Gehypet
Um manche Bücher wird aus (mir) unerfindlichen Gründen unglaublich viel Wind gemacht. Aktuellstes Beispiel sind von Frauch Roches Feuchtgebiete. Weitere Beispiele wären:
- Harry Potter (ein geradezu beispielloser Hype, hypiger gehts nicht)
- Die Wanderhure und ihre Enkel
- Bis(s) zum Irgendwas
- Tintenherz/Tod/Wasauchimmer
- Die Säulen der Erde
- Illuminati und Konsorten (Dan Brown)
- Der Schwarm und Konsorten (Frank Schätzing)
- Hector und Blabla
Es gibt sicher noch einige mehr, aber mehr fallen mir auf Anhieb grad nicht ein (weitere Beispiele sind aber gerne willkommen, wenn noch jemand welche kennt!).
Ja, und irgendwie ist es schon immer so gewesen, dass ich um diese Bücher mehr oder eniger bewusst einen Bogen mache. Ich kan nicht mal plausibel erklären, warum eigentlich. Bei Harry Potter war es so, dass es mich einfach nur genervt hat, dass man keine S-Bahn und kein Wartezimmer mehr betreten konnte, ohne dass irgendwer “dieses Kinderbuch” las. Es wurden Harry Potter Kostüme verkauft, es gab Harry Potter Buchparties, und wer nachts um 12 in der Buchhandlung auf der Matte steht, um auch ja als erster den neuen Band in der Hand zu halten, der kann sowieso nicht ganz dicht sein ;) Abgsehen davon ist es ein “Kinderbuch”, und da war ich mir einfach zu erwachsen für.
So ähnlich gehts mir bei vielen anderen der Hypebücher auch. Mir ist suspekt, wenn so ein Rummel um ein Buch betrieben wird. Und komischerweis einteressiert mich das meiste davon inhaltlich auch sowieso kein Stück. Mich nervt es irgendwann einfach nur noch, wenn in jeder Buchhandlung das schwarze Buch mit der blauen Iris ganz vorne, ganz oben liegt. Wenn ich keine Zeitschrift mehr aufschlagen kann, ohne ein Interview mit Frau Roche darin zu finden, die ihre Meinung über das Verhältnis “der Gesellschaft” zum Thema Hygiene kundtut und dass wir uns sowieso alle viel zu häufig waschen. Wenn in ansonsten “normalen” Blogs plötzlich halbwegs erwachsene Frauen zu kreischenden Teenagern mutieren und sich nen Keks freuen, dass die Story von Bella und Edward nun ins Kino kommt.
Undsoweiter undsofort.
Vielleicht bin ich ja einfach zu wenig begeisterungsfähig, aber ich habe mich noch in kein Buch so reinsteigern können, dass ich bereit gewesen wäre, deswegen um Mitternacht in der Buchhandlung auf mein Exemplar zu warten. Ist nichts, was nicht auch bis zum nächsten Vormittag Zeit hätte.
Der ganze Hype rührt ja zT auch von der Werbung der Verlage her. Viele Leser schwimmen dann auf dieser Welle mit und lobpreisen diese Bücher allerorten, gründen Fanclubs und sonst noch alles. Verlagswerbung soll ja Interesse und Begeisterung wecken – und erreicht bei mir meistens das geneue Gegenteil. Noch sowas Suspektes: Ein Buch, das mit derartigen Fanfarenstößren beworben und bejubelt werden muss – da ist was faul. Bei so viel Penetranz von allen Seiten sträubt sich in mir oft schon automatisch alles, das Buch ist für mich dann zeitlebens mit einem Tabu belegt.
Soweit der Versuch, meine Ablehnung gegen Hype-Bücher zu erklären.
Ein paarmal bin ich trotzdem drauf reingefallen: Ich habe Harry Potter 1-4 gelesen, nachdem ich den 1. Film mehr oder wneiger zufällig gesehen hatte und dann doch neugierig wurde. Über den 4. Band bin ich aber nie hinausgekommen (damals war bereits der 6. erschienen), denn irgendwie lief doch immer alles nach Schema F ab, und mich hat auch nicht wirklich interessiert, wie die Geschichte weiterging. Ich hab glaube ich auch einfach zu wenig Sinn für Märchen und Fantstisches, als dass ich mich in solche Geschichten reinsteigern könnte.
