Ich fand dieses Buch gemessen an den Erwartungen und an den allgemeinen Lobpreisungen erstaunlich mittelmäßig. Mir persönlich hat es ehrlich gesagt eigentlich überhaupt nicht gefallen – soweit ich das beurteilen kann nach 130 „komplett“ gelesenen und 50 nur noch stichprobenartig überflogenen Seiten.
Die in den positiven Kritiken hervorgehobenen Interpretationen und Aspekte des „American Dream“ und der „großartigen Liebesgeschichte“ sind an mir irgendwie vollständig vorübergezogen. Der aus einfachsten Verhältnissen stammende „Gatsby“ ist durch nicht näher erläuterte Umstände nach dem 1. Weltkrieg zu Reichtum gekommen (American Dream?) und verzehrt sich immernoch nach seiner großen Liebe Daisy, die ihn einst abgewiesen hat und die jetzt natürlich doch auf ihn abfährt – wo er ja nun Geld hat (großartige Liebesgeschichte?). Und am Ende sterben dann alle vor lauter Dekadenz und Schlechtigkeit – hach nej, wat originell! ;)
Ich fand die Figuren alle furchtbar blass und oberflächlich. Diese Oberflächlichkeit wollte Firtzgerald wohl auch vorführen (sonst wäre sie kaum derart überzeichnet), aber es misslingt in meinen Augen, da ein gewisser Gegenpol fehlt. Den Erzähler Nick, Nachbar von Gatsby und Verwandter Daisys, habe ich zunächst als neutral empfunden, was sich aber im Verlauf des Buches als Fehlannahme herausgestellt hat. Einer so fad wie der andere! Gatsby wirkte auf mich vollkommen blass und war mir persönlich unsympathisch: Reich, aber unglücklich und stets von schillernden Individuen umgeben, mit denen er rauschende Parties feiert, eventuell um die innere Einsamkeit zu überbrücken? Ein richtiger Waschlappen irgendwie. Sein ganzes Streben gilt seiner Jugendliebe Daisy, die ihn seinerzeit offenbar abgewiesen hatte, weil er arm war. Nun versucht er seinen Reichtum als Köder für Daisy einzusetzen und wieder an sie heranzukommen. Äußerst fragwürdig, wie ich finde – was will man mit jemandem, der einen nur des Geldes wegen liebt?
Die inzwischen anderweitig verheiratete Daisy ist so eingebildet wie oberflächlich und schlägt ihre Zeit mit Parties und sinnentleerten Gesprächen mit ihrer Freundin Jordan Baker tot. Jordan wiederum beginnt ein Techtelmechtel mit Nick, dem Ich-Erzähler des Buches. Schlussendlich betrügt eigentlich jeder jeden mit jedem. Das fand ich persönlich weder verwerflich, noch belebend, sondern schlicht strunzlangweilig. Dabei istdas Buch sprachlich/handwerklich sicherlich solide geschrieben (obwohl die deutsche Übersetzung, die ich gelesen habe, eher nicht so gelungen sein soll) und ich habe die Ausführungen Nicks anfags sogar ganz gerne gelesen. Allein: Es passiert fast gar nichts. Das muss nicht an sich schlecht sein, aber sowas muss man eben mögen – und ich mag es nicht. Handlung ist, von den amourösen Verstrickungen mal abgesehen, so gut wie keine vorhanden. Man schleppt sich von Party zu Party, wo man sich viel erzählt, aber wenig zu sagen hat. Und ich als Leser bin dabei fast im Stehen eingeschlafen.
Warum Fitzgerald die Dekadenz des Jazz Age so überspitzt darstellt und damit implizit kritisiert, ist mir nicht ganz klar geworden im Hinblick auf seinen eigenen offenbar doch recht ausschweifenden Lebensstil.
