Enttäuschungen

2008 April 28
by Maren

Es gibt ja so Bücher, die will man schon ewig endlich mal lesen, weil die Kritiken im Allgemeinen und im Besonderen ganz gut sind und weil sich der Plot auch interessant anhört.

Und wenn man sie dann liest, sind sie eine einzige Enttäuschung.
Die dunkle Seite des Mondes ist so ein Buch für mich. Ewig ewig schon steht Martin Suter mit verschiedenen Titeln auf meiner “Will-ich-noch-lesen-Liste”. Zum Welttag des Buches bekam ich dann die dunkle Seite geschenkt und war dann auch wirklich gespannt. Ein wahrer “Pageturner” soll dieses Buch sein, “spannend wie ein Thriller”, humorvoll noch dazu und mit einem “Optimum an Spannung”.
Und das mit den bewusstseinserweiternden Pilzen und dem Anwalt hörte sich doch auch wirklich ganz gut an!

Was soll ich sagen? Ich bin jetzt bei Seite 95 von insgesamt 315 und warte eigentlich immernoch darauf, dass die Geschichte endlich in die Gänge kommt. Die Hauptperson ist gähnend langweilig (auch nachdem sich gerade die mehrfach beschrieben unglaubliche “Veränderung” andeutet), die Sprache und die Erzählweise sind, nunja, ich sage mal – bemüht, etwa 12. Klasse Deutsch Grundkurs. Ich finds sehr sehr fad bisher, so alles in allem.

Vielleicht habe ich ja auch einfach zu hohe Erwartungen, vielleicht gehts ja gleich voll los. Aber ich muss leider sagen, dass ich jetzt schon ein paarmal kurz davor war, das Buch abzubrechen, denn wenn ein Buch nach einem Drittel seinen Zweck, nämlich mich zu unterhalten, noch nicht einmal ansatzweise erfüllt hat, dann vergeht mir langsam aber sicher die Lust am Lesen. Und erfahrungsgemäß ist es auch so, dass Bücher, bei denen ich mich durch zig oder hunderte von Seiten quäle in der Erwartung, es ginge endlich bald mal los mit der Geschichte und würde noch lustig/spannend/besser, genauso unkomisch und unspannend bleiben.

Weitere Bücher dieser “Kategorie” waren für mich Die Geheime Geschichte, Die Korrekturen und leiderleider auch das Porträt einer jungen Dame. Ich fürchte, dass die dunkle Seite des Mondes sich bald hier einreihen wird, aber vermutlich lese ich das Buch zuende, denn man kann ja schließlich nie wissen.
(Dabei würd ich andererseits dann doch lieber schon heute mit dem Jodi Picoult Roman anfangen, den ich mir Samstag gekauft habe…)

8 Responses leave one →
  1. 2008 April 29

    geht mir oft ganz genau so. ich gehe mit hohen erwartungen an ein buch heran, und denke bis kurz vor schluß “vielleicht passiert ja doch noch was interessantes, wenn alle so schwärmen muss es ja so sein”.
    für mich war so ein fall “high fidelity”. das pure grauen, bis zur letzten seite! oder auch “alles ist erleuchtet” von jonathan safran foer. langeweile pur. ich frage mich heute noch, warum ich diese ergüsse bis zum ende gelesen habe, weil sie wirklich stinklangweilig waren. – und dann muss man sich ja gerne mal anhören, man wäre einfach nicht intellektuell genug, um das buch verstehen zu können. ja, ne, ist klar! :D

    welches buch von jodi picoult hast du dir denn gekauft?

  2. 2008 April 29

    “Alles ist erleuchtet” hab ich auch schon mehrmals empfohlen bekommen. Habs aber nie gekauft, weil mir das auch schon immer so fad vorkommt. Beim Suter bin ich jetzt auf S. 161, und es ist immer noch so… *gääähn* zum Einschlafen. OK, es “passiert” was, aber das Problem ist vor allem auch die unsagbar langweilige und nichtssagende Hauptfigur.

