Unterschätzte Bücher

2008 Juli 13
by Maren

Nachdem ich bereits überschätzte Bücher aufgelistet hatte, hier nun endlich einige meiner Meinung nach unterschätzte Bücher:

Diese Liste war deutlich schwieriger zu erstellen, weil man den nicht vorhandenen Hype ja nicht mitbekommt ;) und ich sowieso nie so genau weiß, wie bekannt oder beliebt ein Buch im Allgemeinen so ist. Die aufgezählten Bücher sind also solche, die für mein Empfinden zu unbekannt sind, zu falsch verstanden werden oder generell zu wenig gewürdigt werden.

13 Responses leave one →
  1. 2008 Juli 13
    argentina permalink

    Stephen King hat sowieso meiner Meinung nach zu Unrecht einen schlechten Ruf. Sicher sind seine Bücher nicht auf höchstem literarischem Niveau, aber es ist auch bei weitem nicht alles nur blutrünstiger Schrott, wie ja viele Büchersnobs meinen. Wenn man das denkt, hat man noch nichts von ihm gelesen. Es geht ja meistens viel mehr um Ängste, Psychosen und ähnliches, bei weitem nicht in erster Linie ums Morden und Metzeln. Ich finde, der Mann hat ein paar ganz hervorragende Bücher und Kurzgeschichten geschrieben.

  2. 2008 Juli 14

    Und genau diese Ängste finde ich in den beiden genannten Werken hervorragend herausgearbeitet :) Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich das schon gelesen habe. Das erste Mal so mit 15, später dann immer wieder mal. Ist schon ganz zerfleddert ;)
    Ich liebe dieses Buch! Sicher ist das an manchen Stellen “eklig”, aber die Message dahinter fand ich immer so klar und eindeutig und vor allem einleuchtend, dass das alles wett macht.

    Und auch seine Kurzgeschichten sind oftmals grandios!
    (Eigentlich könnte ich die echt mal wieder lesen…)

  3. 2008 Juli 14

    “Friedhof der Kuscheltiere” habe ich auch zum ersten Mal mit 15 gelesen, und als ich den letzten Satz gelesen hatte, bin ich fünf Minuten zitternd auf meinem Bett gesessen, aber nicht wegen des offensichtlichen Horrors am Ende, sondern weil diese ganze Geschichte einfach so furchtbar und psychologisch tiefgehend ist. Stephen King wird wirklich unterschätzt, da bin ich ganz deiner Meinung. Ganz bemerkenswert finde ich bei ihm, wie lebendig und dreidimensional er seine Charaktere zeichnet & was für ein guter Erzähler er ist, aber darüber redet selten jemand.

    “Die rote Couch” ist eines meiner Lieblingsbücher, das ich immer wieder gerne lese. Herrlich, wie die Therapeuten getäuscht werden *lach*. Unterschätzt würde ich es aber nicht bezeichnen, weil Yalom im Allgemeinen doch recht bekannt ist.

    Sonst kenne ich von deiner Liste nur noch “Alles was wir geben mussten”; auf die anderen hast du mich jetzt erst mal natürlich neugierig gemacht ;)

  4. 2008 Juli 14

    @ Eva: Ich finds sehr schade, dass King immer so in die Horror-Ecke gestellt wird. Also, irgendwie IST es auch Horror, aber das hat immer sowas extrem Negatives. Ich würde zumindest die frühen King-Werke niemals so in diese Trivial-Bahnhofsliteratur-Ecke stellen, in der sie leider gelandet sind. Dazu sind die Geschichten einfach zu vielschichtig und zu tiefsinnig. Gerade Friedhof der Kuscheltiere und Shining fand ich stilistisch und psychologisch grandios. Ich hab beide Bücher mind. 3x gelesen, und bei jedem Lesen hab ich noch was Neues entdeckt. Man KANN das natürlich als reinen Horror-Schocker lesen, aber für mich war das immer ein sehr trauriges Buch, in dem es auch viel um Liebe geht (Louis Creed ging ja bis an unvorstellbare Grenzen für seine Familie).
    Ich muss das Buch unbedingt mal wieder lesen… Und auch mal wieder in die neueren Werke reinschnuppern, denn nach jahrelanger King-Mania fand ich ihn etwa ab “Das Mädchen” immer schlechter und habe dann keine neuen Bücher mehr von ihm gelesen.