Summa summarum: Ich mochte das Buch nicht, ich fand es langweilig, fad, nichtssagend. Einzig die Sprache reißt noch einen Stern raus, der Schreibstil ist „gehoben“, gut verständlich, und es finden sich etliche wirklich ausgefeilte Formulierungen. Aber nur um der „Schönheit der Srache“ willen hab ich noch nie ein Buch gerne gelesen, ich betrachte Bücher meist primär unter inhaltlichen Gesichtspunkten.
Anmerken möchte ich noch, dass ich das Buch schon lange mal hatte lesen wollen. Weil mich das Jazz Age so interessiert, weil ich den Titel so schön finde un dnicht zuletzt auch, weil wir in der 11. Klasse Hemingway gelesen haben statt Fitzgerald, denn Gatsby sei – ich zitiere meinen Englischlehrer – sterbenslangweilig. Da ich weder dem Lehrer, noch Hemingway sonderlich zugetan war, wollte ich mich gerne selbst vom Gegenteil überzeugen, muss aber nun leider sagen: Sie hatten recht, Herr Plön!
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Ich habe das Buch gerne gelesen, fand es aber letztendlich sehr durchschnittlich.
Gut gefallen hat mir die konstant aufrecht erhaltene Spannung, und Frau Link kann auch einfach gut erzählen. Dabei erreicht sie sprachlich kein sonderlich hohes Niveau, versteht es aber, den Leser einzulullen und Seite um Seite durch die Geschichte zu tragen. Ich war einfach neugierig, wie sich der Mordfall aufklären würde und wie dieser und jener begonnene Strang der Nebenhandlung enden würde. Es ist einfach leichte Unterhaltung mit einem spannenden Mordfall und an sich interessanten Beziehungsgeflechten, ohne großen Anspruch oder sprachliche Finessen.
Was mir, wie auch bei schon bei manchen anderen Link-Büchern, nicht so gefällt, ist 1. das Klischeehafte der Personen und der Handlung und 2. die Langatmigkeit. Man muss keinen 600-Seiten-Krimi schreiben, wenn sich auf bestimt 100 Seiten davon Landshafts- und Gemütsbeschreibungen befinden. Weitere 100 hätten rausgekürzt werden können, wenn man sich mal auf das Wesentliche konzentriert hätte. Mehrere Handlungsstränge werden begonnen und nicht weitergeführt und haben letztlich keinerlei Bedeutung für das Buch. Und es wird vieles bis zum Gehtnichtmehr wiederholt und betont – damits auch nur ja jeder kapiert. Das fand ich nach einiger Zeit anstrengend und ärgerlich.
Wirklich blöd fand ich die Auflösung des Mordfalles, bei dem in einem einsamen Landhaus 5 Personen zu Tode kommen von den insgesamt 9, die dort ihre Ferien verbracht haben. Es wird bald jemand unter dringendem Mordverdacht verhaftet, da alle Indizien gegen diese Person sprechen. Und irgendwann wird diese Person dann dennoch freigelassen, weil – uffbasse! – sich herausstellt, dass jemand anders für die Tatzeit kein Alibi hatte. Also bitte, ja!? Das entzieht sich völlig meiner Logik, denn außer dieser banalen Tatsache mit dem fehlenden Albibi gibt es nichts, was so ernsthaft gegen diesen zweiten Tatverdächtigen spricht, dass man den ersten gleich freilassen muss. Es wird nicht einmal näher untersucht, welche Indizien gegen den Verdächtigen Nr. 2 sprechen! Diese sehr konstruiert erscheinende „Wendung“ in dem Fall ist eigentlich gar keine. Dramaturgisch gesehen erzeugt sie zwar im weiteren Handlungsverlauf wieder Spannung, war aber für mich bis zur Lächerlichkeit unglaubwürdig.