    Ich zweifle leider immer selber an meinem Intellekt, wenn ich solche hochgelobten Bücher nicht magh und nicht “verstehe”. Aber wenn man nur intellektuell ist, wenn man langweilige Bücher liebt, dann bleib ich lieber dumm ;)

    “Die Wahrheit meines Vaters” hab ich mir gekauft Hoffentlich ist das nicht auch so ein Reinfall ;)

  3. 2008 April 29

    Oh ja, das kenne ich. Meine letzte große Enttäuschung war Robert Schneiders “Schatten”. Ich liebe die Rheintaltrilogie über alles und (erst) vor einem halben Jahr bin ich auf die Idee gekommen, auch mal ein anderes Buch von ihm zu lesen & habe mich für “Schatten” entschieden. Und dann der große Schock *lach*: total trivial, sowohl sprachlich als auch vom Inhalt her. Ich konnte es nicht glauben, dass das vom selben Autor sein soll (ich kann es immer noch nicht ganz glauben).

    Eine andere große Enttäuschung war Philip Roths “Der menschliche Makel”. Drei mal hab ich mich schon daran versucht und bin jedes Mal gescheitert – und das ist ein Buch, dass ganz oben auf meiner persönlichen “muss ich gelesen haben”-Liste steht.

    Bezüglich Intellekt (da zweifle ich auch manchmal an mir) denke ich, dass es auch Bücher gibt, die einfach ihre Zeit brauchen. Die man vielleicht in zehn Jahren nochmal versucht und dann plötzlich passt es & man kann gar nicht mehr verstehen, warum es beim ersten Mal nicht geklappt hat. Und manche werden sich einem wohl auch nie offenbaren… ;).

    “Die Wahrheit meines Vaters” steht auch sehr weit oben auf meiner Wunschliste, vielleicht magst du ja kurz was dazu schreiben, wenn du es gelesen hast!?

  4. 2008 April 29

    Eva, ich persönlich glaube nicht so sehr daran, dass bÜcher Zeit brauchen. Bei mir jedenfalls nicht. Entweder ich mag sie oder ich mag sie nicht… Ich meine, mich an ein einziges Buch zu erinnern, bei dem das so war, aber das war ein Kinderbuch. Eins aus der Caius-Serie von Henry Winterfeld. Das fand ich erst nicht so toll. Aus irgendeinem Grund habe ich es später dann doch nochmal angefangen und war so begeistert, dass ich mir die zwei Folgebände auch noch gewünscht habe!

    Das passiert mir heute aber eher nicht mehr.
    Und das mit dem Intellekt: Ich glaube, Menschen lesen aus unterschiedlichen Gründen, mit unterschiedlicher Motivation. Belletristik lese ich ausschließlich, um mich zu unterhalten. Ich lese kein Buch nur der schönen Sprache wegen, mir gibt das nichts. Ebensowenig wie Geschichten, die extrem philosophisch sind und bei denen es sich mehr um die innere Welt der Personen geht. Lesen muss mir Spaß machen, und da ist zB Martin Suter auch falsch ;)

    Ich kann gern mal berichten, wie mir “Die Wahrheit meines Vaters” gefallen hat – das fange ich nämlich nachher an! :)

  5. 2008 Mai 14
    bjoerncologne permalink

    Hallo
    netter Blog! Warum mochtest Du denn DIE GEHEIME GESCHICHTE nicht? Unten bei “Feuer” gehört es noch auf Deine Rettungsliste, häh?
    Grüsse

  6. 2008 Mai 14

    “Die geheime Geschichte” war mir zu langweilig und zu langatmig.

    Der von dir angesprochene Beitrag wurde nicht von mir verfasst. Hier bloggen drei verschiedene Leute, und unter dem Beitrag steht auch der Name des jeweiligen Verfassers.

  7. 2008 Mai 14
    bjoerncologne permalink

    aahso, Danke für die Aufklärung ;-) !

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