    Yalom… finde ich immernoch viel zu unbekannt ;) Ich habe bis auf 2 Bücher alle gelesen (von der reinen Fachliterartur mal abgesehen). Göttlich! Vor allem da ich selbst mal eine sehr lange Psychoanalyse gemacht habe, konnte ich mich da teilweise gut reinverstzen (und habe durch die Bücher im Nachhinein noch mehr von der Therapie profitiert)

  5. 2008 Juli 14

    Bekenne mich schuldig, gehöre auch zu den LeserInnen die nicht begriffen haben, wie großartig dieses Buch ist! Und meine damit natürlich American Psycho – mit seinen Kettensägen- und Kleiderbügelgemetzel…
    LG

  6. 2008 Juli 14

    Ach, macht ja nichts ;)
    Hast dus auf Englisch gelesen oder auf Deutsch? Eins der wenigen Bücher, die ich im englischen Original gelesen habe, und ich bin sicher, das macht bei diesem Buch viel aus. Da sind auch viele Wortspiele drin, die man eigentlich gar nicht übersetzen kann.

    Ich habe damals eine ellenlange Rezension darüber geshrieben. Bei Interesse stelle ich die hier nochmal ein oder schicke sie dir zu. Vllt klappts dann mit dem Verständnis besser. Das Buch ist wirklich sehr ekelhaft, aber es finden sich sehr viele Metaphern und Bilder, und im Grunde ist das ein sehr trauriges Buch. Ich kann aber durchaus verstehen, wenn einem bei dem ganzen Gemetzel so übel wurde, dass man sich nicht mehr richtig damit auseinandersetzen konnte oder wollte ;)

  7. 2008 Juli 15

    hi Maren,
    habe es auf Deutsch gelesen, wäre ehrlich gesagt gar nicht auf die Idee gekommen es auf Englisch zu lesen, ich meine, war ja nicht so dringend, und abgesehen davon habe ich es geschenkt bekommen.
    Deine ellenlange Rezension interessiert mich schon sehr, und ich würde mich freuen, wenn du sie mir schickst. Denke allerdings auch es könnte für das Blog ganz interessant sein.
    LG

  8. 2008 Juli 16

    Ich suche sie nachher mal raus und stelle sie dann hier ins Blog :)
    Ich wollte das Buch auch “schon immer endlich mal” auf Deutsch lesen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass das in einer Übersetzung noch genau so “wirkt”.

  9. 2008 Juli 16

    @ Maren: Genau das hat mich bei “Friedhof der Kuscheltiere” auch so bewegt: Dass er das im Grunde nur gemacht hat, um seine geliebte Familie wieder vollständig zu haben.
    “Das Mädchen” mochte ich noch sehr gerne, “Love” gefiel mir so na ja und “Puls” fand ich ganz banal. Hast du eigentlich auch die Dunkle Turm – Reihe gelesen? Die steht bei mir nämlich noch auf dem Programm, aber ich möchte warten, bis ich alle Bände beisammen habe und sie dann in einem Rutsch durchlesen ;)

    Yalom hat mich in Hinblick auf die psychotherapeutischen Praktiken bezogen auf meine eigene Therapie auch sehr fasziniert, das war, als könnte man ein bisschen hinter die Kulissen der therapeutischen Arbeit schauen *lach*

  10. 2008 Juli 16

    Nein, die Dunkle Turm Reihe hab ich nicht gelesen. Das hat mich auch nie so interessiert, weil mir das alles zu Fantasy-mäßig schien, und damit kann ich nichts anfangen.
    Ich fand auch Kings Kurzgeschichten immer sehr sehr gut. “Der Fornit” habe ich gelsen und “Gesang der Toten”. Beides Kurzgeschichtensammlungen, und da sind ein par sehr sehr gute Sachen dabei!

  11. 2008 Juli 16

    Ja, die Kurzgeschichten sind toll! Spontan fällt mir die vom Milchmann ein (weiß leider nicht mehr, wie sie heißt und in welcher Sammlung sie vorkommt), und natürlich “Der Musterschüler”… mit Kurzgeschichten an sich konnte ich mich noch nicht so richtig anfreunden, aber die von S. King habe ich immer gerne gelesen.

  12. 2008 Juli 16

    Da erinnere mich mich gerade nicht mehr dran, aber ich fand diese “Travel” Geschichte so toll (spielt in der Zukunft, man “reist” via Teleportation oder wie das heißt) und die eine mit dem See, wo 4 Jugendliche von so einem auf dem Wasser schwimmenden “Fleck” gefressen werden.

    Ach Gott, was gibts auch so viele Bücher, die man lesen muss, man kommt ja zu nüscht mehr! :D Grad denk ich nämlich, dass ich 1. die alten Geshcichten nochmal lesen will und 2. noch ein paar neue. King hat ja mehrere Sammlungen herausgebracht.

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