Ebenfalls unglaubwürdig war für mich die Hauptfigur Jessica, die das Massaker überlebt, aber durch dieses schreckliche Geschehen und die Verluste so gar nicht aus dem Gleichgwicht gebracht wird. Auch die übrigen Überlebenden waren für mich irgendwie „leblos“ und kalt, jeder lebte sein Leben so weiter wie bisher – sorry, aber damit konnte ich mich nicht identifizieren. Insgesamt waren die Figuren alle sehr klischeehaft gezeichnet: Die starke, gute, zu allem eine Lösung anbietende Jessica. Die dicke Evelin, die sich nirgends durchsetzen kan. Die rebellische Teenietochter Ricarda. Beliebig erweiterbar! Die Charaktere werden im Grunde auch nicht „geformt“ bzw anskizziert, sondern quasi mit der Holzhammermethode bis ins Detail ausgearbeitet und unter ständiger Wiederholung von Charaktereigenschaften in eine starre Form gepresst – vllt lässt gerade das sie so klischeehaft erscheinen.
Trotz der Klischees ein spannendes Buch, leider bin ich mit keiner der Personen richtig warm geworden, ich fand sie alle mehr oder weniger unglaubwürdig und überzeichnet.
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Oh :(
Das habe ich eben nur ganz zufällig gelesen: Vor ein paar Tagen erst, am 1. November 2009, ist Esther Hautzig gestorben.
Ihr Jugendbuch Die endlose Steppe schildert ihre eigenen Kindheitserfahrungen als im 2. Weltkrieg nach Sibirien deportierte Jüdin. Gut behütet in einer wohlhabenden Familie im damals noch polnischen Wilna aufgewachsen, wird Esther 1941 mit 10 Jahren brutal aus dieser heilen Welt gerissen und erfährt, was es bedeutet, in bitterster Armut leben zu müssen.
Ich liebe dieses Buch, für mich ist es immer ein sehr wichtiges Buch gewesen. Das erste Mal habe ich es gelesen, als ich selbst etwa 10 oder 11 Jahre alt war und seither (auch als Erwachsene noch) etliche Male erneut gelesen. Bis heute gehört es zu meinen liebsten Büchern überhaupt und sicherlich auch zu denen, die mich in gewisser Weise ein wenig „geprägt“ haben.
Esther und und ihre Familie haben Schreckliches durchgemacht: Als jüdische „Kapitalisten“ von den Sowjets ins sibirische Exil in ein Zwangsarbeiterlager geschickt und damit alles verloren – Hab und Gut, Heimat und Familie. Esthers Großfamilie wird auseinander gerissen. Lediglich ihre Eltern und ihre Großmutter bleiben bei ihr, was mit dem Rest der weit verzweigten Familie geschieht, bleibt lange im Ungewissen.
Dies alles schildert das Buch offen und ohne zu beschönigen. Und doch klingt immer wieder leise Poesie an. Das Buch ist sehr klar und warmherzig erzählt und zeigt immer wieder auf, wie wichtig der innere Zusmmenhalt ist, und wie gerade Kinder unter solch schwierigen Lebensbedingungen dennoch auf ihre Weise glücklich sein können, wenn sie Liebe, Geborgenheit, Verständnis und Freundschaft bekommen.
Exil hin oder her, Esther ist ein Kind und will auch einfach nur Kind sein. Sie ist ein aufgeschlossenes Mädchen mit einem Hunger auf Leben, den auch Sibirien nicht unterkriegen kann. Sie passt sich den neuen, schwierigen Umständen vergleichsweise gut an, sie geht zur Schule, findet Freunde, kann sich über Dinge freuen, die früher selbstverständlich waren. Das ist zugleich traurig und doch wunderschön.
Das Buch hält damit eine wichtige Botschaft für den Leser bereit: Egal was einem Schlimmes passiert, egal was man alles verliert – man ist nie wirklich arm, solange es Zusammenhalt gibt und Menschen, die einen lieben. Und wenn man auch im Unglück noch Dinge findet, die Freude bereiten können und denen man Positives abgewinnen kann.
