Moleskine Book Journal

Wie schon mal erwähnt, liebe ich Notizbücher über alles. Zwar nutze ich auch mein iPhone mit diversen Apps, um dort Dinge von unterwegs aus mal eben schnell zu notieren und zu merken, aber gerade in Zeiten von Smartphone, Facebook und Co finde ich es schön und wichtig, auch mal handschriftlich etwas festzuhalten. Notizbücher sind einfach bleibender, dauerhafter. Man kann sie anfassen und immer wieder anschauen, sie sind lebendiger als jede App.

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Derzeit nutze ich 4 dieser Bücher regelmäßig (bis auf 1 Ausnahme alles Moleskines): Einen Kalender (neudeutsch heißt das jetzt wohl “Planner”?), ein Feld-Wald-Wiesen-Notizbuch, in dem ich alles mögliche notiere von Listen über Zitaten bis zu Skizzen zu wirklich allem. Ein Fotonotizbuch, in dem ich sowohl Ideen und Inspirationen vermerke als auch Pläne für Fotoshootings, Termine für Ausstellungen und Wettbewerbe und dergleichen.

Sowie als viertes ein Book Journal. Und genau das möchte ich hier vorstellen.

Das Hardcover Buch im A5 Format kommt mit einer etwas fragwürdigen Prägung auf dem Cover daher. Ich mags nicht sonderlich, habe mich aber inzwischen daran gewöhnt, und zumindest erleichtert es die Unterscheidung von anderen Notizbüchern, wenn man immer dieselbe Marke nutzt. Preislich nicht “ganz ohne”, im Schnitt für knapp unter 20,- € zu haben. Als vernünftig wirtschaftender Mensch hab ich vor der Anschaffung auch überlegt, ob das nicht rausgeschmissenes Geld, da ich ja auch einfach in ein leeres Notizbuch reinschreiben kann, was ich so gelesen habe. Allerdings steh ich total auf so “Reinschreibbücher”. Und ich muss sagen, das Buch ist bisher jeden Cent wert, ich nutze es sehr, sehr gerne!

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Inzwischen führe ich auch keine Leselisten mehr in irgendwelchen Apps oder Programmen, weil ich es schlicht vergesse! Es gehört für mich zum Ritual, wenn ich ein Buch beendet habe, das Book Journal zur Hand zu nehmen und kurz meine Gedanken dazu zusammenzufassen. Während des Lesens mache ich Markierungen und manchmal auch Notizen im Buch selber (Kindle), die ich dann abrufen kann und zu einer kurzen Rezension verarbeite. Diese Texte fließen auch in meine Monatslisten und Rezensionen hier im Blog ein und erleichtern das Erinnern an gelesene Bücher ungemein.

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(Ja, ich habe eine Sauklaue…)

Das Innenleben des Buches ist zugegebenermaßen nicht so wirklich durchdacht: Pro Seite ein Buch, Platz ist für 156 Bücher (reicht bei meinem Pensum also für locker drei Jahre). Was auch völlig ok ist! Allerdings ist man bei Moleskine davon ausgegangen, dass es sinnvoll sei, die Bücher alphabetisch zu sortieren (ob nach Buchtitel oder Autorenname oder Verlagsname, bleibt offen). Das finde ich unlogisch, und für mich stand auch von Anfang an fest, dass ich das so nicht nutzen würde. Zum einen finde ich es bescheuert, dass dann im Buch so viele Seiten frei bleiben und die Notizen nicht zusammenhängend sind. Zum anderen sind pro Buchstabe 6 Seiten vorgesehen, und was mache ich, wenn ich alle Bücher mit F belegt habe? Ein neues Notizbuch kaufen?? Drum ignoriere ich das alphabetische Register komplett und notiere die Angaben zu den Büchern einfach in der Reihenfolge, in der ich sie gelesen habe.

Vorgesehen sind Felder für die bibliographischen Angaben zum Buch, Lesedatum, gewonnene Preise und Auszeichnungen, Zitate, Notizen und die eigene Meinung zum Buch sowie eine Bewertungsskala. Gerade für den Meinungsteil ist nicht sonderlich viel Platz vorgesehen. Anfangs fand ich das ungewohnt, inzwischen ist es mir sogar lieb, wenn ich gezwungen bin, meine Meinung wirklich auf den Punkt zu bringen. Reicht das doch mal nicht aus, notiere ich in der Randspalte noch einige Stichpunkte dazu. Dort vermerke ich ebenso die “Auflösung” bei Krimis oder sonstige Besonderheiten, die mir noch aufgefallen sind. Möchte ich ausführlicher zu einem Buch schreiben, so tue ich das hier im Blog.

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Im Anhang befindet sich noch ein Index für das Eintragen der Seitenzahlen und ein Register mit jeweils 10 Seiten (glaube ich) zum Personalisieren. Das finde ich toll, hier kann man alles vermerken, was einem so wichtig ist (es sind auch Aufkleber im Lieferumfang enthalten, die ein paar Anregungen geben, was man da so reinschreiben könnte). Ich habe 3 von 5 Registern belegt und notiere hier Neuerscheinungen auf die ich mich freue, besonders schöne Zitate aus Büchern sowie Meinungen zu Buchcharakteren, die mir besonders gefallen haben oder mich einfach besonders beschäftigt haben.

