Montagsfrage: Blätterst du beim Lesen zum Ende vor?

montagsfrage NEIN!!!

Nienienemals. Wirklich, ich halte das für eine Todsünde beim Lesen. Früher hab ich das öfter mal gemacht und mich dann so gut wie immer geärgert, denn meistens hab ich schon aus einem Satz etwas erfahren, dass ich eigentlich doch nicht hätte wissen wollen. Beispielsweise ob eine Romanfigur am Schluss des Buches noch lebt. Irgendwann habe ich mir das also mal abgewöhnt, und es fiel mir nicht leicht, denn es war immer so ein bisschen nervenkitzelig, die letzte Seite zu lesen, um zu sehen, ob ich dies schaffe, ohne mir durch bestimmte Informationen die Spannung zu verderben.

Heute sehe ich auch wirklich keinen Sinn mehr darin, beim Lesen vorzublättern. Ich möchte doch lesen, weil mich der Verlauf einer Geschichte interessiert, nicht nur der Anfang und der Schluss, habe insofern auch kein Interesse mehr daran, “vorzuspringen”.

Monatsliste Mail 2013

Gelesen

Uppala, ist schon Juni? Stimmt ja… Anfang des Monats hatten wir eine Familienfeier mit rauschendem Fest, die im Vorfeld viel Vorbereitung erforderte, auf die auch ich mich voller Inbrunst gestürzt habe. Da blieb wenig Zeit für anderes, so dass ich wirklich wenig gelesen habe. Dazu kam, dass eins meiner Bücher sich zog wie Kaugummi, ich mich aber nicht recht zum Abbruch entschließen konnte und somit über drei Wochen ein einem Büchlein fest hing.
Dafür lese ich jetzt bereits an dem dritten Junibuch (hey, das ist viel für meine heutigen Verhältnisse! ;-)) und habe bestimmt noch einige schöne vor mir.

Wolfgang Herrndorf – Tschick   rating5
Eher aus Mitläufertum und Neugierde gelesen, ich war aber schon vorher sicher, ich würde es sowieso nicht mögen. Und mochte es anfangs auch nicht, zu schwerfällig und zu albern. Nach 40 Seiten, etwa mit Beginn der Reise von Tschick und Maik, trat dann eine Wendung ein. Ich finde das Buch ganz zauberhaft und berührend. Ein Roadtrip zweier Halbwüchsiger, beide auf ihre Art Außenseiter, aber unterschiedlich wie Tag und Nacht. Hier lernen beide voneinander und miteinander, lernen Respekt und werden ein kleines Stückchen erwachsener in diesem Sommer. Herrndorf erzählt völlig ohne Pathos, aber mit sehr viel Verständnis für 14jährige Jungenseelen.
Das Buch kommt ganz sicher auf meine Top-Liste für dieses Jahr!

Jack Finney – Time and Again   rating2
Eine Riesenenttäuschung! Anfangs war ich noch Feuer und Flamme, da dieses Buch gleich 2 meiner Interessengebiete anspricht: New York City und Zeitreisen. Der Plot gefiel mir auch an sich gut, die Umsetzung dieser Zeitreiseidee war hier recht neu (das Zeitreisen geschieht durch eine Art Selbsthypnose) und alles war in sich stimmig und schien mir gut recherchiert.
Als sich aber die erste “Uiiiiuiuiuiuiuiui!”-Aufregung gelegt hatte (sowohl bei mir als auch bei dem Zeitreisenden), blieb eigentlich nur noch eins: Gähnende Langeweile. Finney erzählt die Geschichte so deraßen emotionslos und schnarchig, dass ich mich drei Wochen lang durch dieses Büchlein hindurch gequält habe und eigentlich gar keine Lust mehr darauf hatte. Zum Abbrechen konnte ich mich aber auch nicht so recht entschließen, weil ja: Zeitreise und New York… Ich habe es schließlich nur noch überflogen und deswegen sicherlich auch einiges verpasst, aber das Lesen dieses Buches hat mir einfach keinen Spaß gemacht.
Noch dazu blieb die Hauptperson unglaublich blass und eindimensional, ich habe mich Simon in keiner Minute irgendwie verbunden gefühlt.
Sehr sehr schade, dass hier eine gute Idee so langweilig erzählt wurde, denn aus der Geschichte hätte man so viel machen können!