Der Schluss des Buches hat mich so manches Mal zum Weinen gebracht. Nach Kriegsende kann die Familie in ihr Heimatland zurückkehren, doch nichts ist mehr, wie es war. Auch von der einstigen Großfamilie ist nichts mehr übrig geblieben. Alle sind in Konzentrationslagern umgebracht worden. Und ausgerechnet die Deportation nach Sibirien ins Zwangsarbeiterlager und die 5 elenden Jahre voller Entbehung und harter Arbeit haben Esther, ihren Eltern und der Großmutter schließlich das Leben gerettet.
Ich kann das Buch nur jedem empfehlen und habe es eben selbst aus dem Regal herausgesucht, um es bald nochmal zu lesen.
Esther Rudomin ist nach dem Krieg zunächst nach Polen zurückgekehrt, und kurz darauf in die USA emigriert, wo sie den Pianisten Walter Hautzig heiratete. Sie starb am 1. November 2009 im Alter von 79 Jahren.
Die Endlose Steppe bekam 1968 den (ersten überhaupt) Sydney Taylor Book Award; ausgezeichnet werden Bücher über jüdisches Leben und jüdische Kultur.
(Foto: Jake Manning, NY Times)
Ich muss sagen, dieser Schinken reizt mich irgendwie. Erst recht, da es ihn jetzt als „Taschen“buch gibt und immerhin nur noch 1,2 Kilo wiegt stat 1,5 (da muss ich ja morgens mit Handkarren zur Arbeit fahren statt mit Handtasche, wenn ich das in der Bahn lesen will!)
Es reizt mich tatsächlich sogar enorm, aber ich hab auch ein bisschen Angst, ich grusel mich doch so schnell beim Lesen. Und das Buch soll schon etwas grenzwertig sein. Aber gerade das macht mich andererseits so neugierig!
Reizvoll!
Hat das jemand gelesen und kann/möchte mir was darüber berichten?
Kein besonders ergiebiger Monat diesmal.
Gelesen
Linwood Barclay – In Todesangst ![]()
Maja Schulze-Lackner – Wilde Rosen, weites Land (nach weniger als 50 Seiten entsetzt abgebrochen)
Sophie Kinsella – Twenties Girl ![]()
Kurt Tucholsky – Schloss Gripsholm ![]()
Isabel Abedi – Whisper ![]()
Lucy Maud Montgomery – Anne of Avonlea ![]()
Lucy Maud Montgomery – Anne of Green Gables ![]()
Plus rund 170 Seiten von Anne of the Island ♥ und vllt 80 reichlich langweilige und konfuse Seiten von Was die Toten wissen.
Gekauft
Joan Aiken – Du bist ich
Muriel Spark – Memento Mori
Truman Capote – Frühstück bei Tiffany
Virginia Woolf – Mrs. Dalloway
Kurt Tucholsky – Schloss Gripsholm
Getauscht
Isabel Abedi – Lucian
F. Scott Fitzgerald – Der große Gatsby
Birgit Haustedt – Die wilden Jahre in Berlin
Maja Schulze-Lackner – Wilde Rosen, weites Land: Eine Liebe in Ostpreußen
Sophie Kinsella – Twenties Girl
Carolly Erickson – Königin Victoria
Geliehen
-
Geschenkt
-
Gewonnen
-
SUB-Stand Anfang / Ende des Monats
62 / 61 (ha!)
Entweder dies ist wirklich einer der schlechteren Kinsellas, oder aber ihr altbewährtes Schmema-F hat sich für mich inzwischen einfach totgelaufen.
Ich habe eine gefühlte Eigkeit für dieses Buch gebraucht und mich über weite Strecken mehr gelangweilt als amüsiert. Die Idee ist gut, und der Beginn der Geschichte ist auch gut: Die (wie alle Kinsella-Heldinnen) junge, stinknormale, schlagfertige und etwas tolpatschige, aber liebenswerte Lara Lington sieht plötzlich Gespenster. Auf der Trauerfeier ihrer Großtante Sadie, die mit gesegneten 105 Jahren verstorben ist und die Lara nie persönlich kennengelernt hat, steht plötzlich eine junge Frau vor ihr und redet vermeintlich wirres Zeug. Es stellt sich heraus, dass diese Frau Sadie höchstselbst ist bzw ihr „Geist“ in Gestalt der jungen Sadie aus den 20er Jahren.