Nicht so gut finde ich, dass diese personalisierbaren Seiten fast alle mit sonderbaren horizontalen Trennlinien versehen sind, so dass eine Seite in 5 Abschnitte unterteilt wird. Wozu das gut sein soll, ist mir ein Rätsel! Mir sind Blankoseiten deutlich lieber, und davon gibt es ganz am Schluss immerhin auch noch 14.

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Die im Lieferumfang enthaltenen 2 Stickerbögen sind ganz nett, ich nutze sie aber nur sehr sporadisch, weil ich sie eigentlich ein bisschen albern finde und mich in meiner Akribie schon wieder stört, dass pro Motiv nur 5 Stück dabei sind, und dann muss ich mir ja wieder genau überlegen, WO ich die rein klebe… ;-)

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Trotz einiger Kritikpunkte liebe ich dieses Buch sehr! Ich habs immer auf meinem Nachttisch liegen, und es ist für mich inzwischen ein liebgewordenes Ritual, nach dem Lesen das Buch noch mal kurz Revue passieren zu lassen und meine Gedanken dazu zu verschriftlichen. Trotz meiner anfänglichen Bedenken in diesem Punkt hilft es sehr, dass pro Buch eben wirklich nur eine einzige Seite vorgesehen ist, weil es dazu zwingt, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Dass der personalisierbare Teil so merkwüdig unterteilt ist, ist ärgerlich, aber verschmerzbar. Es wäre schön, wenn Moleskine hier in Zukunft umdenken würde. Aber mir kam es sowieso primär darauf an, gelesene Bücher chronologisch zu erfassen und kurz zu beschreiben, und dabei leistet mir das Büchlein nun schon seit über einem halben Jahr gute Dienste!

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10 thoughts on “Moleskine Book Journal

  1. Ich mag die Moleskine-Bücher auch am liebsten, werde mir aber bald ein neues kaufen müssen, da ich entweder zzt zu viel lese oder das Büchlein doch zu wenig Platz bietet ;)

    • Also ich finde Platz für 156 Bücher eigentlich schon eine ganz Menge. Wenn man tatsächlich die Zeit hat, mehr als 3 Bücher pro Woche zu lesen und somit das Book Journal innerhalb eines Jahres voll ist, dann… ja dann. Muss man sich wohl ein neues kaufen.

  2. Ich bin auch ein totaler Fan von Notizbüchern und hab mehrere in Gebrauch, in denen ich alles mögliche festhalte. Wobei ich ja besonders ein Anhänger von Paperblanks bin. :-)
    Mit dem Book Journal hab ich aber auch schon mal geliebäugelt – allerdings hat mich das A-Z-Register abgeschreckt, das widerspricht total meinem peniblen Ordnungssinn! Dein Bericht hat mir jetzt aber direkt wieder Lust gemacht, meine gelesenen Bücher irgendwie ausführlicher zu dokumentieren. Da muss ich glaub ich nochmal drüber nachdenken… ;-)

    • Das register ist wirklich doof, aber da das Buch ansonsten gut aufgebaut ist und meinen Bedürfnissen entspricht, stört mich das inzwischen nicht mehr weiter, man kann es auch wunderbar chronologisch nutzen :)

  3. Schöner Bericht. Ich leide ja insgeheim an einer regelrechten “Kladdomanie” und kaufe mir regelmäßig neue Notizbücher, egal, ob ich sie brauche oder nicht. Wie die andere Sarah über mir tendiere ich allerdings auch zu Blanko-Büchern (ich male immer alles mit Clustern/Mindmaps & Co. voll)…

    Das Book Journal hatte ich neulich auch in der Hand, aber für den Preis hat es mich einfach noch nicht überzeugen können. Aber wie gesagt, ich brauche eben auch meine kreativen Freiheiten. Für Leute, die sich einfach kurz die wichtigsten Daten zu dem Buch notieren möchten, ist es sicher gut geeignet. Für diejenigen, die ein bisschen mehr notieren wollen, ist das Journal von Bulters wahrscheinlich auch nicht schlecht.

    Liebe Grüße,
    Sarah

  4. Oh, ich liebe Notizbücher! Aber besonders Moleskine! ;) Besitze auch das Bookjournal und bin sehr zufrieden damit, wobei ich es seitdem ich meine Bücher auf dem Blog rezensiere ein bisschen vernachlässige, aber nach dem Post habe ich direkt wieder Lust bekommen, es wieder ein bisschen zu füllen… ;)
    Liebe Grüße dreamsonclouds

  5. Ich liebe Notizbücher, hab mich gegenüber Moleskine aber bisher gesperrt und dann lieber zu einem Leuchtturm gegriffen.
    Das Book Journal hatte ich auch schon mal in der Hand, aber das Register hatte mich zurückgeschreckt. Chronologisch ist das natürlich Sinnvoller. Außerdem war es mir bisher zu teuer.
    Danke für deinen Beitrag, da möchte man gleich ein freies Journal in sein Notizbuch kritzeln.

  6. Auch ich bin wieder ein wenig mehr zu den guten Notizbüchern zurückgekehrt. Klingt “kaufenswert”, danke für den Tipp!!!
    Viele Grüße,
    Olivia

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