Ich habe außerdem Sakrileg und Illuminati gelesen, und daran ist mein Bruder schuld. Der ist nämlich passionierter Nichtleser und verblüffte mich vor etwa einem Jahr mit der Mitteilung, er habe kürzlich Sakrileg gelesen, und das sei ja wohl mal ein hammergeiles Buch gewesen. Das hat mich dann doch neugiereig gemacht, obwohl das überhaupt nicht mein Genre ist. Hat mir aber wider Erwarten so gut gefallen, dass ich wenig später auch noch Illuminati gelesen habe. Fand ich ebenfalls sehr spannend, aber auch hier: Schema F ist deutlich erkennbar.
Desweiteren habe ich mal testhalber die Wanderhure begonnen zu lesen und nach 70 Seiten angewidert abgebrochen. Hat mich in meinen Vorurteilen gegenüber Hype-Büchern und Autoren erfreulich bestätigt ;)
Bei den Feuchtgebieten überlege ich hin und her, ob ichs nicht doch mal lesen soll. Einfach deswegen, um endlich mal qualifiziert drüber herziehen eine fundierte Rezension schreiben zu können, aber nach einem etwa 12seitigen Auszug als PDF-Leseprobe war mir dermaßen der Appetit vergangen, und es interessiert mich auch herzlich wenig, wie Frau Roche oder sonstwer sich im Anus herumpuhlt und was sie so alles mit ihren gebrauchten Tampons anstellt.
Wie schauts aus, wie geht Ihr mit “Hype-Büchern” um? Ists egal? Lest ihr sie prinzipiell nicht oder lest ihr sie alle?















Ich lese Hype-Bücher, wenn sie mich von der Thematik interessieren. Ich finde, es ist genauso albern, Bücher nur zu lesen, weil sie gehypet werden, wie, sie nicht zu lesen, weil sie gehypet werden.
Feuchtgebiete z.B. werde ich ganz sicher nicht lesen, weil es mich einfach null interessiert.
Harry Potter habe ich dagegen alle gelesen, die letzten 3 auch direkt bei Erscheinen (wobei ich nicht nachts in die Buchhandlung bin, ich habe mir die Bücher bequem am nächsten Morgen von amazon bringen lassen). Ich hab mich zugegebenermaßen auch jedes Mal total drauf gefreut, mir den Tag freigehalten und sofort zu lesen begonnen…aber das reicht dann auch. Partys, Kostüme, Rumspinnerei im LJ, das muss nicht sein. Ich hab auch alle bisherigen Filme im Kino gesehen, aber nicht gleich am Premierenabend, das reicht auch noch ein paar Tage oder Wochen später. Was da zur Zeit mit Twilight abgeht, das ist ja echt nicht mehr normal. Ich scroll da halt immer schnell drüber. Und da ist es nun wirklich so, dass der Hype mich “abtörnt”, wobei das eher daran liegt, dass mir ein paar Leute, auf deren Meinung ich, was Bücher betrifft, schon einiges gebe, gesagt haben, dass die einfach nicht sonderlich gut geschrieben sind. Mal sehen, vielleicht les ich das erste Buch mal. Aber ich glaube kaum, dass ich mir den Film ansehen werde, der reizt mich so gar nicht.
Ich hab im übrigen gar nichts dagegen, Kinderbücher zu lesen. Eines meiner liebsten Bücher aller Zeiten ist ein Kinderbuch, und das werde ich in meinem Leben bestimmt noch öfter lesen. Die können ja schließlich auch spannend und gut geschrieben sein. Aber klar, muss ja nicht jeder mögen.
Und noch eins – die ersten Harry Potters wurden gar nicht gehypet. Das kam erst ab dem 3., und dann so richtig ab dem 4. Buch. Da hat halt irgendwann jemand gemerkt, dass sich damit Geld machen lässt, und dann aber auch wirklich jede kleinste Gelegenheit ausgenützt.