Sadie vermisst eine bestimmte Halskette, ohne die sie nicht beerdigt werden kann/will, und da unglückseligerweise nur Lara Sadie sehen und hören kann, hat diese fortan einen Geist an der Backe, und zwar einen ziemlich vorwitzigen.
Anfangs zwischen Unglauben und Verärgerung schwankend, erkennt Lara, dass es Sadie, die ihr auf Schritt und Tritt zu folgen scheint, es wirklich ernst meint und mir viel an dieser Kette gelegen ist, und sie klemmt sie sich hinter die Halskettchensuche.
Was dann folgt, ist das bewährte Kinsellasche Schema-F: Witzig, aber vorhersehbar bis ins letzte Detail. Ich will ja nun nicht behaupten, dass man Kinsellas Romane liest, weil man auf unglaublich innovative und spannende Geschichten steht, aber das war mir persönlich dann doch ein bisschen zu platt.
Das Gerangel im Laras Job als Headhunterin, ihren Exfreund Josh und ihre Geschäftsbekanntschaft Ed, den sie natürlich zuerst kleinmädchenmäßig üüüberhaupt nicht ausstehen kann – ich wusste im Prinzip schon vorher, wie sich am Schluss alles fügen würde, und das lag sicherlich nicht an meinen hellseherischen Fähikeiten.
Ich kann nicht sagen, dass Twenties Girl gar kein lustiges und nett zu lesendes Buch ist. Bis zu dem leider wirklich sehr vorhersehbaren Schluss passieren eine Menge lustiger Sachen, aber leider: Frau Kinsella wiederholt sich hier deutlich zu oft und wälzt jede Pointe bis zum Gehtnichtmehr platt. Sadie wäre mir sicherlich mehr ans Herz gewachsen, wenn sich nicht x-fach die Szene wiederholt hätte, wie sie die arme Lara blamiert, indem sie sie in ein Gespräch verwickelt und es damit so aussehen lässt, als würde Lara Selbstgespräche führen.
Auch die Wiederannäherungsversuche an den Exfreund Josh, das Machtgebalze mit dem schönen Ed oder das Aneinandergeraten mit Kollegin Natalie – alles wird mehrfach genüsslich durchexerziert, wobei ich spätestens beim dritten Mal eigentlich abgeschaltet habe. Die letzten 100 Seiten zogen sich wie Kaugummi, und ich hatte keine sonderlich große Lust, das Buch überhaupt zu Ende zu lesen. Der Schluss kam dann recht hopplahopp, und ich hatte ein wenig den Eindruck, als wäre Frau Kinsella mitten im Schreiben die Luft ausgegangen bzw als habe sie festgestellt, dass nun wirklich jede Pointe erschöpfend abgehandelt wurde und sie das Buch genausogut auch langsam mal beenden könnte.
Unterm Strich: Lediglich ganz magerer Durchschnitt, und das auch nur, weil ich die Grundidee wirklich süß fand und das Buch im Großen und Ganzen witzig geschrieben ist. Der Schluss ist mal richtig was fürs Herz, entschädigt mich aber auch nicht wirklich für die stellenweise doch recht zähfließende und gewaltsam in die Länge gezogene Story.
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kennt ihr ein richtig tolles jugendbuch?