Neuanschaffungen

Lisa Renee Jones – Being Me (Inside Out #2)
Jack Finney – Time and Again

Monatsliste April 2013

Gelesen

Dora Heldt – Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!  rating4
Heinz strikes back! Wieder ein Christine/Heinz Roman. Wobei erstere, die mir in den 2 Vorgängerbänden ziemlich auf den Keks ging, diesmal erfreulich im Hintergrund bleibt.
Statt dessen gehen Heinz und Schwager Walter auf Kaffeefahrt und denken, die befänden sich auf einer exklusiven Reise mit lauter gutsituierten Senioren.
Viel gemächlicher Klugschiss, aber auch viel Witz und Herzenswärme, spannende Rahmenhandlung und einige weitere rüstige Alte on Tour – hat mich gut unterhalten und bestens amüsiert.

Sebastian Fitzek – Der Nachtwandler  rating4
Nach mehreren schlechten, endlich wieder ein guter, ein “echter” Fitzek. Sprachlichist er weiterhin keine Leuchte, es wirkt teilweise etwas bemüht und holperig. Aber ich mag einfach seine bizarren Ideen und seinen Mut, diese zu verbinden und aufzuschreiben. Rasantes tempo, fliegender Wechsel zwischen Traum und realität, wobei die Grenzen sehr gekont immer und immer wieder erneut verwischt werden.
Spannung und Grusel bis zum Umfallen!

Jürgen Seibold – Kinder  rating2
Gute und spannende Idee, mangelhafte Umsetzung. Sprachlich auf dem Niveau eines Schulaufsatzes zum Thema “Mein schönstes Ferienerlebnis”, die Erzählweise VIEL zu ausschmückend und ausschweifend. Und am Schluss inhaltlich zu dick aufgetragen.
Dennoch hab ich das Buch streckenweise ganz gerne gelesen, denn Spannung ist vorhanden, und ich war bis zuletzt neugierig, worauf die vielen Fäden zusammen laufen würden und wie die Geschichte wohl enden würde.

Ulrike Purschke – Hendrikje, vorrübergehend erschossen   rating2
Anfangs noch lustig, später eigentlich nur noch albern. Bei Hendrikje wusste ich nie so recht, ist sie wirklich so beschränkt wie sie wirkt, oder einfach nur unheimlich verschroben? Die steife und irgendwie doch kindische Erzählweise hat mich irgendwann eher genervt als unterhalten.
Und leider wusste ich auch vom ersten Moment an, wer Sugar Brown ist, so dass mich auch der Schluss nicht mehr überrascht hat.

Neuanschaffungen

Sebastian Fitzek – Der Nachtwandler
Ulrike Purschke – Hendrikje, vorrübergehend erschossen
Jürgen Seibold – Kinder
Sean Lang – British History for Dummies

Montagsfrage: Welches Buch hast du am Wochenende gelesen?

montagsfrage Am Wochenende mach ich in der Regel Dinge, zu denen ich unter der Woche nicht komme. Lesen gehört eher weniger dazu, daher lese ich niemals pro Wochenende ein ganzes Buch oder sogar mehrere.

Gelesen hab ich trotzdem ein bisschen, und zwar habe ich Hendrikje, vorrübergehend erschossen beendet und Tschick begonnen. Ersteres fand ich solala. Erhofft hatte ich mir ein witziges Buch, fand es aber unterm Strich eigentlich nur albern. Deswegen habich für das relativ dünne Büchlein auch ziemlich lange gebraucht, weil ich nie lange am Stück lesen konnte. Und bei Tschick weiß ich noch nicht genau, wie ich das finde. Ich habe den Eindruck als gehöre ich nicht so ganz zu der Zielgruppe dieses Buches. Ich komme mir beim Lesen die ganze Zeit so vor als würde ich einem 12jährigen zuhören. Aber vielleicht kommt das ja noch.

Montagsfrage: Was hältst du von Leserunden?

montagsfrage Liest du lieber für dich oder teilst du deine Eindrücke während des Lesens gerne mit anderen? Hast du schon mal an einer Leserunde teilgenommen? In welchem Rahmen? Hat’s Spaß gemacht? Was hältst du von Leserunden?

Überhaupt nichts halte ich davon.
Schon in der Schule konnte ich es nicht leiden, ein bestimmtes Buch innerhalb einer bestimmten Zeit gelesen haben zu müssen und dann darüber zu sprechen (ist natürlich ne super Voraussetzung für einen Deutsch Leistungskurs, ja.)

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