erzählt, ohne dass ich in der Lage gewesen hätte, diese Fragmente zu IRGENDEINEM Zusammenhang zusammen zu puzzeln. So macht mir das Krimilesen einfach keinen Spaß!

Die im Klappentext gepriesene „Genaue Beobachtungsgabe und [das] psychologische Einfühlungsvermögen“ der Autorin ist mir leider völlig entgangen. Weder sprachlich, noch inhaltlich, noch stilistisch habe ich das Buch als herausragend empfunden. Von Spannung mal ganz zu schweigen – was aber auch daran gelegen haben kann, dass ich die ganze Zeit über eigentlich keine Ahnung hatte, worum es überhaupt ging.

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4 thoughts on “Totschweigen

    • Und du bist schuld! Du meintest doch, ich sollte mir was raussuchen, was in meiner Nähe spielt… ;)

      Nein, die hätte ich sowieso gelesen. Ich hab mir halt eine ausgesucht, wo ich dachte, ich kenne die Gegend ein wenig, sowas mag ich ja schon mal sehr. Aber nützt mir ja nix, wen ich mit der Schreibweise nicht klarkomme.

      Werde in loser Folge noch ein paar andere Regiokrimis testen von anderen Autoren aus dem Gmeiner Verlag :)

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