Jau, sogar mehrere!
wald ist wie ein
Nun, ich würde sagen, am ehesten wie ein Wald?
witzige kopfschmerzen
Den Witz hab ich irgendwie nicht verstanden.
fußfetisch bei rtl krimi
Wäre mir jetzt keiner bekannt, aber ich guck auch nur Tatort (ARD)
welche reklame darf ich als tupperberaterin machen
Äh. Da bin ich jetzt überfragt!
kranke thriller
Ich kann auf Wunsch sogar gesunde Thriller empfehlen.
geschichten von geilen ausgeliehenen ehefrauen
Ach, kann man jetzt auch schon Ehefrauen ausleihen? Kommt das günstiger als selbst eine zu heiraten?
liebesvolle porno
Ich empfehle eher einen Duden statt des Pornos.
tannöd wie wird spannung erzeugt
Hausaufgaben jmachen ohne das Buch selber lesen zu wollen?
unter der trockenhaube
…trocknet man seine Haare?
alleine ins cafe
Würd ich mir vorher Mut ansaufen *tippgeb*
hilfe ich bin ein schisshase
Da kann ich leider auch nicht helfen!
wer liebe verspricht hat das buch ein happy end
Welchen Sinn hat es, das Buch zu lesen, wenn man das schon vorher weiß?
und ich sach noch
Ich auch! (Aber warum googelt man sowas?)
vampir der unverschämt gut aussieht
Das KANN nur Ätwort sein!!!
geschichten reife frauen junge burschen
Burschen? Solche von der Studentenverbindung Teutonia zB?
piper verlag autor werden
Am besten erstmal ein Buch schreiben, ist sicher ein guter Ansatz
Isabel Abedi ist wohl eine meiner Autorenentdeckungen dieses Jahres – sie schreibt so toll! Nachdem ich vor ein paar Monaten schon Isola gelesen habe habe und und „restlos begeistert war (leider versäumt, eine Rezension zu schreiben, und ich kann sowas nur mit „frischen“ Leseeindrücken), habe ich mir noch 2 weitere ihrer Bücher besorgt und möchte auch das ganz Neue (Lucian) bald lesen.
Whisper kann man in einem Rutsch durfchlesen. Es ist eine Geistergeschichte, verwoben mit einer Liebesgeschichte. Ein bisschen Teeniealltagsblabla wie zB der alltägliche Clich mit der Mutter darf bei einem Jugendbuch natürlich nicht fehlen. Hat mich aber nicht gestört, sondern macht meiner Ansicht nach das Buch erst richtig authentisch.
Abedis Bücher sind für mich der Beweis, dass Liebesgeschichten für Jugendliche nicht das unerträgliche erzählerische Pathos einer Stephenie Meyer haben „müssen“. In einer wohltuend ruhigen Sprache wird die Geschichte erzählt, geradlinig und und doch voller überraschender Wendungen und und Spannungsmomente! Dabei wird Abedi niemals kitschig, die Charaktere sprechen genau so wie man es von „realen“ Personen erwarten würde, dh es kommen auch Kraftausdrücke und Slang vor. Aber alles zur richtigen richtigen „Zeit und an den richtigen Stellen.
Die 18jährige Nora (genannt „Noa“) zieht für einige Wochen mit ihrer Mutter, der jungen und und bekannten Schauspielerin Kat(harina) und deren (schwulen) Freund Gilbert sowie 2 Katzen aus der Großstadt in die Provinz, wo Kat ein ein altes Bauernhaus gemietet hat. Schnell werden noch weitere Personen in die Handlung eigeführt wie der rustikale Wirt Gustaf, seine Freundin (?) Marie und deren Sohn David, der in Noas Alter ist. Noa ist erst ein bisschen kratzbürstig und lässt niemanden so leicht an sich heran. Es wird angedeutet, dass sie wohl vor einiger Zeit mal negative Erfahrungen mit einem Jungen gemacht hat (diese Episode war für meine Geschmack etwas zu klischeehaft und dick aufgetragen, dient aber letztlich dazu, zu zeigen, dass Noa trotz dieser Vergangenheit recht schnell Vertrauen zu David fasst).