Also das mit dem Potter-Hype muss so 2000 losgegangen sien. Weiß ich genau, weil ich damals in HH gewohnt habe und es dortt als besonders schlimm empfunden habe. Dann bin ich zurück nach GÖ und mich traf fast der Schlag, weil dort ebenfalls alles verpottert war.
Natürlich ist es dumm, gehypte Bücher nur des Hypes wegen abzulehnen, abe rmich nervt einfach dieser Wind meistens so, dass mir die Lust und das Interesse vergehen.
Mit Kinderbüchern habe ich es generell nicht so. Ich würde heute nur noch Kinderbücher lesen, die ich schon kenne, einfach um der Nostalgie willen.
Was Twilight angeht: Ich habe zugegebenermaßen noch keine Silbe aus diesen Büchern gelesen, aber will ich auch gar nicht. Was ich aus Rezensionen, Wikipedia und Blogs erfahren habe, recht mir schon, um zu wissen, dass das nicht mein Ding ist. Das ist ja so ne Art literarische Boygroup. Man kann irgendwo auch alles übertreiben.
Ja, 2000, das passt. Ich hab von den Büchern zum ersten Mal in Amerika gehört, das war 1999, da gab es die ersten 3. 2000 kam dann das 4. raus.
Ich versteh schon, was du meinst, der Wirbel ist oft nervig. Aber wenn mich ein Buch von der Thematik her interessiert, hält mich auch der Wirbel nicht unbedingt ab. Dan Brown hab ich dann auch weil’s interessant klang irgendwann mal gelesen bzw. als Hörbücher angehört, sogar mehr als nur die beiden “großen”, insgesamt glaub ich 5 (wobei ich eins nach ner Weile abgebrochen habe, das fand ich langweilig). Das sind recht spannende, gut zu lesende Thriller für, finde ich. Mehr aber auch nicht.
Nur interessanterweise interessieren mich diese “Wirbelbücher” oft schon von vornherein nicht. Die o.g. Ausnahmen waren Zufälle oder Ausrutscher, die ich dann doch gelesen habe.
Ich weiß nur nicht sicher, ob sie mich eher interessieren würden, wenn etwas weniger Tamtam drum gemacht würde. Ich hab mal überlegt,Der Schwarm zu lesen, einfach aus Neugierde. Aber irgendwie konnt eich mich nicht dazu durchringen, weil viele dieser Hypebücher auch so einen Beigeschmack von Billigliteratur habe. (Also nicht, dass ich sonst nur Hochgeistiges lesen wüde, aber…)
ich lese, wenn mich ein buch interessiert. sich nach einem hype zu richten, kann ziemlich schiefgehen. aber bücher nur zu meiden, weil die menge sie mag, finde ich noch schlimmer.
Harry Potter habe ich komplett zu lesen begonnen, als Band 6 veröffentlicht war und Band 7 – in englischer Fassung – vor der Tür stand. Ich habe bis auf die letzten beiden bände alle als gebrauchte, englische Bücher erstanden. Wirklich schlecht fand ich die Reihe nicht.Ansonsten meide ich fast immer die Bestseller – Listen und entgehe damit so manchem “Hype”, obwohl auch Hypes nicht immer das Schlechteste zutage fördern. In den achtzigern begann man etwa in den Medien, Tolkien zu entdecken und zum Tagesgespräch zu machen, der jetzt weit über das Genre Fantasy hinaus als Klassiker gilt. – Das Schema F ist mir auch bei relativ anspruchsvollen Kriminalautoren wie Leo Malet aufgefallen. der entstammt immerhin dem Umfeld der französischen Surrealisten und läßt seine Nestor – Burma – Romane wenigstens teilweise in einem von den Deutschen besetzten Paris spielen. Dan Browwn oder Meyer werde ich mir generell sparen. Hape Kerkeling selbstverständlich auch. “Der Schwarm” lagert seit Jahren irgendwo in meiner Wohnung, Littell halte ich für Pflichtlektüre. Bei Roche bewahrt mich wohl die Gnade der frühen Geburt davor, das Buch wirklich ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Folletts “Säulen der Erde”, mal abgesehen von meinem Skeptizismus gegenüber historischen Romanen (der auch dafür sorgt, daß ich mich solch Wunderwerken wie “Die Wanderhure” oder Gablé – Romanen vollkommen verschließe), ist ebenso lesebare, wenig tiefgehende Lektüre wie mein jetziges Buch : “Die Glasbücher der Traumfresser”, die durchaus einen recht hohen Unterhaltungs – aber geringen Nährwert bietet. LG tinius
@ Stephi: Das ist eigentlich beides das gleiche.
