Unzertrennlich

Die Messlatte für dieses Buch lag ziemlich hoch, nachdem ich innerhalb kurzer Zeit die beiden anderen Bücher von Dora Heldt gelesen hatte und schwer begeistert war. Unzertrennlich ist hierbei der 2. Teil einer sehr losen Folge, die man problemlos auch unabhängig voneinander lesen kann (so habe ich ohne es anfangs zu wissen, erst den 3., dann den 1. und schließlich den 2. Teil gelesen und dabei keinerlei Wissenslücken gehabt). Die Protagonistin ist jeweils die Anfangs- bis Mittvierzigerin Christine, das Hauptthema jeweils ein etwas anderes.

Im ersten Teil wird sie von Eheman Bernd geschieden und beginnt ein „neues“ Leben. Im vorliegenden zweiten Teil geht es um Freundschaften im Allgemeinen und Frauenfreundschaften im Besonderen. Aus Gründen, die im ersten Teil „Ausgeliebt“ ausführlich erläutert werden, hält Christine von der sogenannten besten Freundin, die nach landläufiger Meinung jede Frau haben sollte, nicht so wirklich viel. Freundinnen hat sie zwar so einige, mit denen sie – so mein Eindruck – auch ständig verschiedenes unternimmt, aber eben „nicht die beste“.

Diese nichtbesten Freundinnen also sind dennoch herzensgut und sehr besorgt um Christine, weil die sich ja angeblich so sperren und abkapseln würde. Nur: Davon habe ich eigentlich nichts gemerkt beim Lesen. Ich fand eher, dass Christine immer als allseits beliebte, umtriebige Frau dargestellt wurde, und nun ist sie plötzlich die Eigenbrödlerin, die gar keine Freunde hat?

Nun, die Idee der Freundinen ist jedenfalls, Freundinnen aus Christines Jugend ausfindig zu machen und zu einer heimlichen Geburtstagsparty einzuladen. Die Planungen hierfür sind recht amüsant. Frauen aus unterschiedlichen Phasen aus Christines Leben werden audgespürt und eingeladen. Ich fand es nur anfangs interessant, etwas über diese Frauen und ihre Beziehung zu Christine zu erfahren… im Laufe des Buches wiederholt sich eigentlich alles nur noch.

Probleme hatte ich ehrlich gesagt auch mit der Tatsache, dass Christine diese alten Freundschaften wieder vor die Nase gesetzt werden sollten ohne ihr Wissen. Natürlich ist es schade, wenn Freundschaften auseinander gehen, aber ich bin eigentlich der Meinung, dass es in den meisten Fällen auch Gründe hat, warum man sich manchmal einfach aus den Augen verliert und Freundschaften sich verändern oder zuende gehen. Das ist der Lauf des Lebens. Menschen und DiInge ändern sich, man findet Freunde, die besser zu den gegebenen Lebensumständen passen etc. Wahre Freundschaften gehen nicht so ohne weiteres kaputt oder schlafen ein.

Nett fand ich die Idee, die Kolumnen, die Christine für ein Frauenmagazon schriebt, zwischen den einzelnen Kapiteln zu veröffentlichen. Diese lesen sich wirlich sehr gut, sind locker-lustig und regen dennoch zum Nachdenken an!

Das Ende fand ich letztlich nicht wirklich befriedigend. Das war so „wir ham uns alle lieb“ mäßig, völlig unkritisch und konfliktfrei… Na ich weiß nicht.
Das Buch ist trotz dieses für mich etwas negativen Beigeschmacks und einiger Lägen, die ich nur noch überflogen habe, recht kurzweilig, kann aber nicht mit Ausgeliebt und schon gar nicht mit Urlaub mit Papa mithalten.