Obwohl ich es mit Geistergeschichten eigentlich gar nicht so habe, hat mich diese Geschichte in ihren Bann gezogen: David hilft beim Renovieren des Hauses, und nach und nach freunden er und Noa sich an. Bei einer anfangs eher aus Neugierde durchgeführten Session mit einem Ouija-Board offenbart sich ihnen der Geist eines jungend Mädchens (etwa im Alter der beiden), das behauptet, vor über 30 auf dem Dachboden dieses Hauses umgebracht worden zu sein. Der Name des Mädchens ist Eliza, und David und Noa finden heraus, dass in den 70er Jahren tatsächlich eine Familie das Haus als Ferienhaus gemietet hatte, die eine Tochter namens Eliza hatte.
Mit diesem Namen sind auch die kurzen, telegrammartigen Tagebucheinträge aus dem Sommer 1975 unterzeichnet, die jedem Kapitel vorangestellt sind. Sie geben Hinweise darauf, was damals passiert sein könnte, aber als Leser ist man Noa und David dadurch nie wirlich voraus.
Es war spannend zu lesen, wie die beiden beiden Jugendlichen versuchen, dem Geheimnis um Eliza und und deren angeblicher Ermordung auf der Spur zu kommen. Die Beziehung der beiden zueinander wird ganz nebenbei vorangetrieben (oder gebremst, je nachdem), und mir waren beide Figuren sympathsich. Auch alle übrigen Romancharaktere fand ich gut gezeichnet, ich hatte von allen ein sehr klares Bild, alles fand ich glaubwürdig und authentisch.
Bemerkenswert an Abedis Schreibstil ist zum zum „>einen ihr Talent für die vielen liebevollen kleinen Details, mit denen sie ihre Geschichten ausschmückt, zum anderen die beinahe poetische, und doch schlichte und reduzierte Sprache. Ich habe das Lesen als unheimlich wohltuend, fast beruhigend empfunden (trotz der spannenden Handlung!), und das war mir bei Isola genauso gegangen. Ebenfalls hervorzuheben wären die inneren Konflikte der Charaktere und der einzelnen Personen untereinander, die ich stets gut und glaubwürdig herausgearbeitet fand. Die ruhige, stille und vernünftige Teenagertochter und als Kontrast dazu die flippige, laute, extriverte Mutter – eine Beziehung weit ab vom gängigen Klischee und dennoch oder gerade deswegen so gut beschrieben!
Unter anderem die nachdenkliche und und introvertierte Noa macht das Buch zu einem Jugendbuch, das auch für aufgeschlossene Erwachsene schön zu lesen ist. Ich habe beim Lesen oft innehalten und über das Geschriebene nachdenken müssen und es ein wenig nachwirken lassen.
Die Geschichte um Eliza war spannend bis zum Schluss. Als Auflösung hätte ich mir eine etwas glaubwürdigere Konstellation gewünscht, aber das ist nur meine persönliche Meinung und tut dem Buch insgesamt auch keinen Abbruch.
Insgesamt ein leicht zu lesendes, aber nie oberflächliches Jugendbuch, das einen und einen realen und einen übernatürlichen Handlungsstrang gekonnt miteinander verbindet und dabei gänzlich ohne Pomp, Kitsch und Pathos auskommt.
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Vermutlich fehlt mir wieder mal nur die geistige Reife für dieses Buch, aber ich muss ganz ehrlich sagen: Ich fands doof. Gekauft habe ich es mir, weil es so günstig war, weil ich die Verfilmung mit Heike Makatsch und Ulrich Noethen kenne (und soweit ich mich erinnern kann, mochte ich sie auch ganz gerne!) und weil ich dachte, den einbrechenden Herbst mit dieser „Sommergesichte“ noch etwas hinauszögern zu können.
