Krise

2008 Juni 23
by Maren

Ich habe derzeit eine Fotokrise und jetzt auch noch ne Lesekrise.
Nachdem mich Ausgesetzt sowas von restlos begeistert hatte, konnte ich danach erstmal mit keinem Buch was anfangen und hab auch nicht wirklich Lust zum Lesen. Letzte Woche habe ich 3 Bücher angefangen und nach spätestens 70 Seiten wieder beiseite gelegt, weil ich mich für keins so richtig erwärmen konnte. Die Wand war mir zu deprimierend, Kerstin Gier zu seicht für den Moment, und mit Petra Hammesfahrs leicht abgehobenem, biederem Hausfrauen-Schreibstil kann ich mich leider immernoch nicht anfreunden, auch wenn die Klappentexte immer sehr toll klingen.

Da ich mit Ich bin ein Pariser auch ewig rumgeeiert habe und mich das Buch sagenhaft genervt hat (habs dennoch zuende gelesen), habe ich das Unternehmen SUB-Abbau jetzt erstmal ad acta gelegt und mir heute Gedankenhaie gekauft. Hatte noch nie was von dem Buch gehört, aber der Klappentext sprach mich sofort an und hat mich auch nicht mehr losgelassen.
Bin gespannt.

Und wenn das auch nix taugt, werde ich mich vllt doch endlich mal an John Katzenbach rantrauen.
Kriegt man da doll Angst, wenn man den liest? ^^ (Ich dachte an Die Anstalt oder Das Opfer)

11 Responses leave one →
  1. 2008 Juni 23

    Hallo Maren,

    die Wand finde ich überhaupt nicht deprimierend, sondern im Gegenteil sehr energiebeladen. Es hat mich immer wieder erstaunt, wie gut man seine Tage ausfüllen kann.
    Ausgesetzt hat mir auch ganz gut gefallen.
    Bei John Katzenbach habe ich mit dem Patienten angefangen und es ist für mich das beste Buch.
    Danach kommt das Opfer und das Rätsel. Die Anstalt kenne ich nicht.
    Und wer Krimis liest, hat doch keine Angst mehr.
    Beste Grüße

    Henny

  2. 2008 Juni 23

    Hallo Henny!
    Die Wand möchte ich auf jeden Fall irgendwann nochmal lesen. Aber ich möcht mir Zeit nehmen für das Buch und in der “richtigen” Stimmung sein. Ich fand den Schreibstil wirklich gut (hat mich sehr an Ingrid Noll erinnernt), aber irgendwie fand ich alles sehr beklemmend, weil die Frau sich so in ihr Schicksal gefügt hat und alles so unklar blieb. Ich hab ca. 70 Seiten gelesen und mich schon nach 40 gefragt – worüber will die eigentlich noch schreiben?? Ich hatte es mir ausgeliehen. Werde es erstmal wieder zurückgeben und mich später nochmal ranwagen. Derzeit ist das einfach nix für mich, ich weiß auch nicht.

    “Normale” Krimis stecke ich auch ganz gut weg, aber es gibt Bücher, bei denen grusele ich mich dann doch ein wenig, wenn ich nach dem lesen das Licht lösche. “Ohne ein Wort” war so eins, und ich trau mich auch nicht, Bücher zu lesen, die mir sehr blutrünstig scheinen (Kate Pepper, Karin Slaughter, Jilliane Hoffmann). Gerade die Anstalt von Katzenbach reizt mich SEHR, aber da hab ich auch schon “schlimme” Kritiken gelesen.
    Ich werd mich einfach trauen MÜSSEN, denn ich schleiche nun schon seit Monaten um diese Bücher herum.

  3. 2008 Juni 23

    also die WAND solltest du unbedingt lesen.

    Marlen Haushofer war eine großartige Schriftstellerin und Einzelgängerin mit einem ganz eigenen Werk.

    ” Ich fand den Schreibstil wirklich gut (hat mich sehr an Ingrid Noll erinnernt)”
    Das wiederum würde ich umdrehen, schon allein wegen der Lebenszeit, es könnte höchstens Ingrid Noll’s Stil an Marlen Haushofer erinnern, aber das bestreite ich erstmal, das ist eine ganz andere Klasse…

    unbedingt und vorurteilslos sich auf die Wand einlassen, es lohnt sich!

  4. 2008 Juni 23

    Naja, da ich Ingrid Noll schon viel früher gelesen habe, lasse ich den Satz mal so stehen :) Das ist schon so gemeint wie es sich anhört ;)

    Irgendwann will ich das Buch auch nochmal lesen, abe rim Augenblick habe ich nicht den Nerv dafür, ich kanns auch nicht recht erklären. Und bevor ich mich damit rumquäle und dem Buch am Ende Unreht tu bei einer Beurteilung, lege ich es jetzt mal schön beiseite und fange es dann wieder an, wenn ich das Gefühl habe, es passt wieder.