wie gut verstehe ich dich!! also feuchtgebiete werde ich auf jeden fall aussparen, da grausts mir ja schon bei den ausschnitten, die man in der zeitung aufgedrängt bekommt. gegen harry potter hab ich mich bis dato auch strikt geweigert, weil ich eben diesen hype einfach nicht leiden kann. das sakrileg hab ich auf englisch gelesen und war total begeistert weils mir sprachlich auch sehr sehr gut gefallen hat. illuminati liegt seit über 2 jahren angelesen bei mir zuhause, weil es 1:1 dasselbe ist, nur miserabel übersetzt.
lasse dir herzliche grüße von einer anti-hype-leserin da (=
paleica.net
Interessant. Ich habe mich früher extrem von den Hypes abschrecken lassen und mittlerweile stört mich das weniger. Wichtig ist eher, dass mir das Buch vom Thema, Autor oder was auch immer interessiert. Und manchmal lasse ich mir auch etwas empfehlen. Bei den bisher zitierten Titeln bin ich eine von denen, die Harry Potter komplett gelesen hat, allerdings ohne das Buch sofort zu benötigen. Konnte ruhig auch mal eine Woche in meinem Regal liegen und warten. Dan Brown habe ich als Hörbuch mit in den Urlaub genommen, weil es so preisgünstig war und ich dachte, es wäre egal, wenn’s kaputt geht am Strand. Überraschenderweise fand ich die Lesung dann echt spannend und habe das nächste wieder für den Urlaub entstanden. Lesen mag ich es selber allerdings nicht. Der erste Biss liegt übrigens im Regal – auf Empfehlung. Zur Zeit stört mich daran dauernd gefragt zu werden, ob ich es endlich gelesen habe. Das nervt so, dass ich überlege, ob ich mich nicht direkt wieder von dem Buch trennen sollte (über bookcrossing gar kein Problem ;-) Aber auch das ist kein Grund ein Buch nicht zu lesen. Übrigens finde ich es genauso schlimm, wenn mir gesagt wird ein Buch müsse man doch gelesen haben, weil es ein Klassiker sei. Oder noch schlimmer, man müsse es gar mögen. Auch bei den sog. Klassikern behalte ich mir die Auswahl gern selbst vor.
Ohja das mit den “Klassikern, die man gelesen haben muss”, finde ich auch schlimm. Zumal ich viele dieser Klassiker tatsächlich lesen musste, im Deutsch LK – und ganz schlimm fand. Bei Klassikern ist es zu dem dann meistens so, dass man abgewatscht wird, wenn man sagt, dass man sie nicht mochte oder gar schlecht fand. Wer wird denn bitte wagen, zu sagen, dass die Blechtrommel ein furchtbar blödes Buch ist oder dass Faust II nur leeres Geblubber ist? Dann hat man das Buch eben einfach nicht verstanden…
Hihi, gut, dass das nicht nur mir so geht. Wobei ich weder die Blechtrommen noch Faust II kenne. Fand aber zum Beispiel Hermann und Dorothea ganz schrecklich und war für die Leiden des jungen Werther definitv zu alt. Irgendwie ist das mit den Klassikern ja auch eine Art Hype (Aber es gibt auch einige, die ich total mag)
Hermann & Dorothea kenne ich nun wieder nicht. Aber den Werther hab ich damals (11. Klasse) sehr gerne gelesen. Wobei er mir heute glaubich zu wehleidig wäre ;D
Mir fallen jetzt ehrlich gesagt nur wenige Klassiker ein, die mich richtig begeistert haben. U.a. einiges von Jane Austen und auch Buddenbrooks oder Warten auf Godot. Ansonsten war sehr vieles dabei, das war so lala, aber um ehrlich zu sein, finde ich sowieso, dass viele der sogenannten Klassiker einfach überbewertet sind. Ist schon auch eine Art Hype, da hast du recht.