Die Sommer-in-Schweden-Atmosphäre (ich war übrigens noch nie in Schweden) war aber auch mehr oder weniger das einzige, was ich diesem Buch abgewinnen konnte. Das erste Kapitel besteht aus einem kurzen Briefwechsel zwischen dem, Verleger Ernst „Riesenschnörkel“ Rowohlt und „Tucholsky“. Es geht um eine „kleine Liebesgeschichte“, die Rowohlt gerne mal verlegen möchte als Kontrastprogramm zu den politischen Büchern. Und ob Tuchsolsky sowas nicht mal schreiben könne. Dieser lehnt entrüstet ab: Liebe in der heutigen Zeit? Dann eher eine kleine Sommergeschichte! Es folgen Honorarverhandlungen, um im Anschluss verabschiedet sich dieser Tucholsky mit seiner Freundin Lydia in die Ferien – nach Schweden.
Diesen Briefwechsel habe ich zunächst für echt gehalten, wie ich nachträglich recherchiert habe, ist er aber (angeblich) rein fiktiv. Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass Tucholsky ihn deswegen der eigentlichen Geschichte vorangestellt hat, um zu demonstrieren „Niemals hätte ich sowas aus eigenem Antrieb geschrieben – aber ich war jung und brauchte das Geld…“
Ich konnte über weite Strecken des Buches keine wirkliche Handlung erkennen, und das war schon mal das erste, was mich gestört hat. Im Episodenstil plätschert die Geschichte so vor sich hin, und ich persönlich kann einfach nichts mit Büchern/Geschichten anfangen, in denen nichts passiert und – ketzerisch ausgedrückt – nur gelabert wird. Schön anzusehen, aber nichts dahinter – so habe ich dieses Buch empfunden. Mir geht es einfach vollkommen ab, mich ausschließlich an der Schönheit der Sprache zu erfreuen, nur um der Schönheit willen. Ich gehöre auch nicht zu der Sorte Mensch, die es gut finden, stundenlang in ein Aquarium zu schauen. Da sind mir Hunde oder Katzen dann doch lieber. You get the Point…
Woran ich mich außerdem gestört habe, war Ldyia, genannt „Prinzessin“. Was ja schon mal albern genug ist. Mit der Prinzessin bin ich überhaupt nicht warm geworden, was unter anderem daran gelegen hat, dass ich sie kaum verstanden habe. Die Prinzessin spricht nämlich größtenteils Plattdeutsch, und auch wenn ich es mit etwas Phantasie und Übung zumindest sinngemäß verstehen kann, ist es für mich mit Abstand die schrecklichste und nervigste deutsche Mundart, noch weit vor Sächsisch und Schwäbisch (und das will was heißen)! Vom Plattdeutschen mal abgesehen fand ich die Prinzessin – deren Alter man nur erraten kann – schlicht albern. Ihr unreifes Kleinmädchengehabe ist mir unglaublich auf den Keks gegangen, und auf mich wirkte sie insgesamt ein bisschen wie Doof vom Dorf. Warum sich ein so eloquenter Menn wie der Ich-Erzähler „Tucholsky“ (?) mit ihr abgibt, hat sich mir nicht vollständig erschlossen (vllt ist sie gut im Bett).
Nachdem ich mich gut 100 Seiten lang durchgequält hatte, lohnte das Abbrechen nicht mehr wirklich (bei 140 Seitem Gesamtunfang), und da kam dann auch endlich mal sowas wie eine Handlung auf. Der Erzähler und die Prinzessin bekommen nacheinander Besuch von Freunden und vollbringen außerdem pfadfindermäßig eine gute Tat an einem armen gebeutelten Mädchen, das im nahegelegenen Kinderheim lebt und dort von der Leiterin herumkommandiert wird. Der Zusammenhang mit dem Rest der „Geschichte“ hat sich mir nicht erschlossen (aber kann wie gesagt auch an mir liegen)
Das einzig Positive an dem Buch waren für mich die Sommeratmosphäre und die Sprache (von dem nervtötenden Plattdeutsch der Prinzessin mal abgesehen!) – locker-luftig einerseits, spitzzüngig und geistreich erzählt andererseits. Aber das allein macht für mich kein gutes Buch aus – ich will auch was geboten kriegen! ;)
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