  5. 2008 Juni 24

    Maren, du hast recht

    man soll Bücher nicht zwingen

    ich habe oft erfahren, daß Bücher, die einfach nicht paßten, später richtig sind…

    also braucht es eine zweite Chance für manche Bücher. Einige allerdings sind auch dann nichts ;=)

  6. 2008 Juni 24

    Das stimmt, aber das merke ich dann meistens sofort ;) Ich bin ja bekennende Buch-Abbrecherin-und-nie-wieder-Leserin. Aber dieses ist eins der wenigen, wo ich das sichere Gefühl habe, dass es sich lohnt, einfach später nochmal den Versuch zu machen.

  7. 2008 Juni 24

    So Lesekrisen kenne ich auch: Wenn einen ein Buch so begeistert, dass jedes andere danach einfach nicht passen will.

    Petra Hammesfahr ist für mich ein Phänomen: ihr erstes Buch (”Die Sünderin”) hat mich schwer begeistert; danach habe ich bestimmt noch mindestens fünf Bücher von ihr gelesen, die mich aber alle nur genervt haben – ich kann ihre weiblichen Protagonistinnen, die immer nur hysterisch & völlig hilflos angesichts der Umstände sind auf den Tod nicht ausstehen (vor allem in “Die Mutter”). Ich habe mich immer wieder von den Klappentexten aufs Neue verlocken lassen, obwohl ich es schon ziemlich bald hätte besser wissen müssen. “Biederer Hausfrauen-Schreibstil” – das trifft es haargenau *lach*

    “Die Wand” gehört zu meinen Top 10 der “Beste Bücher der Welt”. Aber das sollte man wirklich nur lesen, wenn es passt.

    Ich hoffe, dass dich die “Gedankenhaie” wieder aus deiner Lesekrise befreien *lach*

  8. 2008 Juni 24

    Hallo Maren,
    ich bin sehr gespannt, wie Dir “Gedankenhaie” gefallen wird. Das Buch steht auch schon ein paar Monate auf meiner Wunschliste, ich war mir bisher nur noch nicht ganz sicher, ob es sicht lohnt.
    LG, Nina

  9. 2008 Juni 24

    @ Eva: Ich hatte gerade “Die Sünderin” angefangen und nach 20 Seiten aufgegeben :D Mich nervt schon dieser lahme und stur durchgezogene Subjekt-Prädikat-Objekt-Schreibstil. Aber am schlimmsten bei Petra Hammesfahr finde ich dieses Spannungerzeugenwollen um jeden Preis. Sie versucht so verkrampft, auf irgendwelche dunklen Geheimnisse hinzuweisen, dass mir alles vereght. Die Klappentexte sind wirklich gut, nur müsste die Bücher einfach jemand anders schreiben ;) PH ist meiner Meinung nach nicht in der Lage, Personen mit Charakter zu füllen, die kommen mir immer alle vor wie leere Papphüllen.
    Ich habe vor über 10 Jahren Der Puppengräber gelesen, der stille Herr Genardy und ich glaube Lukkas Erbe. Die waren so lala. Dann hab ich Der gläserne Himmel gelesen, und dieser abstruse Reinkarnations-Mystery-Quatsch hat mir dann den Rest gegeben. Und jetzt bin ich so blöd und fange wieder mit dieser Autorin an – bin ja selbst schuld ;)

    @ Nina: Bin auch gespannt. Bisher find ichs ganz gut, ist aber anstrengend zu lesen. Ich werde berichten…

  10. 2008 Juni 24

    Jetzt wäre ich fast neugierig darauf, wie mir “Die Sünderin” heute gefallen würde (ist zehn Jahre her, dass ich es gelesen habe). Werde das Buch am Wochenende mal anlesen.
    Zwei Bücher von ihr stehen trotz allem noch auf meiner Wunschliste – irgendwie kommt man von ihr nicht los, obwohl sie einen so nervt :D (vielleicht die Hoffnung, dass sie doch noch das Schreiben ordentlich lernt und dann aus ihren Ideen was Lesenswertes macht).

  11. 2008 Juni 24

    Vllt müsste ich mich einfach mal ein bisschen weiter durchringen. Aber in meiner momentanen krise muss mich ein Buch wirklich so fesseln oder so gut unterhalten, dass ich nicht erst bis Seite 50 lesen muss, damit ich eine Ahnung bekomme. Wird Zeit, dass der neue v. Kürthy endlich kommt ;)

    Frau Hammesfahrs spießige “Sünderin” hab ich derzeit wirkich keine 30 Seiten lang ertragen…

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