Jaja, die Klassiker. Ich kann z.B. Bertolt Brecht überhaupt nicht ertragen, aber da wurde mir auch schon gesagt, dass ich ihn halt nicht verstehe. Ist bei Regisseuren aber ähnlich. Sag mal einem selbsternannten Filmkenner, dass du Tarantino nicht magst…da ist man gleich zu dumm und hat’s nur nicht kapiert.
ah, so geht es mir auch. “klassiker die man gelesen haben MUSS”. wenn ich das schön höre, kommt das buch meist auf die rote liste. ;D und wenn man es nicht mochte, ist man, NATÜRLICH, zu minderbemittelt und überhaupt zu verstehen worum es geht. ;)
genau wie beim erwähnten tarantino. ich wage kaum zu sagen, dass “from dusk till dawn” definitiv in die kategorie “verschwendete lebenszeit” gehört.
ein buch zu dem thema im bereich musik, das ich empfehlen kann ” Don’t believe the hype!: Die meist überschätzten Platten der Pop-Geschichte”. sehr amüsant, und oft sehr wahr. :)
Ich lese Bücher, weil ich sie lesen will und sie mich thematisch interessieren und nicht weil sie gehypt oder nicht gehypt worden sind. Und hier wie da gibt es Überraschungen und Enttäuschungen.
Was mich bei gehypten Büchern eher stört ist, dass das inzwischen bedeutet, dass nur ein Bruchteil der tatsächlich erscheinenden Bücher überhaupt im Bewußtsein der Menschen ankommen. Bei dem lauten Hype-Getöse gehen viele wirklich gute Bücher und Romane schlicht unter und es ist nicht jeder ein Bibliomane, der eigenständig Zeit und Energie aufwendet, um die Schätze zu heben, die im Hintergrund erscheinen.
Aber beim Lesen gibt es kein “muss!”, es sei denn man ist Literaturwissenschaftler oder Germanist oder sowas. Dann muss man bestimmte Bücher gelesen haben. Ansonsten gilt: so individuell wie Menschen und deren Leben sind, so individuell gilt es auch die Bücher zu finden, die zu einem passen, die einen weiterbringen, unterhalten, trösten oder sonstwas. Die “Gleichmacherei” die durch das moderne “Gehype” herrscht ist im Grunde kontra-produktiv aber leider eben eine Begleiterscheinung auch der Kommerzialisierung. Literatur die heute erfolgreich ist, ist häufig daraufhin geschrieben, ob sie sich vermarkten und verkaufen läßt. Ich bin ziemlich sicher, das nachfolgende Leser-Generationen manche “literarische Perle” entdecken werden, die heute schlicht im Hype-Getöse übersehen und untergegangen ist.
Liisa – ich bin so ein Literaturwissenschaftler (Anglistin, um genau zu sein, meine Staatsexamensprüfungen hatten aber den Schwerpunkt Literaturwissenschaft und auch meine Abschlussarbeit hab ich darin geschrieben), und selbst unter Leuten “vom Fach” kannst du 20 Professoren fragen und 20 verschiedene Listen bekommen, was man gelesen haben sollte. Klar, Shakespeare…aber selbst da fängt’s schon an. Was von Shakespeare? Der eine sagt Hamlet, der nächste Macbeth, wieder der nächste Romeo und Julia. Und dann? Ich hab z.B. bis heute nichts von Charles Dickens gelesen (von 2 oder 3 Kurzgeschichten einmal abgesehen), den einige sicher als Muss bezeichnen würden, und ich hab das Examen trotzdem erfolgreich hinter mich gebracht ;) Also selbst als Fachmann/-frau gibt es eben kaum was, was man wirklich gelesen haben MUSS. :)