Das Serienmörder-Prinzip

Sehr interessantes und gut recherchiertes Buch: Mehr als 15 Jahre befasst sich der Kriminalhauptkommissar Stephan Harbot schon mit dem „Phänomen Serienmord“ und gilt als anerkannter Experte auf diesem Gebiet. Er hat viele Serienmörder im Gefängnis befragt, mit einigen brieflich korrespondiert und seine Ergebnisse ausgewertet.

Das Buch beleuchtet die Hintergründe der Taten, spart dabei aber allzu reißerische Details aus. Es soll informieren und nachdenklich machen, aber keine pure Sensationsgier befriedigen.
Harbort schafft den Spagat zwschischen Distanz und Empathie. Er verharmlost nichts, versucht aber zu zeigen, wie aus (bis zu einem gewissen Grad) „normalen Menschen“ solche „Bestien“ werden konnten und was im Einzelen zum ersten Mord und dann zu weiteren führte.

Das Buch informiert, wühlt auf und macht auch ein wenig Angst.
Einen Punkt Abzug gibt es für eine etwas undurchsichtige Struktur. Ein Namensregister wäre hilfreich gewesen, da die „Fälle“ teils durcheinander abgehandelt werden, es finden sich immer wieder Querverweise im Text auf bereits besprochene Täter, an die ich mich später allein anhand der Namen nicht immer auf Anhieb erinnern konnte.

5 thoughts on “Das Serienmörder-Prinzip

  1. Von Harbort gibts noch etliche andere Büchr zu diesem Thema, auch Einzelfalldarstellungen. Ich werde wohl noch dieses hier lesen, wobei mir bisher nicht ganz klar ist, worin sich die beiden Bücher eigentlich unterscheiden… „Das Serienmörder-Prinzip“ ist ds Neuere und war zufällig gerade in der Buchhandlung vorrätig :)

  2. das hannibal-syndrom hab ich mal angefangen, weil ich es geschenkt bekam, in einer phase in der ich sehr viel über serienmörder las. aber irgendwie bin ich nicht weit gekommen. ich weiß gar nicht mehr, ob ich mich so gegruselt habe, weil ich da nämlich sehr schreckhaft bin, und hinter jedem busch einen killer vermute. ;)
    was diese themen betrifft kann ich mark benecke sehr empfehlen.

  3. Bennecke ist aber eher ein forensicher Mediziner/Biologe. Von dem hab ich auch mal was gelesen, aber da kamen nur lauter Mücken und Maden und Blutspuren drin vor. Hab ja einen empfindlichen Magen, und sowas interessiert mich eigentlich auch eh nur peripher. Viel interessanter finde ich die psychologischen Hintergründe solcher Taten, und da past Harbort schon sehr gut. Obwohl ich beim Lesen teilweise auch ziemliche Angst hatte. Einfach weil das so „normale“ Leute waren nach außen hin und weil die meisten aus vollkommen nichtigen Gründen und wahllos gemordet haben.

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